Nashorn-Schmuggel: Kein Ende in Sicht

Keine Entwarnung für Nashörner: Drei aktuell entdeckte Schmuggelfälle zeigen, in welch großen Mengen Rhinohorn nach wie vor aus Afrika nach Asien verfrachtet wird. Dabei sind die Funde nur die Spitze des Eisbergs.

Am 13. Dezember 2018 konfiszierten die türkischen Behörden auf dem Flughafen Istanbul-Atatürk Rhinohorn im Wert von 1,9 Millionen Euro. Eingeführt wurde die verbotene Ware in einer Maschine der Turkish Airlines aus Mosambik. Die Rhinohörner befanden sich im Gepäck eines vietnamesischen Passagiers, der über Istanbul nach Vietnam weiterfliegen wollte. Insgesamt 34 Kilogramm Nashorn-Horn wurden sichergestellt. Die Schmuggler nutzen den Flughafen von Istanbul als Umschlagplatz für ihre heiße Ware auf ihrem illegalen Weg nach Asien. Gerade in Vietnam ist Rhinohorn als traditionelles asiatisches Heilmittel begehrt.

Rhinohorn in Plastikbeuteln

Ende Dezember 2018 wurden in Simbabwe sieben chinesische Staatsbürger im Alter zwischen 23 und 35 Jahren festgenommen, nachdem in ihrem gemieteten Haus in der Stadt Victoria Falls mehr als 20 Kilogramm Nashorn-Horn im Wert von fast 900.000 Euro gefunden wurden. Die Nashornteile waren in Plastikbeuteln und Boxen versteckt.

Spürhund entdeckt Schmuggelware

Am 10. Januar 2019 schließlich hat die südafrikanische Zollbehörde auf dem Flughafen von Johannesburg Nashorn-Horn im Wert von fast 1,5 Millionen Euro beschlagnahmt. Ein Spürhund des Zoll-Teams stöberte die Schmuggelware in einer Frachthalle des Flughafens auf. Die abgesägten Hörner befanden sich, als Dekorationsobjekte deklariert, in vier Boxen unter Holzplatten, Fußmatten und anderem Kram verborgen. Die insgesamt 36 sichergestellten Rhinohörner waren für Dubai bestimmt.

Airport in Alarmbereitschaft

In Südafrika leben rund 80 Prozent aller afrikanischen Nashörner, weswegen im Land auch die meisten Widlereivorfälle auf die Tiere zu verzeichnen sind und ihre Hörner zum Großteil die illegalen Märkte in Asien versorgen. Das Land trägt daher eine besondere Verantwortung für den Schutz der Nashörner und Sicherheits- und Zollbeamte müssen verstärkt Kontrollen durchführen. Im Jahr 2017 (Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor) wurden in Südafrika 1.028 Nashörner gewildert – und damit nur minimal weniger als im Jahr zuvor (1.054).

Verbrechen bekämpfen

Die Situation für Nashörner bleibt daher brenzlig. Deshalb müssen wir noch stärker die Wilderei vor Ort bekämpfen und zugleich die Nachfrage nach Nashorn-Horn in den Abnehmerländern wie Vietnam verringern. Vor allem gilt es, die internationalen Verbrecherbanden, die mit illegalem Artenhandel ein Vermögen verdienen, zu zerschlagen: durch strafrechtlichen Sanktionen, Nulltoleranz gegenüber Korruption und die Unterbrechung der Schmuggel-Routen.

Unterstütze unseren Kampf gegen Wilderei und Schmuggel.

Mit nur 5 € im Monat hilfst du uns als WWF-Fördermitglied, die Wilderei zu bekämpfen, den Handel zu stoppen und die Nachfrage einzudämmen.

Werde Mitglied