Nepal: Null Wilderei und Straßenbeleuchtung für Tiger

Es ist wie ein kleines Wunder, aber Nepal schafft es, die Wilderei zu bändigen. Die Tigerzahlen steigen. Jetzt gilt es, die neuen Herausforderungen des Erfolgs zu meistern.

Nepal liegt eingebettet zwischen China und Indien inmitten des Himalaja-Gebirges. Die höchsten Gipfel der Welt finden sich hier – und prächtige, subtropische Landschaften wie Terai Arc an der Grenze zu Indien. Hier leben Tiger, Elefanten, Nashörner. Und: es gibt keine Wilderei!

Nepal setzt beim Kampf gegen die Wilderei ein weltweites Beispiel. Seit 2014 wurde kein einziges Tier mehr illegal getötet; ein riesiger Erfolg der Zusammenarbeit von Regierung, Armee, Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen wie dem WWF.

Es werden mehr Tiger

Dafür steigen die Tigerzahlen. Alleine im Chitwan-Nationalpark an der Grenze zu Indien leben 120 Tiere, Tendenz steigend. Es sind so viele, dass Tiger auf der Suche nach Beute und Paarungspartnern in andere Gebiete abwandern. So zum Beispiel ins Parsa-Wildtierreservat und sogar über die Grenze nach Indien ins Valmiki-Tigerreservat. Das Ziel des WWF ist es, die Bedingungen zu schaffen, damit es in Parsa bald statt sieben dann 14 und in  Valmiki statt heute 22 später 33 Tiger sind.

Wenn Tiger wandern, kann es gefährlich werden

Die Entwicklung, dass die gefährdete Großkatze neuen Lebensraum besiedelt und sich dort fortpflanzt, findet jeder Tigerschützer wunderbar. Doch damit sind neue Herausforderungen verbunden. Auf ihrem Weg in neue Lebensräume treffen die Tiger auf Dörfer. Je mehr Tiger unterwegs sind, desto mehr steigt die Gefahr, dass sie Nutz- und Haustiere reißen oder sogar Menschen gefährden. Es kommt zu Tigertötungen aus Rache, Wut, Trauer und Angst. Auch wenn es die größte Raubkatze ist: Bei Mensch-Tier-Konflikten verliert meistens das Tier.

Warum Biogasanlagen und Straßenbeleuchtung dem Tiger helfen

Der WWF arbeitet in Indien und Nepal an der Lösung dieser Konflikte mit wandernden Tigern – vor allem mit Präventivmaßnahmen. Besonders Frauen haben die Tiger zu fürchten, wenn sie in den Wäldern Feuerholz sammeln. Der WWF fördert daher in den Dörfern Biogasanlagen, die mit Rinderdung funktionieren. Durch die alternative Energiegewinnung müssen die Frauen nicht mehr so häufig in den Wald. Begegnungen zwischen Mensch und Tiger werden  seltener – aber auch die Abholzung der Tigerwälder wird vermindert. Dazu ist die Klimabilanz des Biogases deutlich besser. Ein weiterer Ansatz sind Straßenbeleuchtungen: Tiger laufen nun mal ungern im Laternenlicht – und wenn doch, dann sehen Menschen die Tiere früh genug. Zudem hat der WWF Rapid Response Teams aufgestellt, die sofort gerufen werden können und vor Ort sind, wenn es zu Schäden kommt oder ein Tiger sich auffällig verhält. Ein Kompensationsfond soll vom Tiger gerissene Tiere zumindest finanziell ersetzen.

Natürlich wird der WWF auch in Zukunft weiter daran mitarbeiten, dass es bei „null Wilderei“ bleibt. Durch das Unterstützen der über 400 lokalen Antiwilderei-Patrouillen, beim Management der Nationalparks, bei der Rangerausbildung, bei der Umweltbildung.

Weltbester Tigerschutz

Nepal setzt Maßstäbe für Antiwilderei-Arbeit und für den Tigerschutz. Dem Chitwan-Nationalpark wurde inzwischen der Conservation Assured Tiger Standard (CA|TS) verliehen – quasi der Goldstandard des Tigerschutzes. Anhand von 17 Kriterien wird darin festgeschrieben, wie Tigerschutz idealerweise auszusehen hat. Der WWF ist sehr stolz, daran beteiligt zu sein.

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