Undercover gegen die Wilderei

Das EAGLE-Network (Eco-Activists for Governance and Law Enforcement) bringt Wilderer hinter Schloss und Riegel. Hier schreibt Mitbegründer Alain Ononino, wie das funktioniert – und warum er dafür James-Bond-Ausrüstung braucht.

Wir dürfen uns bei der Bekämpfung der Wilderei nicht darauf beschränken, Tiere zu schützen. Man muss sich Wege überlegen, wie man am effektivsten Wilderei bekämpft. Sind die gut, schützt man sehr viele Tiere damit. In enger Zusammenarbeit mit dem EAGLE-Network versuchen wir es den Wilderern und Schmugglern möglichst schwer zu machen – und sie möglichst vor Gericht verurteilen zu lassen.

Das geht zum Beispiel mit Undercover-Aktionen. Diese Bilder hier sind zwei Jahre alt, gedreht mit versteckten Kameras. Sie zeigen, wie Elfenbein in Kamerun geschmuggelt wird und wer alles beteiligt ist. Wilderer, Schmuggler, Zwischenhändler, Verarbeiter. Sie sind jetzt alle verurteilt – durch diese Bilder.

Harte Beweise für die Polizei

Die Arbeit mit der versteckten Kamera ist nicht ungefährlich, hat aber einen großen Vorteil: Die Polizei und Behörden aus ihrer teils noch zu passiven Haltung herausholen. Denn das Töten eines Elefanten oder der Besitz von Elfenbein wird häufig nicht ernst genug geahndet. Aber wenn wir solche Beweise wie das Video haben, dann müssen sie handeln.

Wir können bei unserer Undercover-Arbeit die Kameras nicht immer benutzen. Sie sind teuer und schwer zu bedienen, wenn man keinen Verdacht erregen möchte. Wichtig ist dabei die Ausrüstung: Kameras in allen möglichen Alltagsgegenständen, richtige James-Bond-Ausrüstung. Wir brauchen die alle. Wenn man immer nur mit einer Art von Kamera arbeitet, dann spricht sich das mit der Zeit herum. Und die Schmuggler sind inzwischen wirklich misstrauisch. Deswegen setzen wir oft Ausländer als Agenten ein. Die Schmuggler und Händler sind eher bereit zu glauben, dass ein Ausländer sich für ihr Produkt interessiert.

Hinter Schloss und Riegel

Wir konnten durch unsere Arbeit schon etliche Kriminelle hinter Schloss und Riegel bekommen. Dabei hilft es uns, dass wir in Kamerun auch seit Jahren Polizisten und Juristen weiterbilden: Wie sichere ich Beweise? Wie präsentiere ich sie vor Gericht? Wie kann man verhindern, dass ein Prozess scheitert?

Kampf gegen Wilderei heißt Kampf gegen Korruption

Wir betonen in Kamerun immer, dass es uns nicht nur um Elefanten geht. Wenn wir Tiere in den Vordergrund stellen, werden wir nicht für voll genommen. Also reden wir über die Waffen der Wilderer – und damit über Sicherheit. Wilderei verbreitet Waffen im Land. Wenn es irgendwann keine wertvollen Tiere mehr gibt, werden die Waffen immer noch da sein – und wahrscheinlich benutzt werden. Das versteht jeder. Oder wir reden über Korruption. Bei Wilderei geht definitiv viel Geld von Hand zu Hand. Und wenn ein Magistrat oder ein Richter korrupt ist, dann betrifft das auch andere Bereiche der Gesellschaft – und damit alle.

Wilderer müssen Angst haben

Die Schmuggler hier in Zentralafrika sind zum Großteil nicht auf Elfenbein spezialisiert. Wer heute mit Stoßzähnen handelt, verkauft morgen Mineralien, Gold oder Schuppentiere. Das kann auch der Dorflehrer sein, der sein Gehalt mit einem Deal verdoppeln oder verzehnfachen kann. Es geht um die Gelegenheit – leichtes Geld, geringes Risiko, dann machen es viele. Das ist die Gefahr. Aber eben auch unsere Chance. Je schwerer wir es ihnen machen, je mehr Angst sie haben müssen, je weniger gute Gelegenheiten es gibt, desto weniger Wilderei wird es geben. Wir müssen es ihnen schwer machen und das Risiko, geschnappt zu werden, erhöhen. Dafür arbeiten wir.

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