Globaler Schlag gegen die Wildtiermafia

Innerhalb nur weniger Tage haben Zollfahnder und Strafvollzugsbehörden in Asien und Afrika gleich mehrere große Mengen an Nashorn und Elfenbein aufgegriffen. Die aktuellen Fälle mit Verbindungen zwischen Thailand, Vietnam, Gambia, Malawi und Kamerun dokumentieren eindrucksvoll, wie vernetzt die Wildtiermafia arbeitet.

In Thailand fanden die Beamten bei einer zufälligen Routine-Untersuchung in zwei verschiedenen Hartschalenkoffern insgesamt 21 Nashörner mit einem Gesamtgewicht von insgesamt 50 Kilogramm. Die beiden Koffer gehörten zwei Thailänderinnen, die aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba geflogen kamen. „Der Größe der Hörner nach zu urteilen, ist es klar, dass die getöteten Nashörner sehr groß waren“, erklärte Somkiat Soontornpitakkool vom thailändischen Umweltministerium. „Dieser Aufgriff ist der größte der letzten fünf bis zehn Jahre.“ Der Wert des Fundes wird auf 5 Millionen Dollar geschätzt.

Erst wenige Tage zuvor wurden in Thailand 422 Stoßzahnteile konfisziert. Das Elfenbein mit einem Gewicht von 33 Kilogramm wurde in einem Container gefunden. Die Fracht, die mit der Aufschrift: „Schwere Steine“ versehen war, kam aus Malawi. Beamte durchsuchten die Container, weil Malawi seit einigen Jahren als wichtiger Teil der internationalen Elfenbeinschmuggelroute gilt. Nach der Konfiszierung der Fracht wurde ein Gambischer Staatsbürger festgenommen, auf dessen Namen die Lieferung ausgestellt war.

Auch in Hanoi ist den Zollbeamten ein Schlag gegen die Wildtiermafia gelungen. Am Noi Bai-Flughafen wurden gleich 118 Kilogramm Nashorn aufgegriffen. In zwei verschiedenen Koffern wurden einmal 61 und einmal 57 Kilogramm entdeckt. In diesem Fall kamen die beiden Passagiere aus der kenianischen Hauptstadt Nairobi.


Doch nicht nur Asien konnten Erfolge gegen die Wildtiermafia gefeiert werden. Auch in Afrika ist ein Schlag gegen den Elfenbeinhandel geglückt. In Kamerun wurden in einem LKW 159 Stoßzähne gefunden. Daraufhin wurden drei Männer verhaftet, die auf dem Weg nach Norden waren, wohl um das Elfenbein nach Nigeria zu schmuggeln.

Trotz dieser Erfolge bleibt die Lage der im Fokus stehenden Wildtierarten in Afrika dramatisch: innerhalb von nur 24 Stunden wurden in Südafrika Anfang März 2017 beispielsweise 13 Nashörner getötet. Dies zeigt, dass die erfolgreiche Strafverfolgung und Aufdeckung des illegalen Handels ein essenzieller Teil der Anti-Wildereiarbeit ist. Aber mindestens genauso wichtig ist es, den Tod der Tiere für medizinischen Irrglauben und Statussymbole zu verhindern. Stopp Wilderei weltweit!

Bildnachweis: © Imago

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