Sin Cities: Die grausamen Wildtiermärkte in Myanmar

Abgetrennte Tigerpfoten und ganze Tigerköpfe, gefaltete Elefantenhaut, Gürteltierschuppen in Säcken und lebendige kleine Bären in engen Käfigen: Ganz offen bieten Händler auf Decken und Tischen, an Ständen und in kleinen Geschäften ihre erschreckende Ware feil. Alles scheint möglich und nahezu alles scheint erhältlich im sogenannten Goldenen Dreieck zwischen Myanmar, Laos und Thailand. Für einen Tigerpenis beispielsweise können die Händler umgerechnet knapp 1000 Euro verlangen. Beliebt ist auch das sogenannte Tigerblut: Eingelegte Tigerskelette in einer Art Aquarium. Zapft man sich hier einen Drink, soll dieser angeblich aphrodisierend wirken.

Kontrollen gibt es kaum, die Grenzregion hat sich zu einem nahezu gesetzlosen Umschlagplatz entwickelt. Und Myanmar, das größte Land Südostasiens, ist längst Hotspot und wichtiger Knotenpunkt des illegalen Wildtierhandels.

Mong La: Die Sündenstadt

Der älteste und wohl bekannteste Wildtiermarkt liegt in der Stadt Mong La im Norden Myanmars. Wie in der gesamten Region ist hier alles darauf ausgerichtet, mit Touristen und Geschäftsleuten aus dem nahen China Geld zu verdienen und die vorherrschende Armut zu bekämpfen. So reiht sich neben unzähligen Casinos und Bordellen auch ein Wildfleisch-Restaurant ans andere und der Handel mit exotischen Tieren und ihren Körperteilen blüht. Dabei sind die das Stadtbild dominierenden Chinesen längst nicht die einzigen Abnehmer. Innerhalb des Goldenen Dreiecks werden die Wilderei-Produkte auch durch Thailand und Laos nahezu mühelos über die Grenzen geschmuggelt und in die ganze Welt verkauft, selbst nach Europa und in die USA.

Kein Halt vor geschützten Arten

Im Norden Myanmars, wie auch auf thailändischer und laotischer Seite wurde einst eine Sonderhandelszone eingerichtet, um mit chinesischen und anderen ausländischen Investoren die Wirtschaft anzukurbeln. Leider hat das Tür und Tor geöffnet für den illegalen Wildtierhandel. Internationale Schutzbestimmungen scheinen ausgehebelt. Schätzungsweise ein Drittel aller gehandelten Tigerprodukte weltweit nimmt seinen Weg über Myanmar. Mong La spielt eine Schlüsselrolle beim Kauf und Verkauf von Großkatzen und anderen bedrohten Arten. Etwas weiter südlich liegt der Markt von Tachilek, der dem in Mong La kaum nachsteht, und entlang der Grenzen im Goldenen Dreieck finden sich auch auf laotischer und thailändischer Seite zahlreiche weitere Wildtiermärkte, auf denen die internationale Nachfrage nach Exoten aus der Tier- aber auch Pflanzenwelt und ihren Derivaten befriedigt wird – als Schmuck, Talisman, Delikatesse oder vermeintliche Medizin.

Ein Licht am Horizont – und noch ganz viel Dunkel

Es ist ein Signal für das gesamte Goldene Dreieck: Myanmars Regierung hat im Frühjahr 2016 angekündigt, den berüchtigten Wildtiermarkt in Mong La endlich zu schließen. Der WWF wird nun alles dafür tun, dass dieser Ankündigung weitere Taten folgen – und ist einem ehrgeizigen Ziel einen wichtigen Schritt näher gekommen: In einer scheinbar unkontrollierten Region durch mehr staatliche Übersicht, eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und bessere Strafverfolgung dem illegalen Wildtierhandel bald ein Ende zu setzen. Der WWF setzt sich dafür ein, dass bis zum Jahr 2020 alle Märkte im Goldenen Dreieck geschlossen werden – und kämpft für strenge internationale Regelungen und ihre Durchsetzung weltweit, damit an keinem Ort dieser Erde mehr solch grausame Ware gehandelt werden kann.

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