Polizei in Hanoi findet sieben tote Tigerjunge in einem Auto

Sieben tiefgefrorene Tigerkadaver wurden Ende Juli in einem Auto auf einem Parkplatz in Vietnams Hauptstadt Hanoi beschlagnahmt. Der mutmaßliche Drahtzieher des illegalen Transports und zwei weitere Männer wurden festgenommen. Das berichteten vietnamesische Staatsmedien am Freitag, 26. Juli 2019.

Der Verdächtige hatte offenbar eine Firma für Baumaterial gegründet, um den illegalen Handel mit wilden Tieren zu decken, den er seit Jahren betrieb. Die Polizei konnte zuvor schon mehrere Mitglieder desselben Schmugglerrings verhaften. Ob die toten Tigerjungen aus der Wildnis oder aus illegaler Tigerzucht in Laos stammen, ist unklar.

Vietnam: Drehkreuz des illegalen Wildtierhandels

In vielen asiatischen Ländern gibt es eine große Nachfrage nach Tigerfleisch und Tigerprodukten. Vietnam gilt als ein wichtiges Drehkreuz des illegalen Wildtierhandels. Von Tigerprodukten über Stoßzähne von Elefanten und Nashörnern bis hin zum Schuppentier werden wilde Tiere zu vermeintlichen Heilmitteln oder Schmuck verarbeitet und auf dem Schwarzmarkt angeboten oder weiter nach China geschmuggelt.

Vietnam versucht schon seit einiger Zeit, eine über Laos führende Schmugglerroute aufzudecken und Schmugglerringe zu sprengen. Damit will das Land auch Vorurteilen begegnen, dass die Strafverfolgung von Wilderern in Vietnam nicht konsequent genug sei.

Erst wenige Tage zuvor, am 21. Juli 2019, gelang den Zollfahndern in Singapur ein großer Schlag gegen Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtieren. 8,8 Tonnen Elfenbein und fast 12 Tonnen Pangolinschuppen, die offenbar für den vietnamesischen Markt bestimmt waren, wurden beschlagnahmt.

Weltweit gibt es weniger als 4.000 Tiger

Frei lebende Tiger in Asien sind extrem bedroht. Vor allem die südostasiatischen Staaten hinken in ihren Schutzbemühungen und der Umsetzung effizienter Maßnahmen dramatisch hinterher – im Vergleich zu ihren südasiatischen Nachbarn, wie Indien, Nepal oder Russland. Es wird davon ausgegangen, dass nur noch wenige einzelne Individuen dieser mächtigen Großkatzen in Vietnam und Laos leben und die Population damit praktisch ausgestorben ist. Kambodscha ist bereits an diesem Punkt: hier gilt der Tiger als ausgestorben. Länder wie Malaysia oder Thailand korrigieren ihre Zahlen stetig nach unten. Der WWF unterstützt die Regierungen der 13 Tigerverbreitungsländer bei der Entwicklung und Durchführung von Schutzmaßnahmen, um die Wilderei zu bremsen und die Tigerbestände wieder zu erhöhen. Erfolge im Tigerschutz konnten zuletzt Nepal und Indien vermelden, wo sich die Bestände etwas erhöht haben. Weltweit leben zur Zeit etwa 3.890 Tiger in freier Wildbahn.

In einem ehrgeizigen Programm mit dem Titel Tx2 („Tiger mal zwei“) wollen Umweltverbände gemeinsam mit den Regierungen der dreizehn Tigerländer die Tigerpopulation, die 2010 bei nur noch 3.200 Individuen lag, bis zum Jahr 2022 auf 6.400 Tiger verdoppeln. Das wäre ein enormer Erfolg und ein starkes Symbol: 2022 ist im chinesischen Kalender das Jahr des Tigers.

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Foto: © Nam GIANG / AFP

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