Weniger Wilderei: Aufatmen für die Nashörner

Es ist ein großer Erfolg und eine wichtige Verschnaufpause für die Nashörner: In Südafrika hat die Nashorn-Wilderei im letzten Jahr spürbar abgenommen. 769 Nashörner wurden 2018 illegal getötet, berichtet das südafrikanische Umweltministerium. Das sind 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Erstmals seit 2012 liegt die Zahl damit unter der Tausendermarke.

Keine Entwarnung

„Der deutliche Rückgang der Wilderei zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Katharina Trump, Expertin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland, gibt dennoch keine Entwarnung: „Wichtig ist zu verstehen, ob dieser Trend an der effizienten Wildereiabwehr oder einer sinkenden Nachfrage aus Asien liegt. Nur mit der Einstellung des Konsums von Nashorn-Horn können wir sicher gehen, dass die Wilderei nicht wieder zunimmt und das Überleben der Arten langfristig sichern.“

Falsche Medizin

Als wichtigste Ursache der Wilderei gilt die Nachfrage aus Asien, insbesondere in Vietnam und China, wo das Horn der Tiere in der traditionellen Medizin unter anderem als fiebersenkende und krampflösende Arznei gilt. Sogar als Heilmittel gegen Krebs werden Nashorn-Hörner angepriesen und sie gelten als bedeutendes Statussymbol. Dabei bestehen sie lediglich aus Keratin, dem selben Material wie unsere Fingernägel.

Kritische Gesetzeslage

International ist der Handel mit Nashornhorn verboten, der nationale Handel jedoch bleibt den Staaten überlassen. In Südafrika ist der Handel seit 2017 legal, nachdem ein entsprechendes Moratorium aus formalen Gründen vom Verfassungsgericht gekippt wurde. Ein Verbot gilt weiterhin für den Export der Hörner. Insbesondere Nashorn-Farmer setzen sich für eine Lockerung der Ausfuhrregeln ein, da es in Südafrika selbst kaum Nachfrage gibt. Der WWF lehnt das kategorisch ab. Illegale Hörner können so auf legalen Märkten gewaschen werden, was die Nachfrage in Asien anheizen und die Wildereizahlen wieder in die Höhe treiben könnte.

Nashorn-Land Südafrika

Derzeit leben noch rund 25.000 Nashörner auf dem afrikanischen Kontinent, über 20.000 davon in Südafrika. Als besonders kritisch gilt die Situation der vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner, von denen es afrikaweit nur noch gut 5.000 Individuen gibt.

In den vergangenen Wochen hatten bereits Namibia und Simbabwe Wildereistatistiken veröffentlicht. In Namibia wurden demnach seit 2015 im Schnitt 50 Nashörner pro Jahr gewildert, Simbabwe meldete 750 getötete Tiere seit 2000. Damit ist Südafrika sowohl im Hinblick auf die Bestände als auch auf die Wilderei das mit Abstand wichtigste Nashorn-Land.

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