Aufatmen für Tiger und Nashorn: China stoppt Staatsratsbeschluss

Positive Überraschung aus Peking: China stoppt im November 2018 die vor kurzem angekündigte Legalisierung des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn.

25 Jahre lang war in China der Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn als Reaktion auf die massive Wilderei verboten. Ende Oktober 2018 verabschiedete der Staatsrat in Peking dann plötzlich eine Reform, um den Handel mit diesen Produkten von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren zu legalisieren – zur Anwendung in Krankenhäusern. Ermöglicht werden sollte außerdem der Handel mit antiken Tiger- und Nashornerzeugnissen für den privaten Gebrauch. Der WWF hatte die Entscheidung als schweren Rückschlag für den Artenschutz kritisiert.

Am 12. November hat nun die chinesische Regierung bekanntgegeben, dass die beschlossene Erlaubnis des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren vorerst nicht umgesetzt wird.

WWF begrüßt Entscheidung

„Die Entscheidung der chinesischen Regierung kann für den Schutz von Tiger und Nashorn gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. „Ein gelockerter Handel mit Produkten von in Gefangenschaft lebenden Tieren hätte fatale Folgen auch für die wildlebenden Populationen gehabt. Es steht hier nicht weniger als das Überleben ganzer Arten auf dem Spiel.“

Heinrich ist erleichtert, „dass die chinesische Regierung den international wie auch in China geäußerten Befürchtungen Gehör schenkt und die Reform nun überdenkt. Das Land hat in den letzten Jahren ein außerordentliches Engagement für den Artenschutz gezeigt, insbesondere durch das nationale Handelsverbot für Elfenbein. Es wäre ein wichtiges Signal an die internationale Gemeinschaft, wenn China diese Führungsrolle beibehält und weiter an der Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels und der Verringerung der Nachfrage arbeitet.“

Rückschlag verhindern

Die Wiederaufnahme eines legalen Marktes für Tigerknochen und Nashornhorn wäre laut WWF ein enormer Rückschlag. Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren. Es stünde zu befürchten, dass illegale Tigerknochen und Nashornhörner klammheimlich als legale Produkte von Tieren aus Gefangenschaft deklariert werden und so in den Handel kommen. Gleich einer Kettenreaktion würde damit die Nachfrage wieder angeheizt und entsprechend die Wilderei befeuert.

„Der WWF“, so Heinrich, „wird sich daher dafür einsetzen, dass die nun vorerst auf Eis gelegte Lockerung des Handelsverbots vollständig abgesagt wird.“ Denn die Bestände von Tigern und Elefanten sind derart niedrig, dass schon eine leichte Zunahme der illegalen Jagd zu ernsthaften Gefahren für das Überleben der Arten führen könnte.

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China will Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn erlauben

Tiger und Nashörner gehören zu den meistbedrohten Arten der Erde. Vor allem, weil ihren Körperteilen in Asien eine heilende Wirkung unterstellt wird. Seit 1993 war deshalb in China der Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn als Reaktion auf die massive Wilderei verboten.

Jetzt will die chinesische Regierung nach einer Ankündigung vom 29. Oktober 2018 den Handel mit Tigerknochen und Nashornhorn von in Gefangenschaft gezüchteten Tieren legalisieren. Demnach soll zukünftig die Nutzung solcher Produkte durch Krankenhäuser gestattet werden, genau wie der Handel mit antiken Tiger- und Nashornerzeugnissen für den privaten Gebrauch.

Der WWF wertet dieses Vorhaben als massiven Rückschritt für den Artenschutz und fordert China dringend auf, das Handelsverbot beizubehalten.

„Es ist zutiefst beunruhigend, dass China sein 25 Jahre altes Verbot des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn aufgehoben hat“, sagt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland. „Die Folgen werden verheerend und weltweit zu spüren sein. Denn jegliche Legalisierung setzt diese seltenen Arten weiter unter Druck.“

Artentod durch Aberglauben

Außerdem gibt es bis heute keinerlei wissenschaftliche Belege für die medizinische Wirksamkeit von Tigerknochen oder Nashornhorn. „Es handelt sich um einen Aberglauben, den die Politik nicht zum Maßstab ihres Handels machen sollte“, betont Brandes. Genau deshalb wurden sowohl Tigerknochen als auch Nashornhorn 1993 aus dem Arzneibuch der traditionellen chinesischen Medizin entfernt. Der Weltverband der chinesischen Medizingesellschaften veröffentlichte zudem 2010 eine Erklärung, in der die Mitglieder aufgefordert werden, Teile gefährdeter Arten nicht zu verwenden.

