Tigerhandel in Europa muss ein Ende haben

Tiger werden trotz Artenschutz auch in Europa gehandelt – und getötet. Der WWF fordert: Das muss ein Ende haben.

Tiger werden zu vermeintlichen Wundermitteln verarbeitet – auch mitten in Europa. Bei einer Razzia Mitte Juli 2018 machte die tschechische Polizei einen grausamen Fund: Ein toter Tiger, Tigerteile in einer Kühltruhe, lebendige Exemplare in einem Käfig. Tigerfelle und in Alkohol eingelegte Tigerknochen, sogenannter Tigerwein. Woher die Tiere genau kommen, weiß man bisher noch nicht.

In den Kühltruhen entdeckten die Beamten auch Körperteile geschützter Tiere wie Biber und Eisvogel. Es wurde 71.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Drei Personen wurden festgenommen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Über 8.200 illegale Tigerprodukte

Der aktuelle Fall aus Tschechien ist der größte, der in Europa bisher aufgedeckt werden konnte. Aber nicht der einzige: Nach Recherchen der Organisation „Vier Pfoten“ wurden zwischen 1999 und 2016 mehr als 8.200 illegale Tigerprodukte wie Tiger-Suppenwürfel, Zähne und Krallen in der EU beschlagnahmt. „Private Zucht und der Verkauf von Tieren werden offensichtlich zu wenig kontrolliert“, sagt Tiger-Expertin Kathrin Hebel vom WWF Deutschland. Niemand kann derzeit sagen, wie viele Tiger in Europa gehalten, wohin sie verkauft werden, was nach ihrem Tod mit ihnen passiert. „Wir können nur spekulieren, wie viele Tiger, Löwen oder andere Großkatzen bei privaten Haltern und Züchtern leben“, sagt Hebel weiter.

Allein in Tschechien sollen es Schätzungen zufolge 250 Großkatzen bei privaten Haltern sein. Die tschechische Regierung hat als erste Gegenmaßnahmen einen Exportstopp für lebende Tiger in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union verkündet.

Handel mit Tigerteilen ist ein weltweites Problem

Schutz der Tiger in freier Wildbahn wird untergraben

Die EU muss endlich reagieren und verbieten, was verboten gehört“, fordert Hebel. Laut dem Washingtoner Artenabkommen CITES dürfen Tiger aus freier Wildbahn nicht gehandelt werden. Allerdings gibt es viele Schlupflöcher und Lücken. So ist der Handel mit Tigern aus Nachzuchten unter bestimmten Umständen zumindest nicht illegal. Und genau da ist für Kathrin Hebel das Problem. „Spätestens nach dem Fall in Tschechien müssen wir davon ausgehen, dass in Europa Tiger zum Teil gezüchtet werden, um sie für illegale Zwecke nach Asien zu exportieren.Und dieser Handel untergräbt den Schutz jedes Tigers in freier Wildbahn. Alles andere als ein glasklares Verbot jeglichen kommerziellen Handels befeuert weiterhin den illegalen Wildtierhandel – je größer das Angebot, desto mehr Interesse des organisierten Verbrechens besteht, auch eine entsprechende Nachfrage aufrecht zu erhalten. Deswegen fordert der WWF, jegliche Form von kommerziellem Tigerhandel weltweit zu verbieten. Dazu gehört auch die schrittweise Schließung von Tigerfarmen, wie sie vor allem in China, Laos, Vietnam und Thailand existieren. Aber auch die EU-Mitgliedstaaten und Länder wie die USA dürfen dabei nicht durch das kritische Raster fallen.

In Asien werden hohe Preise für Wildtierprodukte wie Tigerteile oder Nashorn-Horn gezahlt, da ihnen heilende Kräfte nachgesagt werden. Dieser Aberglaube ist dort seit Jahrhunderten verankert. Ein Kilo Tigerknochen kostet auf dem Schwarzmarkt im Schnitt 1.700 Euro.

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