Elfenbeinhandel: Zeitenwende für Elefanten

Ein Meilenstein für den Elefantenschutz: Zum Jahresende 2017 schließt China endlich den weltgrößten legalen Elfenbeinmarkt. Dann wird die Wilderei-Mafia dort ihr illegales Elfenbein künftig nicht mehr „waschen“ können.

Waschanlage für geschmuggeltes Elfenbein

Ganze Stoßzähne, daraus geschnitzte Figuren oder Schmuck – in China gilt Elfenbein noch immer als Statussymbol und konnte bisher auch ganz legal innerhalb der Ländergrenzen gehandelt werden. Das Elfenbein dafür stammt aus alten Beständen oder offiziellen Ankäufen aus afrikanischen Ländern. Denn international ist der kommerzielle Handel mit neuem Elfenbein schon seit 1989 verboten. Doch die nationalen, legalen Märkte in China boten auch die Möglichkeit, illegales Elfenbein frisch gewilderter Elefanten zu „waschen“ – also als legal zu verkaufen – und befeuerten so die Wildereikrise in Afrika.

Schutz vor einem brutalen Tod

China ist der wichtigste Absatzmarkt für Elfenbeinprodukte auf der Welt. Gelingt es, durch das Handelsverbot hier die Nachfrage zu senken, kann das künftig tausende Elefanten vor der grausamen Jagd auf ihre Stoßzähne retten. Allein in Afrika werden derzeit jedes Jahr etwa 20.000 Elefanten gewildert. Angekündigt hatte China sein Handelsverbot schon Ende 2016 und inzwischen musste bereits rund ein Drittel der Elfenbeinschnitzereien und -Geschäfte schließen. Mit Jahresbeginn 2018 tritt der wichtige chinesische Elfenbein-Bann endgültig in Kraft.

Ein großer Erfolg für die Elefanten – und den WWF

China folgt damit der Aufforderung der letzten CITES-Artenschutzkonferenz in Südafrika. Diese hatte im Oktober 2016 in einem Beschluss alle betroffenen Länder dazu angehalten, ihre noch bestehenden, legalen Elfenbeinmärkte zu schließen, sollten diese zur Wilderei in Afrika beitragen. Neben China haben sich auch die USA für eine Schließung entschieden und Hongkong plant ebenfalls ein Verbot. Damit wären die drei weltgrößten Elfenbeinmärkte endlich Geschichte. Auf diese wichtige Zeitenwende für die Elefanten hat der WWF lange hingearbeitet und veröffentlichte im Vorfeld der CITES-Konferenz mit den Artenhandels-Kontrolleuren von TRAFFIC konkrete Empfehlungen für ein Handelsverbot.

Was sagen die Chinesen dazu?

Eine große Mehrheit der chinesischen Bevölkerung ist für den Elfenbein-Bann, wie eine Umfrage von WWF und TRAFFIC ergab. 86 Prozent der Befragten finden das Verbot positiv. Allerdings musste etwa die Hälfte von ihnen erst darüber aufgeklärt werden. Das Wissen um das neue Gesetz ist noch viel zu gering. Die Umfrage zeigt auch, wie verbreitet der Elfenbeinhandel in China immer noch ist: 45 Prozent der Befragten haben bereits mindestens einmal in ihrem Leben Elfenbeinprodukte erworben. 18 Prozent wollen dies trotz Verbot auch in Zukunft tun. Umso wichtiger ist nun eine strikte Umsetzung des neuen Gesetzes und eine umfassende Information der Bevölkerung.

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