Gorilla aus Schlingenfalle befreit

Wilderer jagen in den Wäldern um das WWF-Projekt Dzanga-Sangha auch mit Schlingenfallen. Verfangen sich Gorillas darin, ist es für sie oft das Todesurteil. Außer sie haben Schutzengel – wie Gorillaweibchen Wusa. Wusa konnte sich zwar aus der Schlinge befreien, doch die Drahtschlinge hatte sich tief in das Handgelenk des Menschenaffen geschnitten und schnürte ihren Arm ab. Die klaffende Wunde fing an sich zu entzünden. Eine Verletzung dieser Art führt häufig zum völligen Absterben der gesamten Hand, kann eine Blutvergiftung nach sich ziehen und letztlich das Todesurteil für den Gorilla bedeuten.

Herausforderung im Regenwald – auch für den Spezialisten

Gorilla-Dame Wusa blieb dieses Schicksal erspart. Die WWF-Fährtenleser entdeckten das verletzte Tier und organisierten Hilfe. Aus der Tufts Universität in Massachusetts wurde der Tierarzt Chris Whittier eingeflogen, ein Spezialist für die Behandlung von freilebenden Gorillas. Der Veterinär und das WWF-Team vor Ort standen vor einer großen Herausforderung: Zum einen mussten sie Wusa mit einem Betäubungspfeil ruhig stellen, was im dichten Regenwald alles andere als einfach ist. Zudem galt es, den Silberrücken und die anderen Affen aus der Gruppe von der sedierten Patientin fern zu halten.

Mutter eines Babies – wie hält man den Vater fern?

Erschwerend kam hinzu, dass Wusa die Mutter eines drei Monate alten Gorilla-Babys ist. Das Team wollte sicherstellen, dass dem Nachwuchs während der Behandlung nichts passierte. Mit viel Geduld und dem nötigen Glück gelang die Rettungsaktion. Nach dem die Wildhüter und Tierärzte zwei Tage auf der Lauer gelegen hatten, bot sich die Gelegenheit für einen Betäubungsschuss. Die WWF-Mitarbeiter schafften es zugleich, den Silberrücken auf Distanz zu halten. Der hatte sich sofort seinen Sprössling geschnappt, um ihn zu beschützen. Die gesamte Familie blieb aber in der Nähe der betäubten Gorilla-Mama.

Der rettende Eingriff

Der medizinische Eingriff und die Wundbehandlung dauerten dann nur wenige Minuten. Nachdem man ihr das Gegenmittel verabreicht hatte, war Wusa noch ein wenig benommen, kehrte aber bald zu ihrer Gruppe zurück. Beobachtungen des WWF über die kommenden Tage zeigten, das sich nach der anfänglichen Aufregung das Leben in der Gruppe sehr schnell normalisierte. Die Heilung des Handgelenks macht gute Fortschritte, so dass Wusa außer einer Narbe keine bleibenden Schäden davon tragen wird.

Habituierte Gorillas

Wusa, die von den indigenen BaAka-Fährtenlesern wegen ihres dicken Bauches nach einer großen runden Frucht benannt wurde, ist Teil des so genannten Habituierungsprojektes des WWF. Dabei werden frei lebende Gorillas vorsichtig an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt. Dieser Prozess dauert in der Regel vier bis fünf Jahre. Danach dulden die Menschenaffen kleine Touristengruppen in ihrer Nähe. „Für die Menschen vor Ort ist das wichtig, weil sich so für sie eine Einkommensmöglichkeit bietet. Natur bekommt einen Wert“, sagt die Primatologin Ilka Herbinger vom WWF, die das Gorilla-Projekt in Dzanga-Sangha leitet.

Kriminelle Buschfleisch-Jäger stoppen

Die brutale Jagd mit Schlingen ist eine der großen Gefahren für die Menschenaffen in Zentralafrika. Die Wilderer haben es dabei nicht in erster Linie auf Gorillas abgesehen, sondern sie sind auf so genanntes Buschfleisch aus. Die Schlingfallen töten wahllos alle Tiere, die in sie hineintreten, ob kleinere Waldantilopen oder größere Menschenaffen. Das Fleisch wird auf den lokalen Märkten verkauft. Es wird zunehmend in großem Stil und durch kriminell organisierte Netzwerke in größeren Städten angeboten und inzwischen sogar international gehandelt.

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