Thailand: Menschen für den Tiger gewinnen

Was für eine traurige Bilanz: Nur noch etwa 200 Tiger leben heute in den Wäldern Indochinas. Sie wurden aus ihrem Lebensraum vertrieben, von Wilderern ermordet oder fanden keine Beute mehr. Lange schien diese Entwicklung unaufhaltsam. In Kambodscha gilt der Tiger als ausgestorben. In Laos und Vietnam geht man von nicht mal mehr fünf Individuen aus, die es dort noch geben könnte.

Lohn der geduldigen Tiger-Arbeit

Doch es gibt auch gute Nachrichten aus der zwischen Thailand und Myanmar liegenden Dawna-Tenasserim-Landschaft. Kamerafallen-Bilder aus den thailändischen Nationalparks Mae Wong und Khlong Lan zeigen Tigermütter mit Jungtieren – und viele unterschiedliche Beutetiere, die Tiger zum Überleben brauchen. Zumindest auf thailändischer Seite scheinen sich die Tiger-Populationen mehr und mehr zu erholen. Es ist der Lohn jahrelanger, geduldiger Arbeit. Seit 23 Jahren engagiert sich der WWF Thailand für den Schutz der Tiger und anderer bedrohter Arten in dieser Region. Stets geleitet von dem Ansatz, dass Tiger, Elefanten und andere Tiere nur mit den Menschen vor Ort geschützt werden können.

Kamerafallen-Bilder aus dem Mae Wong-Nationalpark


In den Dörfern rund um die Nationalparks Mae Wong, Khlong Lan und Kuiburi wurde das Community Outreach-Programm entwickelt. Was zunächst als ein Experiment begann, wurde in den letzten Jahren zu einem Erfolgsmodell und auf seine Weise zu einer Art Lebensversicherung für die Tiger. Das Outreach-Programm zeigt dabei vor allem, dass der wesentliche Faktor im Tigerschutz stets eine Verhaltensänderung der Menschen ist.

Das Ziel: Sozialer Druck auf die Wilderer

Vertrauensarbeit ist dabei der Schlüssel. Vor allem zwischen der lokalen Bevölkerung und den Parkverwaltungen der Schutzgebiete, mit dem Ziel, die Dörfer und Gemeinden als aktive Partner für den Schutz ihres Parks zu gewinnen. Ein wesentliches Element dabei ist es, die Gemeinden so zu sensibilisieren, dass sie am Ende aus sich heraus sozialen Druck gegen Wilderer aus den eigenen Reihen aufbauen.

Wilderei-Rückgang um 70 Prozent

Das Programm ist eine von ganz wenigen Umweltbildungsinitiativen weltweit, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Allein im Kuiburi-Nationalpark haben die Projektmitarbeitet in 116 Informationsveranstaltungen mit Bauern, Schulen und lokalen Entscheidungsträgern über 7300 Menschen direkt erreicht. In 24 Dörfern (das sind 83 Prozent) innerhalb der Fünf-Kilometer-Zone um den Nationalpark fand mindestens einmal eine Veranstaltung statt. Und der Erfolg? Die Wilderei ist seit Beginn der Maßnahme um mehr als 70 Prozent zurückgegangen – und zwar ohne Intensivierung der Patrouillen, ohne polizeiliche oder gar militärische Maßnahmen.

Es scheint sinnvoll, diesen Ansatz auch in weiteren Tigergebieten Südostasiens zu verfolgen.

Doch gerade Skandale wie um den Tigertempel in Thailand zeigen, dass der Kampf gegen Wilderei, Wildtierhandel, Korruption, Ignoranz, Gier und Kriminalität noch längst nicht gewonnen ist, sondern im Gegenteil noch sehr lange dauern wird. In dem sich öffnenden Myanmar gilt es, Perlen der Natur vor kurzfristigem ökonomischen Denken und Handeln zu retten. Und die schändliche Rolle des Landes als Drehscheibe des illegalen Wildtierhandels zu beenden.

Der Tigerschutz wird ein erweitertes Outreach-Programm brauchen, langen Atem und starke Förderer. Umso mehr helfen Erfolge wie dieser: Die myanmarische Regierung hat kürzlich bekannt gegeben, den berüchtigten Wildtiermarkt Mong La an der myanmarisch-chinesischen Grenze schließen zu wollen.

Ein weiterer Schritt auf einem langen Weg.

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