Die Wiederaufnahme eines legalen Marktes hieße nicht nur, einem Aberglauben nachzugeben. Der WWF befürchtet durch diesen Schritt der chinesischen Regierung einen Anstieg der Nachfrage in ganz Südostasien. Denn es besteht die Gefahr, dass illegale Tigerknochen und Nashornhörner klammheimlich als legale Produkte von Tieren aus Gefangenschaft deklariert werden und so in den Handel kommen.

Nachfrage könnte deutlich ansteigen

„Die Erfahrungen Chinas mit dem Handel mit Elfenbein haben deutlich gezeigt, wie schwierig es ist, parallel legale und illegale Märkte zu kontrollieren. Es steht zu befürchten, dass illegale Produkte gewaschen werden und so in den Handel fließen. Gleichzeitig müssen wir davon ausgehen, dass die Nachfrage angeheizt wird und so der Wildereidruck auf freilebende Tiere weiter steigt. Dabei sind die Bestände derart niedrig, dass schon eine leichte Zunahme der illegalen Jagd zu ernsthaften Problemen führen kann“, so Brandes weiter.

„Die heutige Bekanntmachung steht in einem deutlichen Widerspruch zur bisherigen Haltung der chinesischen Führung, die in den letzten Jahren durch entschiedene Schritte gegen den illegalen Artenhandel geprägt war. Insbesondere durch die Schließung des nationalen Elfenbeinhandels hat China einen kaum zu unterschätzenden Beitrag zum Schutz der Elefanten geleistet. Es ist bedauerlich, dass man nun von diesem guten Weg abweichen will. Anstelle einer Liberalisierung brauchen wir eine Ausweitung des Handelsverbots auf sämtliche Tigerprodukte sowie die Schließung der Tigerfarmen, in denen die Tiere für die Verwertung ihrer Körperteile gezüchtet werden.

Hilf uns die letzten Tiger zu retten, die Wilderei zu bekämpfen, den Handel zu stoppen und die Nachfrage einzudämmen.

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Souvenir-App: Im Urlaub nicht zum Schmuggler werden

Schmuck aus bestimmten Korallen, Orchideen im Topf, Schnitzereien aus Schildpatt, zu viele Riesenmuscheln oder Stör-Kaviar: Oft wissen Touristen gar nicht, dass verboten ist, was sie aus dem Urlaub mitbringen. Sie werden ungewollt zu Schmugglern ihrer Souvenirs und riskieren empfindliche Strafen. Schlimmer noch: Sie machen sich – viel zu häufig unbewusst – mitschuldig an der Ausbeutung von Arten. Davor soll der WWF-Souvenirratgeber schützen, den es jetzt auch als App fürs Smartphone gibt.

Am Flughafen erwischt

Jedes Jahr beschlagnahmt der deutsche Zoll unzählige verbotene exotische Souvenirs aus den Koffern von Touristen. Auf Märkten und an den Stränden vieler Urlaubsorte locken harmlos wirkende Andenken, für die teils illegal Tiere getötet oder Pflanzen gesammelt wurden und deren Einfuhr gegen internationale Artenschutzgesetze verstößt. Über 35.000 Tier- und Pflanzenarten stehen durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES und deutsche Gesetze unter Schutz. „Auch kleine und unscheinbare Arten können bedroht und deshalb geschützt sein“, warnt Katharina Trump, Referentin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland.

WWF-App: Souvenirratgeber

Rot bedeutet „Finger weg“, Gelb verlangt nach Genehmigungen, Grün kann man bedenkenlos kaufen: Ein einfaches Ampelsystem hilft dem Nutzer der WWF-App, nicht zum falschen Souvenir zu greifen. Mit dem Kauf des richtigen Souvenirs dagegen kann man die Natur im Ursprungsland schützen und die lokalen Märkte und Händler unterstützen. Eine gedruckte Kurzversion des Souvenirratgebers im Hosentaschenformat kann auch beim WWF bestellt oder als PDF heruntergeladen werden.

