Schüsse auf Ranger: Alarmierender Vorfall in Kambodscha

Am Dienstag, 29. Januar 2019, wurde Cheng Chanthy, ein Ranger in der kambodschanischen Provinz Mondulkiri von Wilderern angeschossen. Die Brutalität, mit der die Täter gegen die Wildhüter vorgingen, ist alarmierend. Der WWF fordert eine rasche Aufklärung und konsequente Strafverfolgung und möchte sein tiefes Mitgefühl für den verletzten Wildhüter zum Ausdruck bringen. Jeden Tag setzen weltweit Ranger ihr Leben aufs Spiel, um Wälder und Wildtiere zu schützen.

Schusswechsel im Schutzgebiet

Es geschah um etwa drei Uhr morgens. Cheng Chanthy war im Srepok Wildlife Sanctuary mit fünf weiteren Kollegen auf nächtlicher Patrouille im Wald, als sie plötzlich auf eine gleich große Gruppe von Wilderern stießen. Beim folgenden Schusswechsel wurde Cheng Chanthy in den Oberschenkel getroffen. Seine Kollegen brachten ihn ins Krankenhaus.

Glücklicherweise verursachte der Schuss nur eine Fleischwunde, dem Ranger geht es den Umständen entsprechend gut und seine Wunde sollte in etwa einem Monat verheilt sein.

Unter Einsatz ihres Lebens

Die illegalen Machenschaften in unseren Wäldern müssen sofort gestoppt werden. Sie sind eine Gefahr für die Artenvielfalt UND die Menschen“, betont Seng Teak vom WWF Kambodscha. „Wir fordern die Ermittlung, Verhaftung und Verurteilung der Täter.“

Der WWF arbeitet eng mit der kambodschanischen Regierung zusammen und unterstützt die staatlichen Ranger. Überall, wo sie die wertvolle Natur des Landes vor Wilderei und illegalem Holzeinschlag bewahren, müssen sie sich der Gefahr durch skrupellose Wilderer bewusst sein und ihnen bestmöglich ausgebildet und ausgerüstet gegenüber treten können.

Kein Einzelfall

Mondulkiri ist eine der artenreichsten Regionen Kambodschas und liegt etwa sechs Autostunden nordöstlich der Hauptstadt Phnom Penh. Es ist nicht das erste Mal, dass hier Ranger in die Schusslinie von Wilderern geraten sind. Anfang 2018 wurden ein Ranger, ein Militäroffizier und ein Mitarbeiter der Naturschutzorganisation Wildlife Conservation Society bei einer Feldpatrouille erschossen. Der Dreifachmord ereignete sich im Keo Siema Wildlife Sanctuary, einem weiteren Schutzgebiet der Provinz Mondulkiri. Bereits Ende 2015 waren außerdem zwei Ranger im Norden Kambodschas während einer Patrouille im Waldschutzgebiet Preah Vihear getötet worden.

Anerkennung und Sicherheit für die Wildhüter

Die Bedingungen, unter denen Ranger nicht nur in Kambodscha, sondern weltweit leben und arbeiten, müssen sich dringend verbessern. Der tägliche Einsatz für den Schutz der Natur muss durch angemessene Gehälter, Versicherungen und eine professionelle Ausrüstung entsprechend gewürdigt und das Berufsbild des Wildhüters aufgewertet und ernst genommen werden.

Mit nur 5 € im Monat hilfst du uns als WWF-Fördermitglied, die Wilderei zu bekämpfen und die Ranger weltweit besser auszurüsten.

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