Illegaler Handel mit Orang-Utans

Abgemagert, mit einer Kette um den Hals und umgeben von Exkrementen und Müll – so fand man das Orang-Utan-Weibchen Kepo in einem Haus im Kubu-Raya-Distrikt südlich der Stadt Pontianak auf Borneo. Ein Schulleiter hatte sie einem Händler in Ketapang als Baby abgekauft und dann jahrelang als Haustier gehalten. 1,5 Millionen Rupien, umgerechnet ca. 94 Euro, war ihm der kleine Menschenaffe damals wert. Zum Glück meldete ein aufmerksamer Bürger den Fall dem WWF Indonesien, der gemeinsam mit der Naturschutzbehörde der Provinz Westkalimantan die Evakuierung von Kepo einleitete.

Nur ein Kavaliersdelikt?

Immer wieder muss die Naturschutzbehörde in Westkalimantan zu solchen Einsätzen ausrücken, allein im Februar und März 2017 wurden sechs Fälle bekannt. Doch wie viele Orang-Utans, die als Haustiere leben müssen, bleiben von den Behörden unentdeckt? Und wie viele werden ins Ausland verkauft, bevor die Einsatzkräfte sie entdecken? Obwohl Orang-Utans auch auf Borneo streng geschützt sind, gelten Wilderei und illegaler Tierhandel hier häufig immer noch als Bagatelldelikte. Theoretisch kann man für das Töten eines Orang-Utans oder für illegalen Handel zwar bis zu fünf Jahre ins Gefängnis kommen, doch viel zu selten wird das hohe Strafmaß auch in die Tat umgesetzt. Eine abschreckende Wirkung bleibt somit aus.

Orang-Utans als Buschfleisch oder Attraktion

Immer wieder enden Orang-Utans auch als sogenanntes Buschfleisch. Zuletzt wurde im Februar 2017 ein grausamer Fall bekannt, bei dem Plantagenarbeiter einen Orang-Utan erschossen. Sie köpften ihn, schlitzten ihn auf und kochten ihn, um ihn anschließend aufzuessen. Der Orang-Utan hatte auf der Palmölplantage offenbar nach Nahrung gesucht, als er selbst den Arbeitern zum Opfer fiel.

Doch die Jagd für Buschfleisch ist nicht das größte Problem. Oft wird gezielt Jagd auf weibliche Orang-Utans gemacht, um an deren Junges zu kommen. Kann die sterbende Mutter ihr Junges nicht mehr festhalten, fällt es vom Baum und wird von den Jägern eingefangen, um es später zu verkaufen. Der illegale Handel mit den niedlichen Orang-Utan-Jungen ist ein lukratives Geschäft. Unter erbärmlichen Umständen werden sie dann als Haustiere gehalten, als Attraktion missbraucht oder an Zirkusse und Eventparks in China, Thailand, Malaysia oder auch Länder der arabischen Halbinsel verkauft. Und das sind keine Einzelfälle.

Menschenaffen als Schmuggelware

Fachleute schätzen, dass jedes Jahr 1000 bis 2000 meist junge Orang-Utans nach Java und Übersee geschmuggelt werden. Die ohnehin vom Aussterben bedrohten Orang-Utans können sich davon nicht schnell genug erholen. Erst mit acht Jahren sind die Weibchen geschlechtsreif, bekommen dann nur alle sechs bis acht Jahre ein Junges, ganz selten auch Zwillinge. Weil die Strafen für Wilderei oft noch viel zu gering sind, sind dringend Schulungen der Richter und Staatsanwälte nötig, denn illegaler Handel mit Wildtieren ist ein Verbrechen. Auch verdeckte Ermittlungen sind ein effektives Mittel, die kriminellen Machenschaften der Wilderer aufzudecken.

Aufklärung und Schutz

Neben der Zusammenarbeit mit der Bevölkerung bildet der WWF Wildhüter aus und baut Anti-Wilderer-Patrouillen auf. Diese sind unverzichtbar, um gegen Wilderei vorzugehen. Das Aussterben der Orang-Utans in den Wäldern Borneos wäre ein unersetzlicher Verlust. Nur gemeinsam können wir verhindern, dass andere Orang-Utans das gleiche Schicksal wie Kepo ereilt!

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Wie schützt man Orang-Utans? Wir haben Dewi Puspita Sari vom WWF Indonesien bei ihrer Arbeit begleitet.

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