Die App im Google Play Store >>>

Der Ratgeber als PDF >>>

Es sind nicht nur die Souvenirs

Viele haben vielleicht noch die Bilder des Hais im Kopf, der an einem Strand der Dominikanischen Republik qualvoll verendete. Touristen hatten ihn aus dem Meer gezogen, um sich mit ihm zu fotografieren. Ganz so dramatisch muss es gar nicht sein. Doch neben den falschen Souvenirs können auch die falschen Freizeit-Aktivitäten im Urlaub Arten gefährden. Abgesehen vom Tierwohl werden hierfür allzu oft Tiere aus der Natur gefangen oder die Einrichtungen verschleiern im schlimmsten Fall illegalen Artenhandel.

Das Selfie-Problem

Ob Selfies mit vermeintlich gezähmten Wildtieren, Spaziergänge mit Löwen und Tigern oder rein kommerzielle Unterhaltungsshows mit Affen oder anderen wilden Tieren: Wer hier mitmacht, hält die Nachfrage hoch. Man sollte also nicht nur darauf achten, was man kauft, sondern auch angebotene Attraktionen mit Wildtieren kritisch hinterfragen.

Die WWF Souvenir-App ist kostenlos und wurde gefördert vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

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Schwangere Tigerin in Schlingfalle gestorben

Eine Sumatra-Tigerin verfing sich nahe dem Rimbang Baling-Schutzgebiet auf Sumatra in einer Schlingfalle, die Wilderer für Wildschweine aufgestellt hatten. Im verzweifelten Kampf sich zu befreien, zerriss die Falle ihre Niere und die Tigerin erlag ihren Verletzungen. Besonders tragisch: Es starben gleich drei Tiger in dieser Schlingfalle. Die Tigerin war mit zwei Jungen schwanger, die ungefähr eine Woche darauf zur Welt gekommen wären.

Tödliche Schlingen

Ihr dramatischer Tod ist nur die Spitze des Eisbergs in der grassierenden Wildereikrise. Über 130 Sumatra-Tiger starben in den letzten 15 Jahren durch Schlingfallen. Es gibt nur noch rund 400 Sumatra-Tiger in der Wildnis und die Schlingfallenkrise bringt sie immer weiter an den Rand des Aussterbens. Zwischen 2006 und 2014 hat sich die Anzahl der Fallen in Sumatra verdoppelt. Eine fatale Entwicklung, denn die indonesische Insel ist weltweit der einzige Ort, an dem Tiger, Orang-Utans, Elefanten und Nashörner in der Wildnis leben.

Das Geschäft mit dem Tod

Schlingfallen sind leicht herzustellen und zu verstecken, deswegen ist es unmöglich zu wissen, wie viele jeden Tag neu ausgelegt werden und wie viele Tiger darin verenden. Wenn Tiger mit Schlingfallen gewildert werden, wird der gesamte Körper aus dem Wald getragen und kein Anzeichen auf die Tat hinterlassen.

Und wenn es einem Tiger in seltenen Fällen doch gelingt, sich aus einer Schlingfalle zu befreien, trägt er so schwere Verletzungen davon, dass er unfähig ist, zu jagen. Meist verendet das Tier dann in Folge von Infektionen oder weil es schlichtweg verhungert.

Wilderei und illegaler Wildtierhandel werden immer wieder durch stetige Nachfrage angeheizt. Auf asiatischen Schwarzmärkten werden Produkte gewilderter Tiere wie Tiger verkauft. Der Gesamtumsatz des illegalen Handels beläuft sich auf rund 20 Milliarden US Dollar und ist somit der viertgrößte illegale Markt, nach Drogen, Menschenhandel und Fälschungen.

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London IWT Konferenz: Elefant und Regierungsvertreter gegen Wilderei

Seit dem 8. Oktober kann man, wenn man durch die Straßen Londons geht, auf das Hologramm eines afrikanischen Elefanten treffen. Damit will der WWF öffentlich auf die Folgen der Wilderei und des illegalen Artenhandels aufmerksam machen. Anlass für die Aktion ist die Londoner Konferenz zum Thema Wildartenhandel, bei der Delegationen aus über 80 Ländern zusammenkamen, um ein starkes Zeichen gegen ein immens lukratives Verbrechen zu setzen. Nach dem Handel mit Drogen, Warenfälschungen und Menschen gelten Verbrechen gegen die Umwelt, zu denen auch der illegale Artenhandel gehört, als das viertgrößte transnationale Delikt. Der Gewinn wird pro Jahr auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt.

