Weltnaturerbe Selous: Elefanten-Wilderei deutlich verringert

Die Wilderei auf Elefanten ging 2017 deutlich zurück. Doch die Herausforderungen bleiben gewaltig.

Die Regierung in Tansania nimmt den Kampf gegen Wilderei und Korruption endlich ernst. Notorische Wilderer und ihre Drahtzieher wurden verhaftet– darunter die berüchtigte chinesische „Ivory Queen“, der jahrelanger Schmuggel von Elfenbein nach Asien zur Last gelegt wird. Dass die Wilderei-Mafia aber keineswegs besiegt ist, zeigt der bisher ungeklärte brutale Mord an Wayne Lotter im August letzten Jahres. Der weltbekannte Naturschützer, der viele Wilderer und Elfenbeinschmuggler vor Gericht brachte, wurde im August 2017 in der tansanischen Hauptstadt auf offener Straße erschossen. Erst Anfang Februar 2018 wurde im benachbarten Kenia der weltbekannte Wilderei-Investigator Esmond Martin ermordet. Beide waren der globalen Wilderei-Mafia auf den Fersen und haben diesem Kampf letztlich ihr Leben geopfert.

Umso wichtiger ist es nun, den Wildtierschutz auf allen Ebenen fortzuführen. Hier gibt es trotz aller Rückschläge viele Fortschritte. Derzeit werden beispielsweise vom WWF 74 zusätzliche Wildhüter ausgebildet, ausgerüstet und in den Gemeinde-Schutzgebieten in der „Pufferzone“ des Selous eingesetzt. Das ist auch dringend nötig, denn der Wildereidruck läßt nicht nach, obwohl auf globalen Druck hin viele „legale“ Elfenbeinmärkte in Asien nun endlich geschlossen werden.

Ranger werden besser ausgebildet

Wichtige Grundlage dafür ist das gemeinsam mit dem tansanischen Staat unterhaltene Ausbildungszentrum für Gemeinde-Ranger in Likuyu, dem einzigen des Landes. Dieses wird derzeit mit Hilfe des WWF renoviert und ausgebaut. Außerdem wurde gemeinsam die Ausbildung der Ranger deutlich verbessert. Verstärkt geschult werden die Wildhüter zum Beispiel in der Vermeidung von Mensch-Wildtier-Konflikten, was die Wilderei auf Elefanten ebenfalls reduziert und die Menschen für den Naturschutz gewinnt. Auch alle bereits in den letzten Jahren ausgebildeten Ranger sollen Auffrischungskurse erhalten.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert nun die Arbeit einer Allianz der tansanischen Behörde zum Wildtierschutz, der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt und des WWF zum Schutz des Selous, seiner Pufferzonen und Wanderkorridore. Insgesamt 18 Millionen Euro stehen dadurch in den nächsten drei Jahren für den Anti-Wilderei-Kampf, effektives Management und Monitoring dieser einzigartigen Wildnis zur Verfügung. Nur mit starken Partnern und enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort kann das riesige Gebiet von der Größe der Schweiz besser geschützt werden.

Wanderkorridore werden gesichert

Dazu hat der WWF die Zusammenarbeit mit den Gemeindeschutzgebieten in der wichtigen Pufferzone des Selous massiv verstärkt. Damit konnte verhindert werden, dass Wildnis in Agrarflächen umgewandelt wird. Wildtiere können so weiterhin in Dürrezeiten ungehindert in geschützte, feuchtere Bergregionen oder an die größeren Flüsse wandern. Gemeinden profitieren außerdem von neuen Einkommensquellen wie etwa der Bienenzucht und sind an den Gewinnen der Tourismusunternehmen beteiligt.

Staudamm muss verhindert werden

Weitere Gefahren drohen dem Weltnaturerbe durch eine geplante Uranmine. Hier konnte der WWF zu einem wenigstens vorläufigen Erfolg beitragen: Die Betreiberfirma will für drei Jahre vorerst auf Uranförderung verzichten. Der WWF unterstützt lokale Gemeinden im Kampf um ihr Land und ihre Rechte und macht zugleich Druck, um eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzusetzen, die unter anderem die enormen Risiken eines geplanten Uranabbaus öffentlich macht.

Der WWF kämpft außerdem gegen einen geplanten Staudammbau mitten im Herzen des Selous. Bei einer feierlichen Zeremonie konnten wir dem Umweltminister Tansanias fast 250.000 Unterschriften von WWF-Unterstützern im Rahmen unserer #SaveSelous-Petition gegen die Zerstörung des Wildschutzgebiets übergeben. Trotzdem: Noch ist Selous nicht gerettet. Im Sommer 2017 verkündete der Präsident zum Entsetzen aller, den gigantischen Staudamm im Herzen des Selous unbedingt bauen zu wollen. Der WWF wird nichts unversucht lassen, das zu verhindern.

Elefanten senden verschlüsselte Signale

Der WWF bleibt dran, um Selous vor Wilderei und seine Ressourcen vor Ausbeutung zu schützen. Aktuell werden 60 Elefanten mit Sendern bestückt, um genauer herauszufinden, wo die wichtigsten Lebensräume und Wanderrouten liegen, auch um diese gezielt bewachen zu können. Die Signale der Sender sind verschlüsselt und nur für ausgebildete Spezialisten zugänglich. Mit den Daten können wir außerdem noch bessere Argumente gegen die Lebensraumzerstörung sammeln. Auch der Einsatz von Drohnen, Kamerafallen und Wärmebildkameras zur besseren Überwachung des riesigen Gebietes wird derzeit erfolgreich erprobt.

„Im Selous wurden innerhalb weniger Jahre 90 Prozent aller Elefanten von Wilderern brutal abgeschlachtet. Von 150.000 Tieren sind nur noch 15.000 übrig. Nun müssen wir alles dafür tun, um die letzten grauen Riesen zu retten – gerade jetzt, wo Hoffnung besteht, dass die Kehrtwende geschafft ist“, sagt Johannes Kirchgatter, Ostafrika-Referent beim WWF.

Dankeschön, dass du dich beim Kampf für Selous so aktiv beteiligst.

Unterstütze die Arbeit der Ranger und schütze mit uns zusammen die Elefanten.

Ausbildung

Wir schulen Anti-Wilderer-Patrouillen.

Ausrüstung

Wir rüsten Ranger für den Kampf gegen die Wilderei aus.

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