Erfolgreich gegen Wilderei in Myanmar: Immer weniger Elefanten sterben

Diese großartige Erfolgsmeldung erreicht uns jetzt aus Myanmar: Nach dem Aufruf zu einer Notfallspende konnte in nur acht Monaten die Zahl der durch Wilderer getöteten Elefanten deutlich gesenkt werden! Der WWF nahm außerdem erheblichen Einfluss auf ein neues Gesetz zum Artenschutz in Myanmar.

Im Mai 2017 erreichte uns ein dramatischer Hilferuf aus Myanmar: Zunehmend tauchten Produkte aus Elefantenhaut auf den Märkten, insbesondere an der Grenze zu China, auf und zugleich wurden in den Wäldern immer mehr tote Elefanten gefunden. Der Handel mit gewilderten Produkten war in wenigen Monaten sprunghaft angestiegen. Nicht das Elfenbein der Stoßzähne, sondern die Elefantenhaut wird in Myanmar von Wilderern als vermeintliches Heilmittel bei Haut- und Magenkrankheiten zu Cremes und Pulver verkauft.

Jede Woche ein toter Elefant

Alles, was die wenigen Ranger in den Rakhine- und Bago-Bergwäldern Myanmars damals machen konnten, war, immer mehr tote Elefanten zu zählen, deren gehäutete und zerstückelte Kadaver die Wilderer im Wald zurückließen. Allein zwischen Januar und Juli 2017 wurden 27 Elefanten getötet, fast jede Woche ein toter Elefant. In nur wenigen Jahren könnten die letzten rund 2000 wilden Elefanten Myanmars so ganz ausgerottet sein.

Doch ein kurzfristiger Spendenaufruf von WWF Deutschland setzte eine Hilfswelle in Gang, durch die in kürzester Zeit ein Anti-Wilderei-Programm gestartet werden konnte. Mit beachtlichem Erfolg: Die Zahl der getöteten Elefanten ist in den letzten acht Monaten stark zurückgegangen. Zwischen August 2017 und März 2018 wurden nur noch elf Elefanten getötet und sieben Wilderer konnten festgenommen werden!

Patrouillen gegen Wilderer

Vor Beginn dieses Programms existierten keinerlei Anti-Wilderei-Patrouillen oder sonstige abschreckende Maßnahmen gegen Elefanten-Wilderei in Myanmar. Unter der Leitung von WWF-Myanmar-Landesdirektor A. Christy Williams wurde im August 2017 damit begonnen, einigen Elefanten GPS-Halsbänder anzulegen und acht Patrouillenteams auszubilden. Die Patrouillen arbeiten hoch professionell nach einem standardisierten System. Durch die empfangenen GPS-Daten wissen die Teams genau, wo die Elefanten und damit auch potenzielle Wilderer sich aufhalten. An bis zu sechzehn Tagen im Monat durchstreifen die Teams diese Gebiete. Dabei hat allein die Präsenz dieser Patrouillen eine abschreckende Wirkung auf Wilderer und rettet so vielen Elefanten das Leben. Mithilfe der Spenden aus Deutschland konnten aber nicht nur GPS-Einheiten angeschafft werden, sondern auch mehrere Ferngläser, drei Motorräder, 25 robuste Outdoor-Smartphones, sechs Solareinheiten und sogar ein Jeep.

Die Öffentlichkeit in Myanmar mobilisieren

Mit der Kampagne „Voices for Momos“ und einer Online-Petition wurde parallel die Öffentlichkeit in Myanmar mobilisiert, um Druck auf die Regierung auszuüben. Auch diese politischen Bemühungen zeigen Erfolg: In Myanmar wird zur Zeit ein neues Gesetz zum Schutz von Wildnis und Artenvielfalt ausgearbeitet. Der WWF hat als einzige Naturschutzorganisation daran mitgearbeitet und dafür gesorgt, dass in dem Gesetz bestehende Schlupflöcher geschlossen werden, die die effektive Verfolgung von Wilderei untergraben könnten. Zum Beispiel gelten nun endlich auch für Medikamente, in denen sich „gewilderte“ Stoffe befinden, keine Ausnahmen mehr. Außerdem wurden die Gefängnisstrafen für Wilderei von sieben auf zehn Jahre erhöht.

„Das war eine der befriedigendsten Naturschutzmaßnahmen, an denen ich bisher beteiligt war.“ konstatiert Amirtharaj Christy Williams. Die Hoffnungen sind nun groß und das Ziel ist klar: In Myanmar soll kein einziger Elefant mehr für dubiose Hautcremes oder Pülverchen sterben müssen.

Unterstütze uns weiterhin dabei und spende für die Rettung der Elefanten!

Der WWF kämpft jeden Tag um das Überleben der Elefanten.

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