Verabschiedung eines gemeinsamen Maßnahmenpakets

Mit der zweitägigen Konferenz, die zum vierten Mal organisiert wurde und dieses Jahr vom 11. bis 12. Oktober in London stattfand, sollte ein starkes Zeichen gesetzt und die internationale Zusammenarbeit gegen die Wilderei gestärkt werden. Zum Abschluss der Konferenz haben die führenden Regierungsvertreter ein gemeinsames Maßnahmenpaket verabschiedet, in dem auch die deutsche Bundesregierung zugesagt hat, ihr Engagement gegen den illegalen Handel aufrechtzuerhalten.

Die sieben Forderungen des WWF:

1. Korruption beenden

Der illegale Wildtierhandel fördert die Korruption und umgekehrt. Diese Spirale muss dringend durchbrochen werden. Denn erst die Korruption ermöglicht der Wildtiermafia ihr grausames Geschäft. Korruption macht den Schmuggel über Grenzen möglich, setzt Handelsverbote außer Kraft und verschafft den Tätern Straffreiheit. Die Länder, in denen Wilderei, Handel und Konsum stattfinden, müssen gegen die Korruption vorgehen und sich dazu verpflichten, sie wirksam zu bekämpfen.

2. Ranger unterstützen

Ranger kämpfen an vorderster Front gegen Wilderei und illegalen Wildartenhandel. Immer wieder geraten sie dabei in Lebensgefahr. Die Wildhüter arbeiten unter schweren Bedingungen in abgelegenen Regionen. Neben den Angriffen von Wilderern sind sie dabei täglich vielen weiteren Risiken ausgesetzt. Trotzdem sind die wenigsten von ihnen ausreichend versichert. Zusätzlich fehlt es oftmals an der nötigen Ausrüstung und Ausbildung, um die Wilderei effektiv und möglichst gefahrlos zu bekämpfen. Die betroffenen Länder müssen dafür sorgen, dass ihre Wildhüter ausreichend geschützt und versichert sind.

3. Strafverfolgung verbessern

Viel zu häufig kommen bereits verhaftete Wilderer und Schmuggler mit ihren Verbrechen davon. Die konsequente Strafverfolgung scheitert in vielen Fällen zum Beispiel an zu wenig Sachbearbeitern und Staatsanwälten. Oder an einer Justiz, die der Wildartenkriminalität nicht die nötige Schwere zumisst. Eine große Herausforderung ist auch die Zusammenarbeit der Regierungen verschiedener Länder, um die oft grenzüberschreitenden Verbrechen zu ahnden. Die Bekämpfung des Wildartenhandels muss auch auf rechtlicher Ebene erfolgen. Ermittler und Staatsanwälte müssen besser geschult und die betroffenen Länder darin unterstützt werden.

4. Elfenbeinhandel stoppen

Rund 20.000 Afrikanische Elefanten werden jedes Jahr von Wilderern für ihr Elfenbein getötet und auch der Asiatische Elefant ist nach wie vor von Wilderei bedroht. Obwohl der internationale Handel mit Elfenbein verboten ist, bestehen in einigen Ländern legale Inlandsmärkte. Sie ermöglichen das Waschen von illegalem Elfenbein und heizen die Nachfrage weiter an. Ende 2017 hat China als größter Elfenbeinmarkt der Welt seine nationalen Märkte geschlossen. Das gibt Hoffnung für die Elefanten – wenn sich der Handel nicht in Schwarzmärkte und andere Länder verlagert, insbesondere nach Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam. Alle legalen und illegalen Elfenbeinmärkte müssen bis Mai 2019 geschlossen werden, insbesondere die Märkte in Asien, die international den größten Anteil am Elfenbeinhandel haben.

5. Alternatives Einkommen ermöglichen

Die Verbesserung der Lebensgrundlagen von lokaler Bevölkerung und indigenen Gemeinden vor Ort spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Wilderei. Die Menschen brauchen alternative, nachhaltige Einkommensquellen. Mensch-Wildtier-Konflikten muss vorgebeugt werden und der Erhalt der Natur muss für die lokale Bevölkerung einen Wert bekommen, der über ihre Ausbeutung hinaus geht. Die Länder, in denen Wilderei stattfindet, müssen dafür sorgen, dass die lokale Bevölkerung von nachhaltigen Artenschutzprojekten direkt profitiert.

