Die Waldelefanten bluten aus

Innerhalb weniger Wochen wurden in Kamerun hunderte von Elefantenstoßzähne beschlagnahmt: Gerade Mitte Dezember waren es 256 und 89 Elefantenschwänze, die von Parkrangern des Dja Wildlife Reserve gefunden wurden. Es ist der dritte große Fund in diesem Jahr. Zuvor wurden schon 159 beziehungsweise 158 Stoßzähne sichergestellt. Schon alleine diese Zahlen zeigen die Größenordnung an Wilderei, mit der wir es in Zentralafrika zu tun haben.

Die Festnahme zeigt aber auch die Effektivität unserer Informantennetzwerke im Süden Kameruns. Die Stoßzähne wurden im Fahrzeug eines hohen Militärs gefunden. Er wurde schon seit Monaten observiert. Der Fahrer wurde festgenommen – der Offizier befand sich nicht im Fahrzeug.


Dieser Erfolg ist kein Zufall: Kameruns Forstministerium (MINFOF) hat zusammen mit Partnern wie dem WWF 2017 den Kampf gegen die Wilderei Netzwerke deutlich intensiviert. Rangern, Polizei und Zoll gelang es jetzt schon mehrere Dutzend Wilderer und Schmuggler festzusetzen. “Wir stellen fest, dass 2017 generell deutlich mehr Elfenbein beschlagnahmt wird“, sagt Alain Bernard Ononino, der für den WWF in Zentral Afrika für härtere Strafverfolgung kämpft. „Wir können der Regierung und speziell der Polizei dazu nur gratulieren“.

Mehr Verfahren, härtere Strafen

Im Laufe des letzten Jahres wurden in Kamerun schon über 100 Täter wegen Wildtierdelikten verurteilt. Die Gerichte verhängen dazu inzwischen deutlich härtere Strafen. Im März erwischten Beamte zwei Schmuggler in Bertoua mit 159 St0ßzähnen. Das Gericht verpasste ihnen eine viermonatige Gefängnisstrafe – und eine Geldbuße von 454.435 US-Dollar.

Die gemeinsam vom Forstministerium und dem WWF bestellten Anwälte sind jetzt am Fall des hohen Armeeoffiziers dran. Sie versuchen die schnelle Aburteilung des Fahrers zu verhindern, um den Colonel vor Gericht zu bekommen. Es wäre ein großer Schritt im Kampf gegen die Hydra aus Machteliten, Korruption und Wilderei.

Die Zeit drängt. „Die hunderte von konfiszierten Stoßzähnen stellen ja nur ein Bruchteil der tatsächlich gewilderten Tiere dar“, stellt Dr. Ilka Herbinger vom WWF Deutschland klar. Keiner weiß, wie viele Waldelefanten wir tatsächlich jedes Jahr verlieren. Es sind aber sicher tausende.“ In ganz Zentralafrika gibt es vermutlich nicht mal mehr 100 .000 Waldelefanten. „Bei diesem Tempo kann man sich ja ausrechnen, wann wir keine dieser Tiere mehr im Kongobecken bewundern können.“

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