Souvenir-App: Im Urlaub nicht zum Schmuggler werden

Schmuck aus bestimmten Korallen, Orchideen im Topf, Schnitzereien aus Schildpatt, zu viele Riesenmuscheln oder Stör-Kaviar: Oft wissen Touristen gar nicht, dass verboten ist, was sie aus dem Urlaub mitbringen. Sie werden ungewollt zu Schmugglern ihrer Souvenirs und riskieren empfindliche Strafen. Schlimmer noch: Sie machen sich – viel zu häufig unbewusst – mitschuldig an der Ausbeutung von Arten. Davor soll der WWF-Souvenirratgeber schützen, den es jetzt auch als App fürs Smartphone gibt.

Am Flughafen erwischt

Jedes Jahr beschlagnahmt der deutsche Zoll unzählige verbotene exotische Souvenirs aus den Koffern von Touristen. Auf Märkten und an den Stränden vieler Urlaubsorte locken harmlos wirkende Andenken, für die teils illegal Tiere getötet oder Pflanzen gesammelt wurden und deren Einfuhr gegen internationale Artenschutzgesetze verstößt. Über 35.000 Tier- und Pflanzenarten stehen durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES und deutsche Gesetze unter Schutz. „Auch kleine und unscheinbare Arten können bedroht und deshalb geschützt sein“, warnt Katharina Trump, Referentin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland.

WWF-App: Souvenirratgeber

Rot bedeutet „Finger weg“, Gelb verlangt nach Genehmigungen, Grün kann man bedenkenlos kaufen: Ein einfaches Ampelsystem hilft dem Nutzer der WWF-App, nicht zum falschen Souvenir zu greifen. Mit dem Kauf des richtigen Souvenirs dagegen kann man die Natur im Ursprungsland schützen und die lokalen Märkte und Händler unterstützen. Eine gedruckte Kurzversion des Souvenirratgebers im Hosentaschenformat kann auch beim WWF bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Die App im Google Play Store >>>

Der Ratgeber als PDF >>>

Es sind nicht nur die Souvenirs

Viele haben vielleicht noch die Bilder des Hais im Kopf, der an einem Strand der Dominikanischen Republik qualvoll verendete. Touristen hatten ihn aus dem Meer gezogen, um sich mit ihm zu fotografieren. Ganz so dramatisch muss es gar nicht sein. Doch neben den falschen Souvenirs können auch die falschen Freizeit-Aktivitäten im Urlaub Arten gefährden. Abgesehen vom Tierwohl werden hierfür allzu oft Tiere aus der Natur gefangen oder die Einrichtungen verschleiern im schlimmsten Fall illegalen Artenhandel.

Das Selfie-Problem

Ob Selfies mit vermeintlich gezähmten Wildtieren, Spaziergänge mit Löwen und Tigern oder rein kommerzielle Unterhaltungsshows mit Affen oder anderen wilden Tieren: Wer hier mitmacht, hält die Nachfrage hoch. Man sollte also nicht nur darauf achten, was man kauft, sondern auch angebotene Attraktionen mit Wildtieren kritisch hinterfragen.

Die WWF Souvenir-App ist kostenlos und wurde gefördert vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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