Rotes Elfenbein: Komischer Vogel stark bedroht

Schon einmal von Rotem Elfenbein gehört? Das wertvolle Material ist in Wildererkreisen begehrt. In den vergangenen Jahrzehnten nahm die Nachfrage danach immer mehr zu. Rotes Elfenbein stammt vom Schnabel des Schildhornvogels und wird aufgrund seiner Eigenschaften für feine Schnitzereien verwendet. Aus Rotem Elfenbein werden Perlen, Anhänger und kunstvoll geschnitzte Dekorationsobjekte gefertigt. Bereits zu Mingzeiten wurde das Horn nach China exportiert, um Gürtelschnallen und andere Luxusgüter anzufertigen. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre erlebte der Handel mit dem Roten Elfenbein, das wertvoller ist als das Elfenbein von Elefanten, einen regelrechten Boom. Die Gier nach diesen Luxusartikeln hat dazu geführt, dass der Vogel seit 2015 als vom Aussterben bedroht gilt.

CITES-Diskussion zum Schutz des Schildhornvogels

Auch auf der Internationalen Artenschutzkonferenz CITES Ende August in Genf stand der Vogel auf der Agenda. Eine Arbeitsgruppe diskutierte über die Zukunft des Vogels mit dem massiven, „behelmten“ Schnabel. Ergebnis: Die Staaten, in denen der Schildhornvogel heimisch ist und Staaten, in denen Rotes Elfenbein gehandelt wird, müssen nächstes Jahr über ihre Fortschritte bei der Umsetzung von Schutzmaßnahmen berichten. Außerdem sollen umfassende Rechtsvorschriften erlassen werden, das Ausmaß der Wilderei sowie die physischen und Online-Märkte überwacht und vor allem die Durchsetzungsmaßnahmen verbessert werden.

Lauteste Stimme im Regenwald

Der Schildhornvogel (Rhinoplax vigil), auch Schildschnabel genannt, ist in Südostasien Zuhause und lebt vor allem in Indonesien, in Myanmar und Malaysia. Der Ruf des bis zu drei Kilogramm schweren Vogels gehört im tropischen Regenwald Südostasiens zu den lautesten Rufen der Tierwelt; er ist noch in zwei Kilometern Entfernung zu hören. Auf seinem Schnabel trägt der Vogel einen Hornaufsatz, der etwa zehn Prozent seines Körpergewichts ausmacht. In seinem Lebensraum spielt der Schildhornvogel eine wichtige Rolle: er verteilt Samen von einer Reihe von Pflanzenarten. Die Vögel haben besondere Ansprüche an ihren Lebensraum – sie leben im Regenwald und brüten in Höhlen in den Stämmen riesiger Urwaldbäume. Die Höhlen müssen groß sein und werden von den Vögeln nicht selbst angefertigt. Sie entstehen zum Beispiel durch Spechte oder Pilzinfektionen im Baum. Ein Prozess, der Jahre dauert.

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