6. Nachfrage senken

Alle Bekämpfung von Wildartenkriminalität ist zwecklos, so lange nicht auch die Nachfrage entscheidend und vor allem dauerhaft gesenkt wird. Mit einer geringeren Nachfrage sinkt der Preis und somit der Anreiz für Wilderer und Händler, das Risiko ihrer Straftaten einzugehen. Dort wo Handel und Konsum vorkommen, müssen die Länder wirksame Aufklärungskampagnen starten. Alle mit dem Ziel, das Konsumverhalten zu ändern und die Nachfrage zu reduzieren.

7. Korridore schaffen

Neben der direkten Bekämpfung des illegalen Artenhandels brauchen wir weitsichtige Lösungen, um bedrohte Arten zu retten und gesunde Ökosysteme zu erhalten. In einem schrumpfenden und zerschnittenen Lebensraum sollen Wildtiere wandern und sich verbreiten können, ohne dabei in Konflikt mit dem Menschen und beispielsweise seinem Ackerbau zu geraten. Es müssen dringend grüne Korridore geschaffen werden, um den Fortbestand der bedrohten Wildtiere dauerhaft zu sichern und Mensch-Tier-Konflikte zu vermeiden.

Prinz William äußert sich besorgt

Auch der britische Thronfolger Prinz William zeigte sich entsetzt, angesichts der Verbrechen, die tagtäglich an den Wildtieren begangen werden: „Es bricht mir das Herz, daran zu denken, dass Elefanten, Nashörner und Tiger in der Wildnis ausgestorben sein können, wenn meine Kinder George, Charlotte und Louis zwischen 20 und 30 Jahre alt sein werden“, sagte der 36-Jährige bei seiner diesjährigen Eröffnungsrede der London Konferenz.

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Ranger: Helden in Not

Wildhüter ist einer der gefährlichsten Jobs der Welt. Katastrophale Bedingungen erschweren die Arbeit der Männer und Frauen an vorderster Front. Sie riskieren alles, um Natur und Wildtiere zu schützen. Ohne sie würden Tiger, Elefanten, Nashörner in noch höherer Zahl gewildert. Ranger sind wichtige Akteure, die hochgerüstete Wildtiermafia aufzuhalten. Und sie riskieren dabei ihr Leben: Laut International Ranger Federation starben zwischen Juli 2017 und 2018 weltweit 107 Wildhüter.

Die weltweit größte, jemals durchgeführte Befragung von Rangern zeigt die beschämenden Bedingungen, unter denen Wildhüter ihren gefährlichen Job machen. Die Studie wurde vom WWF mit Unterstützung der Ranger Federation of Asia und der University of Central Florida durchgeführt. Über 4.600 staatliche Ranger wurden in 17 Ländern in Asien und Afrika befragt.

Was den Rangern fehlt

Häufig fehlt es den Wildhütern am Elementarsten: 60 Prozent der über 4.600 Befragten gaben an, keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben. 58 Prozent haben auf Patrouille nicht mal ein Zelt. 59 Prozent sind nicht mit Funkgeräten oder Mobiltelefonen ausgestattet, um beim Zusammenstoß mit schwer bewaffneten Wilderern Hilfe zu holen.

Jeder vierte Ranger erkrankte im vergangenen Jahr an Malaria. 76 Stunden pro Woche arbeiten die Ranger, für weniger als acht Euro pro Tag. Nur 38 Prozent der Ranger können mit ihren Familien zusammenleben.

82 Prozent der Ranger schätzen ihre Arbeit als sehr gefährlich ein. Dennoch hat nur jeder zweite eine Lebensversicherung, die bei einer Verletzung, einem Unfall oder dem Tod des Rangers die Hinterbliebenen unterstützt.

Was der WWF für die Ranger fordert

Im Vorfeld der Konferenz zum illegalen Artenhandel am 11. und 12. Oktober 2018 in London fordert der WWF die Regierungen auf, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Ranger deutlich zu verbessern. „Wir befinden uns mitten in einer dramatischen Wildereikrise. Ranger brauchen Ausrüstung, Ausbildung und gute Bezahlung“, fordert Katharina Trump, Referentin für illegalen Artenhandel beim WWF Deutschland. „Jeder Ranger braucht zumindest eine Kranken- und Lebensversicherung.“

Erfahre mehr im Ranger-Report 2018 „Life on the Frontline“

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Chinas Kampf um die Dickhäuter

Am 31.12.2017 trat in China ein lang erwartetes Handelsverbot mit Elfenbein in Kraft. Der weltweit mit Abstand wichtigste Markt für Schnitzereien und Schmuck aus den Stoßzähnen der Elefanten sollte endlich trockengelegt werden und so die Wildereikrise stoppen helfen. Neun Monate später ziehen WWF und TRAFFIC mithilfe von Umfragen und Marktuntersuchungen eine erste Bilanz der neuen Politik.

