Nashorn-Tragödie in Kenia: Warten auf Erkenntnisse

Bei einer Nashornumsiedlung zum Aufbau einer stabilen Population im Juni und Juli 2018 sind alle elf Nashörner nach ihrer Freilassung in den hochgesicherten Tsavo East-Nationalpark gestorben.

„Der WWF bedauert den tragischen Tod der Nashörner zutiefst. Das ist ein schwerer Schlag für den Schutz der bedrohten Spitzmaulnashörner und für alle, denen der Artenschutz am Herzen liegt“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland.

Der WWF hat die Umsiedlung als wichtigen Beitrag für das langfristige Überleben dieser Spezies finanziell unterstützt. Für die Planung, Koordination und Durchführung der Umsiedlung selbst war die kenianische Wildtierbehörde Kenyan Wildlife Service (KWS) verantwortlich.

Zu den Vorwürfen, wonach die Umsiedlung auch auf Druck des WWF und trotz Bedenken von KWS-Mitarbeitern durchgeführt worden sei, sagt Christoph Heinrich: „Diese Verantwortung nun auf den WWF abschieben zu wollen, entbehrt jeder Grundlage. Der Zeitpunkt der Umsiedlung lag zu jeder Zeit vollständig in den Händen der Behörde. Wir weisen den Vorwurf entschieden zurück, gegen den Rat der Wildtierbehörde auf einer Umsiedlung bestanden zu haben. Für den WWF stand die Sicherheit der Tiere stets an erster Stelle.

Bis jetzt liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, was genau zum Tod der Nashörner geführt hat. „Wir warten auf den abschließenden Untersuchungsbericht des kenianischen Umweltministeriums und eine klare und umfassende Analyse“, sagt WWF-Vorstand Heinrich weiter.

Nashorn-Umsiedlungen: Die letzte Option

Die Umsiedlung großer Säugetiere ist komplex und birgt Risiken. Spitzmaulnashörner sind jedoch so stark bedroht, dass solche Schutzbemühungen – einschließlich Umsiedlungen aus zu kleinen Schutzgebieten – die einzige Möglichkeit darstellen, die Art dauerhaft zu erhalten.

Im riesigen Tsavo-Nationalpark lebten noch vor 70 Jahren fast 20.000 Nashörner, die dann durch die Wilderei nahezu ausgerottet wurden. In 2017 wurden nur noch 745 Spitzmaulnashörner in Kenia gezählt, 15 davon im Tsavo Nationalpark. Die Umsiedlung der ausgesuchten Tiere in ein speziell gesichertes Kernschutzgebiet im Tsavo Nationalpark sollte den Aufbau einer ausreichend großen Gründerpopulation ermöglichen, um das Überleben der Spitzmaulnashörner in diesem großflächigen und idealen Lebensraum dauerhaft zu sichern.

Der WWF hat deshalb die kenianische Wildtierbehörde KWS bei der Umsiedlung von elf Nashörnern – acht aus dem Nairobi National Park und drei aus dem Lake Nakuru National Park – finanziell unterstützt. Bislang gab es bei über 150 umgesiedelten Tieren in Kenia maximal zwölf Todesfälle, die mit den Umständen der Umsiedlung in Zusammenhang standen.

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