Grausamer Fund in Botswana: Fast 90 tote Elefanten

Bei einem Überflug sollen die Überreste von 87 Elefanten im Norden von Botswana entdeckt worden sein. Meldungen zufolge haben Wilderer die Tiere vor etwa zwei Wochen getötet. Den meisten Elefanten wurden die Stoßzähne entfernt. Die Regierung des Landes dementiert den Fund. „Wir müssen die genaue Faktenlage noch prüfen,“ sagt Katharina Trump vom WWF Deutschland. „Es wäre eine der größten Ansammlungen getöteter Elefanten, die bislang auf dem afrikanischen Kontinent entdeckt wurden. In jedem Fall ist die Sache sinnbildlich dafür, wie enorm die Bedrohung der Elefanten durch Wilderei ist und wie erbarmungslos die hochgerüsteten Wilderer überall auf der Welt vorgehen.“ Der WWF hat schon länger Sorge vor einer Ausweitung der Wilderei im südlichen Afrika, denn hier lebt der Großteil der afrikanischen Savannenelefanten.

Einstiger Rückzugsort für Elefanten

Bislang galt Botswana als vergleichsweise sicherer Hafen für Elefanten und die Regierung als unerbittlich im Kampf gegen die Wilderei. Dank des großen, grenzübergreifenden Schutzgebiets KAZA konnten sich Elefanten aus Angola, Namibia und Sambia frei in das sichere Terrain zurückziehen, wie Daten aus GPS-Halsbändern zeigen.

Anhaltende Nachfrage nach Elfenbein

„Der Vorfall erinnert einmal mehr daran, dass die Nachfrage nach Elfenbein – selbst nach der Schließung der Märkte in China – hoch ist“, sagt Katharina Trump. „Für eine wirkungsvolle Eindämmung der Wilderei war dies ein wichtiger Schritt, aber es bleibt noch viel zu tun.“ Das Handelsverbot in China, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt für Elfenbein, trat Ende letztes Jahr in Kraft. Doch vielerorts in Asien werden Figuren, Schnitzereien und Schmuck aus dem weißen Material immer noch als Statussymbol gehandelt.

Globale Lösung gefordert

Am 11. und 12. Oktober findet in London die Konferenz zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels statt. Regierungsvertreter aus aller Welt treffen sich in der britischen Hauptstadt, um über Lösungen für die Wildereiproblematik zu beraten. Zur Bekämpfung von Wilderei und Korruption werden mehr Ressourcen benötigt. Aber auch die Nachfrage nach Elfenbein – und unzähligen anderen, illegalen Wildtierprodukten, für die weltweit Arten der Wilderei zum Opfer fallen – muss durch Aufklärung und bessere Strafverfolgung dringend gesenkt werden.

Nachtrag vom 10.09.2018:
Die botswanische Regierung hat der oben genannten Darstellung inzwischen widersprochen. Anders als die Organisation „Elephants Without Borders“, die die getöteten Elefanten im Rahmen einer Wildtierzählung entdeckte und auf die sich unsere Meldung stützt, gibt die Regierung die Zahl der toten Tiere mit 53 an. Als Todesursache nennt sie Konflikte zwischen Menschen und Elefanten. Welcher Quelle mehr Glauben zu schenken ist, ist aktuell schwer zu beurteilen. Unstrittig ist, dass die Wilderei im südlichen Afrika zuletzt deutlich zugenommen hat. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, werden wir diese hier ergänzen.

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