Besonders positiv: Der Wunsch der Chinesinnen und Chinesen, Produkte aus Elfenbein zu erwerben, ist deutlich abgeflaut. 26 Prozent der Befragten gaben an, dies in Zukunft tun zu wollen. Das sei zwar immer noch ein zu hoher Wert, aber immerhin 17 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Umfrage im Jahr 2017. Zudem hätten viele potenzielle Käufer von dem Handelsverbot offenbar keine Kenntnis gehabt: Nur acht Prozent gaben zu Protokoll, bereits von dem Bann gehört zu haben – im Vergleich zu vier Prozent im vergangenen Jahr. Mit diesem Umstand konfrontiert sank der Anteil derer, die Elfenbein trotzdem weiter beziehen wollten, von 26 auf 14 Prozent. Gleichzeitig gaben neun von zehn Befragten an, das Verbot grundsätzlich zu begrüßen.

Der Rückgang beim Kaufinteresse ist ein großer Erfolg, gerade im Hinblick auf die tiefe Verwurzelung von Elfenbein in der chinesischen Kultur. Es ist wichtig, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass der Kauf dieser Produkte direkt mit dem massenhaften Töten der Elefanten zusammenhängt. Allein in Afrika verlieren wir 20.000 Tiere pro Jahr – und das bei einem Gesamtbestand von höchstens einer halben Million“, sagt Katharina Trump, Referentin für Wildtierkriminalität beim WWF Deutschland.

Neben der Nachfrage hat sich laut WWF und TRAFFIC auch das Angebot an Elfenbeinprodukten im Reich der Mitte verringert: Alle 71 untersuchten Verkaufsstellen, die in 2017 noch legal Elfenbein handeln durften, entfernten die entsprechenden Produkte aus ihrem Sortiment oder wurden gänzlich geschlossen. Auch neun Monate später wird hier keine Ware aus Elefantenstoßzähnen angeboten. Neben den lizenzierten, legalen Verkaufsstellen gab es bereits vor dem offiziellen Handelsverbot in China Läden, die ohne Lizenz und damit illegal Elfenbein anboten. Ihre Anzahl ging im Vergleich zum Vorjahr zwar um 30 Prozent zurück, trotzdem entdeckten die Umweltschützer in 354 Shops nahezu 3.000 illegal angebotene Elfenbeinprodukte – ein Anstieg um gut 20 Prozent verglichen mit 2017.

Gleichzeitig warnen WWF und TRAFFIC vor Schlupflöchern durch den Verkauf antiker Elfenbeinprodukte, die mit entsprechenden Zertifikaten und im Rahmen von Auktionen weiterhin legal gehandelt werden. In fast der Hälfte der 17 beispielhaft untersuchten Versteigerungen deckten die Umweltschützer Gesetzesverstöße auf. Über 200 Elfenbeinprodukte im Wert von rund einer Million US-Dollar wurden daraufhin konfisziert.

Die Schließung des nationalen Elfenbeinmarkts in China war ein enorm wichtiger Schritt für den Elefantenschutz. Das Verbot zeigt erste Wirkungen“, fasst Katharina Trump zusammen. „Angebot und Nachfrage gehen zurück, was sich auch in sinkenden Preisen wiederspiegelt. Dadurch wird das Geschäft für die Wildtiermafia und allen, die daran mitverdienen, weniger attraktiv. Gleichzeitig zeigt unsere Marktanalyse, dass der Bann kein Selbstläufer ist. Nach wie vor wird auf der Straße illegales Elfenbein verkauft und auch der legale Handel mit antiken Stücken lässt Schlupflöcher offen, um illegales Elfenbein zu handeln. Hier muss der Staat genau hinsehen und durchgreifen.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass das Kaufinteresse der Menschen weiter sinkt, damit sich Schwarzmärkte nicht vergrößern oder in benachbarte Länder verlagern. Es bleibt noch viel zu tun, um den Handel zu stoppen. Insgesamt sind die bisherigen Entwicklungen des Elfenbeinhandelsverbots jedoch positiv zu bewerten und es bleibt zu hoffen, dass weitere Länder Chinas Beispiel zügig folgen.“

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Tigerhandel in Europa muss ein Ende haben

Tiger werden trotz Artenschutz auch in Europa gehandelt – und getötet. Der WWF fordert: Das muss ein Ende haben.

