“Auf einen Schlag verloren wir 106 Elefanten”

Bislang galten die Elefanten-Bestände im Hwange-Nationalpark als stabil. Doch das ändert sich, seitdem sich die Wilderei-Krise in Afrika auch auf Simbabwe ausgeweitet hat. Mit welchen Maßnahmen die Wildtiere beschützt werden sollen, wie die Arbeit eines Rangers aussieht und wie Deutschland helfen kann, erklärt Phillip Tapera K., Wildtierspezialist vom WWF Simbabwe.

Kannst du kurz erklären, was es mit dem Hwange-Korridor-Projekt auf sich hat?

Phillip Tapera K.: Im Rahmen des so genannten Hwange Sanyati Biological Corridor Projektes errichten wir einen Wildtierkorridor. Wir verbinden dafür die ökologisch besonders wichtigen Regionen miteinander. Anders gesagt: Wir arbeiten daran, den Wald soweit wieder herzustellen, dass eben jene Bufferzonen entstehen, die für die Tiere so wichtig sind. Das ist von immenser Bedeutung für die biologische Vielfalt im Hwange-Nationalpark. Hier leben etwa 45.000 Elefanten. Es gibt aber auch andere selten gewordene Tiere wie Löwen und Wildhunde. Sie alle profitieren von unserer Arbeit.

Was sind deine Aufgaben im Hwange-Nationalpark?

Ich arbeite schon seit über 10 Jahren mit Wildtieren zusammen. In dieser Zeit war ich in mehreren Parks in Simbabwe auf ganz verschiedenen Positionen tätig. Seit über einem Jahr bin ich als Experte für Wildtiere im Hwange-Nationalpark für die Schutzmaßnahmen verantwortlich. Ich kümmere mich dabei vor allem um die besonders bedrohten Arten.

Und wie genau sieht deine Arbeit aus?

Mein Hauptfokus liegt darin, den Schutz der Tiere zu optimieren. Derzeit bauen wir ein neues Kommunikationssystem auf und vernetzen unsere Einheiten. Wir stehen aber noch am Anfang, weil oftmals zu wenig Ausrüstung für die Ranger vorhanden ist.

War es schon immer dein Wunsch, für den Umweltschutz zu arbeiten?

Auf jeden Fall. Den größten Teil meiner Kindheit habe ich in Hwange und Gonarezho, zwei der größten Nationalparks in Simbabwe verbracht. Mein Vater, der über 40 Jahre als Parkleiter arbeitete, hatte mir alles gezeigt, was ich wissen muss.

Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit?

Meine Arbeit gibt mir jeden Tag etwas zurück: Ich bin viel draußen im Feld, kann die Landschaft genießen und bin täglich Zeuge der wundervollen Natur. Und es erfüllt mich mit großer Zufriedenheit zu wissen, dass meine Arbeit dem Überleben einer so bedeutenden Tierart, wie den afrikanischen Elefanten, hilft. Diese sind in den letzten Jahren immer stärker von Wilderei-Banden bejagt worden, dass sie nun diesen Schutz benötigen.

Hast du schon direkt mit Wilderern zu tun gehabt?

Leider ja. Das war 2013 als der Hwange-Park seinen schlimmsten Wildereifall erlebte. Auf einen Schlag verloren wir 106 Elefanten. Die Wilderer hatten mit Zyanid vergiftete Salzlecksteine ausgelegt. Wir konnten nichts mehr für die Elefanten tun, außer alles zu dokumentieren und uns mit allen zuständigen Einheiten in Verbindung zu setzen. Am Ende konnten wir zumindest helfen, die Wilderer zu fassen.

Was sind die größten Herausforderungen in deinem Beruf?

Hwange ist riesig – fast halb so groß wie Belgien. Die Grenzen zum Park sind jedoch nicht gesichert. Hinzu kommt, dass es auch unwegbare Teile des Parks gibt, die nur sehr schwer erreichbar sind. Uns fehlen zudem robuste Fahrzeuge. Vor allem aber müssen wir die Kommunikation verbessern, damit wir die Teams von der Basis aus mit Informationen versorgen können.

Wie wichtig ist der Kontakt zur lokalen Bevölkerung?

Ein wichtiger Teil unseres Jobs besteht darin, Mensch-Wildtierkonflikte zu vermeiden. Daher ist der Kontakt vor allem zu den Tsholotsho- und Hwange-Gemeinden sehr eng. Es kommt immer wieder vor, dass Elefanten die Felder plündern, dann müssen wir schnell hin. Wir werden die Bestände der Wildtiere nicht erhöhen, wenn wir nicht eng mit den Menschen zusammenarbeiten. Ohne ihre Mitarbeit und ihr Verständnis werden wir nichts erreichen.

Und was denkt deine Familie über deinen Job?

Ich lebe schon seit mehreren Jahren mit meiner Familie hier im Busch – und wir lieben es. Die etwas entferntere Familie ist sehr stolz auf uns und unsere Naturschutzarbeit. Ich halte die Geschichte unserer Familie in Ehren. Wir waren schon immer sehr eng mit der Natur verbunden.

Wie können die Menschen in Deutschland dabei helfen, die Elefanten zu beschützen?

Wir brauchen finanzielle Unterstützung, damit wir das Erreichte sichern können. Unsere Ranger benötigen dringend bessere Ausrüstung. Die Unterstützung aus Deutschland hilft uns dabei, dieses Paradies zu bewahren. Eigentlich sollte am besten jeder aus Deutschland diesen Park einmal gesehen haben. Wir laden alle ein, zu kommen.

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Ausbildung

Wir schulen Anti-Wilderer-Patrouillen im Hwange-Nationalpark.

Ausrüstung

Wir bauen ein neues Kommunikationsnetzwerk auf.

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