Wildereimafia: Elfenbein-Schmugglerin „Ivory Queen“ verurteilt

Als „Ivory Queen“ war die Elfenbeinschmugglerin inzwischen international bekannt. Nun wurde sie von einem Gericht in Tansania zu 15 Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet rund fünf Millionen Euro verurteilt: Ein großer Erfolg im Kampf gegen Wilderei und illegalen Artenhandel.

Yang Fenglan heißt die „Elfenbeinkönigin“ genannte, inzwischen fast 70-jährige Schmugglerin wirklich. Das Gericht in Daressalam sah es als erwiesen an, dass Fenglan für den Schmuggel von über 860 Elefantenstoßzähnen zwischen 2000 und 2014 verantwortlich ist. Zusätzlich wurde sie der Führung einer kriminellen Vereinigung für schuldig befunden.

Endlich trifft es die Drahtzieher

Der WWF begrüßt die Entscheidung des tansanischen Gerichtes: „Statt der Strippenzieher trifft es sonst meistens die kleinen Fische“, erklärt Katharina Trump, Expertin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland. „Das ist diesmal anders und wir hoffen auf eine abschreckende Wirkung.“ Der illegale Artenhandel muss strafrechtlich härter verfolgt und die Wilderei als organisiertes Verbrechen ernst genommen werden, wie es hier in Tansania nun geschehen ist.

„Ivory Queen“ – Die Elfenbeinkönigin

Yang Fenglan war im Oktober 2015 in Daressalam festgenommen worden. Sie ist chinesische Staatsbürgerin, lebte aber mit Unterbrechungen schon seit den 1970er Jahren in Tansania. Tansanische Medien verpassten der Schmugglerin den Spitznamen „Ivory Queen“. Heute ist die sogenannte Elfenbeinkönigin eine verurteilte Wildtierkriminelle. Tansania mit seinen vielen Grenzen und einer günstig liegenden Küste ist wichtiges Ausgangs- und Transitland für den illegalen Artenhandel.

Bedrohung für die Elefanten

Allein in den letzten zehn Jahren hat Afrika etwa 110.000 Elefanten verloren. Hauptursache dafür ist die Wilderei. In Tansania sank die Zahl der Dickhäuter zwischen 2007 und 2016 um etwa 55 Prozent auf rund 50.000 Tiere. Für ganz Afrika rechnet man mit noch etwa 415.000 Elefanten. Abnehmer für das Elfenbein sind vor allem asiatische Länder wie China, Vietnam oder Thailand, wo es zu Schmuck und Schnitzereien verarbeitet wird. Ein weiterer großer Erfolg ist allerdings die Schließung der Elfenbeinmärkte in China Ende 2017: In China ist der nationale Handel mit Elfenbein seitdem verboten, was hoffentlich die Nachfrage in Zukunft entscheidend eindämmt.

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