Tigerschutz mit vereinter Power, Paragraph und Plakat

Monitoring, Lebensraumschutz, Community Engagement: all das sind Facetten der WWF-Arbeit zum Tigerschutz. Sie sind alle wichtig. Es gibt allerdings noch eine andere Ebene, die sich über all diese Bereiche spannt: Der Kampf gegen die Wildtiermafia in und außerhalb der Wälder. Wie nahe Erfolg und Tiefschlag zusammenhängen, zeigt sich am Beispiel des Tigertempels.

Seit Jahrzehnten arbeitet der WWF daran, dem Tiger in freier Wildbahn eine Zukunft zu geben. In einigen Schutzgebieten Thailands gelingt das zunehmend erfolgreich: Unsere Kamerafallen beweisen hier steigende Zahlen von Tigern und ihren Beutetieren. Mit beharrlicher Arbeit und großem Aufwand konnten wir vor allem durch enge Zusammenarbeit mit den Gemeinden in den Tigergebieten die Wilderei eindämmen.

Was der Tigertempel zeigt

Der schreckliche Skandal um den Tigertempel in Thailand zeigt allerdings auf dramatische Weise, dass auch in Thailand die Welt noch längst nicht in Ordnung ist, wenn es um Wilderei und illegalen Wildtierhandel geht. Der so genannte Tigertempel Wat Pa Luang Ta Bua Yannasampanno in Ratchaburi galt seit Mitte der 1990er Jahre als Waisenhaus für gefundene Tiger. Doch schon seit Jahren fordern der WWF und viele andere Umwelt- und Tierschutzorganisationen die thailändischen Behörden dazu auf, den berühmten Tigertempel genauer unter die Lupe zu nehmen. Immer wieder gab es glaubwürdige Hinweise, dass die Mönche des Tempels unter dem Deckmantel einer beliebten Touristen-Attraktion in die dunklen Geschäfte des illegalen Wildtierhandels verwickelt zu sein schienen.

Ende Mai dann gelang der thailändischen Polizei der entscheidende Schlag: Bei einer Razzia wurden dutzende tote Tigerbabys entdeckt – einige gefroren, einige in Essig eingelegt. Tigerfelle lagen in dem Haus des Tempelvorstehers, zehn der weiblichen Tiger hatten Milch, was bedeutet, dass sie kürzlich geboren hatten. Nur von den Jungtieren fehlte jede Spur.

Auch der Sekretär des Abts wurde festgenommen – mit zwei Tigerfellen, zehn Tigerzähnen und tausenden von Amuletten mit Teilen von Tigerhaut in seinem Auto. Die 137 lebenden Tiger, die noch in dem Tempel waren, wurden in Sicherheit gebracht. Derzeit werden sie medizinisch versorgt und gepflegt.


Es stellt sich die berechtigte Frage, wie der Tempel bis dahin weitgehend unbehelligt von den thailändischen Behörden wachsen konnte, warum der Tigertempel sogar eine Zoo-Lizenz bekam. Diese Fragen werden hoffentlich in den laufenden Ermittlungen geklärt.

Polizisten, Gerichte und Behörden als Partner

Dieser Druck durch eine vehemente Strafverfolgung ist dringend nötig, um Wildtierverbrechen zu beenden und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Deswegen sind die Tigerschützer des WWF nicht nur im Wald unterwegs, sondern kämpfen mit viel Training, unermüdlichem Einsatz und endloser Geduld darum, dass die bestehenden Gesetze so angewendet werden, dass Wildtierverbrechen als solche verfolgt und geahndet werden. Dass die Polizei auf der einen Seite überhaupt in der Lage ist, Tiger- und andere Wildtierprodukte zu erkennen und verdächtige Personen festzunehmen. Und dass auf der anderen Seite die Justiz dann aber auch die Strafverfolgung von illegalem Wildtierhandel entsprechend umsetzt und Verbrecher bestraft werden. Hier bedeutet Naturschutz dann vor allem Lobbyarbeit, aber auch die Unterstützung bei Schulungen von Polizei, Grenzpersonal und Staatsanwaltschaften, damit diese zentralen Akteure zu kompetenten und zuverlässigen Partnern im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel werden.

Auch für diese Dimension des Tigerschutzes braucht es mitunter Jahre, um Erfolge zu sehen. Es kostet Geld, Geduld und viel Engagement. Beamte, Behörden und Regierungen muss man dazu bringen, Probleme anzuerkennen und anzugehen. Immer wieder trifft der WWF auf korrupte, untätige oder ignorante Behörden, Politiker und andere Entscheidungsträger, die Probleme mitunter schlicht negieren. Und trotzdem zeigen tonnenweise durch Zollbeamte konfiszierte Schuppentierschuppen, Elfenbein und Tigerteile in unterschiedlichen Ländern, dass es sich lohnt und dass es Hoffnung gibt. Auch das rigorose Vorgehen der thailändischen Behörden gegen den Tigertempel kann trotz dessen Tragik ebenso als großer Erfolg gewertet werden.

Bildung hilft

Das Bewusstsein für Umweltschutz als Existenzgrundlage für uns alle fehlt oft noch. Umweltbildung tut Not. Nicht nur in den Tigergebieten, bei Wilderern und ihren Kunden, die glauben unbedingt mit Elfenbein oder Nashorn Status zeigen zu müssen oder mit Tigerpenissen ihre Potenz steigern zu können. Auch bei jedem einzelnen Touristen, der unbedingt ein Selfie mit einem scheinbar zahmen Tiger machen muss, der einen kleinen Tigerzahn als Glücksbringer braucht oder ein Andenken aus Elfenbein. Die Liste an persönlichen Bedürfnissen, weshalb Wildtiere – tot oder lebendig – von uns Menschen immer wieder brutal missbraucht werden, ist lang.

Die Produkte der Wildtiermafia würde es nicht geben, wenn sie niemand kaufen würde. Der WWF arbeitet daher massiv an Aufklärungskampagnen, um die Nachfrage nach Wildtierprodukten zu stoppen.

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Aufklärung

Wir müssen die enorme Nachfrage nach Tigerprodukten stoppen.

Tigerschutz

Wir setzen Ranger ein, die Tiger aus Fallen befreien und Wilderer überführen.

Ausstattung

Wir statten Ranger für den Kampf gegen die Wilderei in Schutzgebieten aus.

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