Wilderei-News

15.09.2016

Elfenbein-Drehscheibe Deutschland?

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Die grassierende Wildereikrise spielt sich nicht nur in Asien und Afrika ab, sondern auch direkt vor unserer Haustür. Es war einer der spektakulärsten Aufgriffe des deutschen Zolls in Sachen Artenschutz. Die Beamten beschlagnahmten mehr als 1,2 Tonnen Elfenbein. Ein Teil wurde bereits im Frühjahr 2016 am Berliner Flughafen Schönefeld sichergestellt. Die beschlagnahmten Container waren auf dem Weg nach Vietnam. Die andere Hälfte entdeckten die Einsatzkräfte im Spätsommer bei einer Razzia in einem kleinen Dorf im Hunsrück. Dort erwischten sie die vermeintlichen Schmuggler auf frischer Tat.

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Nashorn in im Chitwan Nationalpark © Madhav Khadka / WWF Nepal
Nashorn in im Chitwan Nationalpark © Madhav Khadka / WWF Nepal

In Nepal, einem der ärmsten Länder der Welt, wurde seit 2014 kein einziges Tier mehr illegal getötet. Und schon seit 2011 kein einziges Nashorn mehr gewildert. Ein riesiger Erfolg der Zusammenarbeit von Regierung, Armee, Bevölkerung und Umweltschutzorganisationen wie dem WWF.

Doch der Kampf gegen die Wilderei muss jeden Tag, jede Nacht, jede Minute neu geführt werden. In der Nacht des 19. August hat Nepal diesen Kampf gegen die Wilderer seit langer Zeit wieder einmal verloren.

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Elefant © GaryRoberts Photography / Alamy-Stock-Photo
Elefant © GaryRoberts Photography / Alamy-Stock-Photo

Die Zahl der afrikanischen Savannenelefanten ist in den letzten Jahren um fast ein Drittel zurückgegangen. Das ist das Ergebnis einer großen Elefantenzählung, die in 18 afrikanischen Ländern durchgeführt wurde. Der Zensus zeigt wie dramatisch es um Afrikas Elefanten bestellt ist. Aus vielen Regionen könnten Elefanten in naher Zukunft verschwunden sein. Hauptbedrohung der Elefanten ist die Wilderei, die von international agierenden Banden organisiert wird.

Beispielhaft für die dramatische Entwicklung der afrikanischen Elefanten steht das Weltnaturerbe Selous in Tansania. In weniger als 40 Jahren ist die Population der Region um 90 Prozent gesunken.

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Vaquita © Chris Johnson
Vaquita © Chris Johnson

Vaquitas sind sehr selten. Es gibt nur eine einzige Population weltweit. Im Golf von Kalifornien in Mexiko leben nur noch knapp 60 Tiere, die akut bedroht sind. Die Fischerei hat sie an den Rand des Aussterbens gebracht. Eine Bedrohung ist die illegale Totoaba-Fischerei. Wilderer jagen den seltenen Fisch wegen seiner Schwimmblase, die als Delikatesse einen Marktpreis von 1000 Dollar erzielt. Viele Stellnetze der illegalen Totoaba-Fischerei gehen verloren und treiben unkontrolliert im Lebensraum der Vaquitas. Diese Geisternetze müssen sofort entfernt werden, sonst sterben die letzten Vaquitas in wenigen Jahren aus. Der WWF Deutschland und WWF Mexiko setzen alles daran, um dies zu verhindern.

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Bushmeat © Oliver Nelson / WWF-DR-Kongo
Bushmeat © Oliver Nelson / WWF-DR-Kongo

Es war ein grausamer Fund, den zwei Eco-Guards in der Nähe des Salonga-Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo machen mussten. Durch Zufall entdeckten die beiden Wildhüter zwei herrenlose Boote, an Bord insgesamt 700 große Stücke Buschfleisch. Darunter verschiedene kleine bis große Antilopenarten und auch Affen. Von den Besitzern der Boote fehlte jede Spur. Bei einem Fund dieser Größenordnung kann man davon ausgehen, dass das gewilderte Fleisch nicht für den eigenen Verzehr bestimmt war, sondern für den illegalen Handel. Um auszuschließen, dass das Buschfleisch oder Teile davon nach der Konfiszierung zum Beispiel durch Diebstahl wieder auf den Markt gelangen, wurde der Fund so schnell wie möglich unter Aufsicht des Nationalpark-Teams verbrannt.

Ranger © Greg Armfield / WWF UK
Ranger © Greg Armfield / WWF UK

Zum World Ranger Day hat der WWF die Situation von Rangern in 40 Ländern untersucht. Mindestens 107 Ranger sind in den vergangenen zwölf Monaten weltweit bei der Ausübung ihrer Tätigkeit ums Leben gekommen. Die größte Gefahr geht von bestens ausgerüsteten Wilderern aus. Im Feld stehen die Wildhüter international organisierten kriminellen Organisationen gegenüber, die besonders in den letzten zwei Jahren eine weltweite Wildereikrise ausgelöst haben.

In gefährlichen Regionen in Afrika und Asien wurden über 90 Prozent aller Todesfälle des vergangenen Jahres registriert. Trotzdem müssen in Afrika 40 Prozent aller Ranger auf grundlegende Leistungen wie eine Krankenversicherung verzichten, nur die Hälfte verfügt über eine Lebensversicherung. Mit einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist nur eine Minderheit von 40 Prozent ausgestattet.

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Wildtiere leben immer gefährlicher.

In Afrika schrumpft der Elefantenbestand schneller denn je, in Asien ringen die letzten Tiger der Welt ums Überleben. Noch nie war der Schutz dieser Wildtiere so dringend wie jetzt.

Wilderei ist zu einem international organisierten Verbrechen geworden: Mit Helikoptern und Schnellfeuergewehren tötet die Wilderei-Mafia jährlich tausende Elefanten und Nashörner – und kassiert mit dem Handel Milliarden.

Hilf uns, der Wilderei-Mafia das Handwerk zu legen.

Das tut der WWF gegen Wilderei

Die Lage der Wildtiere ist ernst – aber es gibt auch große Erfolge zu verzeichnen. Der WWF bekämpft Wilderei auf mehreren Ebenen:

Icon Erste Hilfe vor OrtErste Hilfe vor Ort

Im Kampf gegen die Wilderer riskieren unsere Ranger täglich ihr Leben.

Icon Handel stoppenHandel stoppen

Naturschutz ist Politik: 46 Staaten haben Wilderei den Kampf angesagt.

Icon Nachfrage eindämmenNachfrage eindämmen

Nashornpulver gilt in Vietnam als Wundermittel. Der WWF klärt auf.

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