Ranger: Es fehlt am Nötigsten

Bereits 2016 veröffentlichte der WWF erstmals eine Studie, für die Ranger in Afrika und Asien zu ihren Arbeitsbedingungen befragt wurden. Mit erschreckendem Ergebnis: Ranger leben gefährlich. Für ihre so wichtige Arbeit verdienen sie zu wenig Geld, sind schlecht versorgt und stehen unzähligen Gefahren gegenüber. Die 2019 veröffentlichte aktualisierte Fassung zeigt: Nach wie vor haben Wildhüter in ihrem Job mit schweren Gesundheits- und Sicherheitsrisiken zu kämpfen.

Ranger sind unverzichtbar für den Artenschutz, sie helfen, die biologische Vielfalt auf der ganzen Welt zu erhalten – zum Wohle aller Menschen. Umso mehr verwundert es, dass nach wie vor nur wenig über die Arbeitsbedingungen der Wildhüter bekannt ist. 2016 brachte die erste vom WWF beauftragte Studie Licht ins Dunkel. Für die aktualisierte Fassung der Studie wurden zwischen 2018 und 2019 7.110 Wildhüter in 28 Ländern befragt.

Ausbildung und medizinische Versorgung

Die Fragen, die den Wildhütern gestellt wurden, deckten eine Vielzahl an Themen ab. Doch es gibt Probleme, die besonders hervorstechen und dringendes Handeln von den Regierungen der Länder, in denen die Ranger eingesetzt sind, fordern. Für viele Ranger beginnen die Probleme bereits mit ihrer Ausbildung. Etwa ein Drittel gab an, dass sie ihre Ausbildung nicht ausreichend auf ihre Arbeit vorbereitet.

Die knappe Mehrheit der Ranger gab an, dass die medizinische Versorgung, die sie erhalten, nicht ausreichend sei. Hier zeigt sich, dass nach wie vor Handlungsbedarf besteht, um den Wildhütern im Notfall schnellstmöglich medizinische Hilfe zukommen lassen zu können. Größtes Problem sind Infektionskrankheiten. Etwa 31 Prozent der Wildhüter gaben an, in den vergangenen zwölf Monaten an Malaria erkrankt zu sein, etwa 22 Prozent litten unter einer anderen Infektionskrankheit.

Mit verantwortlich für die hohen Krankheitsfälle ist die unzureichende Ausstattung der Ranger. Der Studie zufolge hat nur etwa ein Drittel der Wildhüter an den Außenposten Zugriff auf Moskitonetze. Ein Problem, das mit relativ geringem Kosteneinsatz leicht zu beheben wäre und die Krankheitsfälle erheblich reduzieren könnte.

Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist an den Außenposten schlecht: nur 51 Prozent haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Zahl sinkt während aktiver Patrouillen-Arbeit auf drastische 43 Prozent.

Schlechte Ausrüstung, inadäquate Bezahlung

Selbst an der grundlegenden Ausrüstung mangelt es: Etwa die Hälfte der Befragten gab an, dass Uniform und Stiefel für ihre Arbeit nicht geeignet seien. Mängel, die noch größer werden, angesichts der immensen Entfernungen, die die Ranger in der Regel bei ihrer Arbeit zurücklegen.

Die Tatsache, dass 32 Prozent der befragten Wildhüter angaben, während der Patrouille keinen Zugang zu Kommunikationsgeräten zu haben, schockiert und überrascht zugleich. Dass die Ranger nicht in der Lage sind, im Falle einer Begegnung mit Wilderern in Echtzeit Hilfe holen zu können, macht einen bereits gefährlichen Job noch viel riskanter.

Gerade angesichts der vielen beschriebenen Mängel ist es alarmierend, dass eine beträchtliche Mehrheit der Ranger keinen Versicherungsschutz hat, der schwere Verletzungen oder gar den Tod abdecken würde. Dramatisch nicht nur für den Betroffenen selbst, sondern auch für dessen Familie.

Insbesondere die staatlichen Arbeitgeber der Ranger sind nun in der Verantwortung, diese Mängel schnellstmöglich zu beseitigen. Der WWF sieht es als große Dringlichkeit an, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Ranger zu verbessern, ihnen bessere Ausrüstung, Ausbildung, medizinische Versorgung und Bezahlung zukommen zu lassen. Nur so können die Wildhüter als Teil der Arbeit für den Artenschutz helfen, die Biodiversität zu bewahren und Wilderei zu stoppen.

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