Tsavo East: Letzte Chance für das Spitzmaulnashorn

Kenia hat die drittmeisten Nashörner in Afrika – nach Südafrika und Namibia. Ende 2015 wurden 1122 Nashörner gezählt, davon 678 des vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashorns. Langfristig sollen es wieder 2000 Nashörner werden. Eine Schlüsselregion dafür ist der Nationalpark Tsavo East. Er wird zum streng bewachten Rückzugsgebiet der Dickhäuter.

Die Wilderei hat die Nashorn-Populationen Kenias stark dezimiert. Von einst 20.000 Nashörnern blieben bis 1987 nur 380 übrig. Im riesigen, mehr als 11.000 Quadratkilometer großen Nationalpark Tsavo East, etwa sechs Autostunden westlich von Nairobi, gab es lange überhaupt keine Nashörner mehr. Anfang der 90er Jahre waren die Dickhäuter ausgestorben. Bis 1999 wurden dort wieder 48 Nashörner auf 5000 Quadratkilometern im Süden des Parks angesiedelt. Es sollten deutlich mehr werden. Doch alle Erfolge gingen in der aktuell grassierenden Wildereikrise unter. Den organisierten Wilderern hatten die wenigen Ranger des Kenya Wildlife Service auf der riesigen Fläche wenig entgegenzusetzen. Nur etwa zehn Nashörner haben bis heute überlebt. Es fehlte an Ausrüstung, Manpower und an einem Konzept, wie die Nashörner geschützt werden könnten.

Hochsicherheit für Nashörner

Das soll jetzt anders werden. Dafür werden die verbliebenen Dickhäuter der umgebenden Gebiete in ein 100 Quadratkilometer großes Hochsicherheitsschutzgebiet im Süden von Tsavo East umgesiedelt. Die tonnenschweren Tiere reisen per Hubschrauber oder Lastwagen in ihre neue Heimat. “Das ist natürlich eine extrem aufwendige Aktion, aber eine der letzten Chancen, das Spitzmaulnashorn in Kenia zu retten”, sagt Johannes Kirchgatter, der für den WWF Deutschland das Projekt leitet. “In Südafrika hat man mit ähnlichen Nashorn-Umsiedlungen gute Erfahrungen gemacht.” Sobald es die Wetterlage zulässt, soll es losgehen.

Hier können Nashörner überleben

Das Hochsicherheitsgehege für die Nashörner wurde über Jahre ausführlich untersucht: Für wie viele Nashörner gibt es genug Platz, Wasser und Futter? Welchen Einfluss auf die Umwelt hat die Ansiedlung? Und auch: Sind die Nashörner hier vor den Wilderern zu verteidigen? Weil die Antworten positiv ausfielen, engagiert sich jetzt auch der WWF. Die Biologen sind sich sicher: Hier und nur hier haben die Nashörner eine Chance, zu überleben – und sich dann auch wieder zu vermehren, wenn sie entsprechend bewacht werden.

Ranger, Wachtürme und Elektrozaun

Tsavo East hat jetzt schon einen 45 Kilometer langen Elektrozaun, der von Sonnenenergie gespeist wird, rundherum stehen Wachtürme. 50 Ranger sollen in drei Überwachungsteams jeweils 15 Kilometer bewachen. Die Zäune müssen nicht nur gegen Wilderer gesichert werden, auch Elefanten werden den Zaun immer mal wieder beschädigen.

Was die Ranger brauchen

An Ausrüstung mangelt es noch. Es müssen zusätzliche Wachtürme errichtet werden, es wird ein Lager und ein Büro benötigt. Die Ranger brauchen Einsatzfahrzeuge, Motorräder, Funkgeräte und Nachtsichtgeräte. Eine kleine Buschpiste muss angelegt werden. Für die Nashörner müssen Medikamente und für die Eingewöhnungszeit Futter organisiert werden. Das braucht Zeit und Geld sowie tapfere Männer und Frauen. Die Ranger des Kenyan Wildlife Service werden jede Unterstützung brauchen, wenn die zusätzlichen Nashörner hier eintreffen. Auch die Wilderer werden wissen, wo sie auf recht kleiner Fläche relativ viele Nashörner finden können. Es wird kein leichter Job, die Spitzmaulnashörner zu retten. Aber einer, der getan werden muss.

Sei Teil davon und hilf den Nashörnern, zu überleben!

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