Tiger in Südostasien: Grund zur Sorge – und ein wenig Hoffnung in Myanmar

Während Länder wie Nepal, Indien und Russland zuletzt ermutigende Erfolge beim Tigerschutz vermelden konnten, ist die Lage in vielen Ländern Südostasiens weiterhin besorgniserregend: Die Bestandszahlen gehen zurück oder es fehlen belastbare Zahlen. Grund sind vor allem Defizite im Management der Schutzgebiete. Das konstatierten die dreizehn Tigerstaaten, die sich am 28. und 29. Januar 2019 zur dritten Tiger-Konferenz in Neu Delhi trafen. Sie forderten außerdem, diese Defizite unverzüglich zu beseitigen.

Jeden Tag sterben zwei Tiger durch Wilderei

Weniger als 4.000 freilebende Tiger gibt es noch auf der Welt. Wilderei und Lebensraumverlust zählen zu den größten Bedrohungen, besonders in Südostasien. So ist der Bestand zum Beispiel in Malaysia offenbar rückläufig. Auch wenn die Zählungen noch nicht ganz abgeschlossen sind, deutet sich bereits jetzt an, dass es nur noch weniger als 200 Tiger in Malaysia geben könnte – gegenüber früheren Schätzungen von 250 bis 340 Tieren.

In Kambodscha tappte der letzte Tiger 2007 in eine Kamerafalle und auch in Vietnam gilt der Tiger als ausgestorben. In Thailand scheinen die Zahlen immerhin stabil.

Wieder da: Tiger in Myanmar

Ermutigende Nachrichten gibt es aus Myanmar. Hier wurde seit 2014 kein Tigernachwuchs mehr gemeldet und Tiger galten bereits als ausgestorben. Doch aktuell tappten wieder 22 Tiger in die Kamerafallen der Tigerschützer, und es könnten sogar noch mehr sein. Das Gebiet, in dem die Tiger in die Kamerafallen liefen, umfasst nämlich nur 10 Prozent des potenziellen Tiger-Lebensraums. Sogar Nachwuchs konnte an drei Stellen des erfassten Gebietes dokumentiert werden.

Auf den Bildern der Wildkameras waren allerdings auch immer wieder Wilderer zu sehen. Der Erfolg des Tigerschutzes hängt in Myanmar am seidenen Faden, doch wenn in Zukunft in die Ausbildung von Rangern und den Schutz des Lebensraumes der Tiger investiert wird, gibt es guten Grund zur Hoffnung.

Die Tiger-Konferenz hat sich 2010 mit dem Ziel gegründet, die Zahl der Tiger bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln. 2022 ist laut chinesischem Kalender das Jahr des Tigers.

„Länder wie Indien, Nepal und Russland haben gezeigt, dass der Bestand des Tigers sich erholen kann und die Herausforderungen durch Wilderei, Finanzierung und Erhaltung der Lebensgrundlagen mit starkem politischem Engagement überwunden werden können“, so Kathrin Hebel, Tigerexpertin des WWF Deutschland. Nepal gilt als das Vorzeigeland des Tigerschutzes, weil es seinen Bestand seit 2009 bis 2018 bereits verdoppeln konnte. Bleibt zu hoffen, dass Myanmar auch in Zukunft Nepals gutem Beispiel folgt.

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