Aufatmen für Tiger und Nashorn: China stoppt Staatsratsbeschluss

Positive Überraschung aus Peking: China stoppt im November 2018 die vor kurzem angekündigte Legalisierung des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn.

25 Jahre lang war in China der Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn als Reaktion auf die massive Wilderei verboten. Ende Oktober 2018 verabschiedete der Staatsrat in Peking dann plötzlich eine Reform, um den Handel mit diesen Produkten von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren zu legalisieren – zur Anwendung in Krankenhäusern. Ermöglicht werden sollte außerdem der Handel mit antiken Tiger- und Nashornerzeugnissen für den privaten Gebrauch. Der WWF hatte die Entscheidung als schweren Rückschlag für den Artenschutz kritisiert.

Am 12. November hat nun die chinesische Regierung bekanntgegeben, dass die beschlossene Erlaubnis des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren vorerst nicht umgesetzt wird.

WWF begrüßt Entscheidung

„Die Entscheidung der chinesischen Regierung kann für den Schutz von Tiger und Nashorn gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. „Ein gelockerter Handel mit Produkten von in Gefangenschaft lebenden Tieren hätte fatale Folgen auch für die wildlebenden Populationen gehabt. Es steht hier nicht weniger als das Überleben ganzer Arten auf dem Spiel.“

Heinrich ist erleichtert, „dass die chinesische Regierung den international wie auch in China geäußerten Befürchtungen Gehör schenkt und die Reform nun überdenkt. Das Land hat in den letzten Jahren ein außerordentliches Engagement für den Artenschutz gezeigt, insbesondere durch das nationale Handelsverbot für Elfenbein. Es wäre ein wichtiges Signal an die internationale Gemeinschaft, wenn China diese Führungsrolle beibehält und weiter an der Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels und der Verringerung der Nachfrage arbeitet.“

Rückschlag verhindern

Die Wiederaufnahme eines legalen Marktes für Tigerknochen und Nashornhorn wäre laut WWF ein enormer Rückschlag. Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren. Es stünde zu befürchten, dass illegale Tigerknochen und Nashornhörner klammheimlich als legale Produkte von Tieren aus Gefangenschaft deklariert werden und so in den Handel kommen. Gleich einer Kettenreaktion würde damit die Nachfrage wieder angeheizt und entsprechend die Wilderei befeuert.

„Der WWF“, so Heinrich, „wird sich daher dafür einsetzen, dass die nun vorerst auf Eis gelegte Lockerung des Handelsverbots vollständig abgesagt wird.“ Denn die Bestände von Tigern und Elefanten sind derart niedrig, dass schon eine leichte Zunahme der illegalen Jagd zu ernsthaften Gefahren für das Überleben der Arten führen könnte.

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