Tiger werden zu vermeintlichen Wundermitteln verarbeitet – auch mitten in Europa. Bei einer Razzia Mitte Juli 2018 machte die tschechische Polizei einen grausamen Fund: Ein toter Tiger, Tigerteile in einer Kühltruhe, lebendige Exemplare in einem Käfig. Tigerfelle und in Alkohol eingelegte Tigerknochen, sogenannter Tigerwein. Woher die Tiere genau kommen, weiß man bisher noch nicht.

In den Kühltruhen entdeckten die Beamten auch Körperteile geschützter Tiere wie Biber und Eisvogel. Es wurde 71.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Drei Personen wurden festgenommen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Über 8.200 illegale Tigerprodukte

Der aktuelle Fall aus Tschechien ist der größte, der in Europa bisher aufgedeckt werden konnte. Aber nicht der einzige: Nach Recherchen der Organisation „Vier Pfoten“ wurden zwischen 1999 und 2016 mehr als 8.200 illegale Tigerprodukte wie Tiger-Suppenwürfel, Zähne und Krallen in der EU beschlagnahmt. „Private Zucht und der Verkauf von Tieren werden offensichtlich zu wenig kontrolliert“, sagt Tiger-Expertin Kathrin Hebel vom WWF Deutschland. Niemand kann derzeit sagen, wie viele Tiger in Europa gehalten, wohin sie verkauft werden, was nach ihrem Tod mit ihnen passiert. „Wir können nur spekulieren, wie viele Tiger, Löwen oder andere Großkatzen bei privaten Haltern und Züchtern leben“, sagt Hebel weiter.

Allein in Tschechien sollen es Schätzungen zufolge 250 Großkatzen bei privaten Haltern sein. Die tschechische Regierung hat als erste Gegenmaßnahmen einen Exportstopp für lebende Tiger in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union verkündet.

Handel mit Tigerteilen ist ein weltweites Problem

Schutz der Tiger in freier Wildbahn wird untergraben

Die EU muss endlich reagieren und verbieten, was verboten gehört“, fordert Hebel. Laut dem Washingtoner Artenabkommen CITES dürfen Tiger aus freier Wildbahn nicht gehandelt werden. Allerdings gibt es viele Schlupflöcher und Lücken. So ist der Handel mit Tigern aus Nachzuchten unter bestimmten Umständen zumindest nicht illegal. Und genau da ist für Kathrin Hebel das Problem. „Spätestens nach dem Fall in Tschechien müssen wir davon ausgehen, dass in Europa Tiger zum Teil gezüchtet werden, um sie für illegale Zwecke nach Asien zu exportieren.Und dieser Handel untergräbt den Schutz jedes Tigers in freier Wildbahn. Alles andere als ein glasklares Verbot jeglichen kommerziellen Handels befeuert weiterhin den illegalen Wildtierhandel – je größer das Angebot, desto mehr Interesse des organisierten Verbrechens besteht, auch eine entsprechende Nachfrage aufrecht zu erhalten. Deswegen fordert der WWF, jegliche Form von kommerziellem Tigerhandel weltweit zu verbieten. Dazu gehört auch die schrittweise Schließung von Tigerfarmen, wie sie vor allem in China, Laos, Vietnam und Thailand existieren. Aber auch die EU-Mitgliedstaaten und Länder wie die USA dürfen dabei nicht durch das kritische Raster fallen.

In Asien werden hohe Preise für Wildtierprodukte wie Tigerteile oder Nashorn-Horn gezahlt, da ihnen heilende Kräfte nachgesagt werden. Dieser Aberglaube ist dort seit Jahrhunderten verankert. Ein Kilo Tigerknochen kostet auf dem Schwarzmarkt im Schnitt 1.700 Euro.

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Grausamer Fund in Botswana: Fast 90 tote Elefanten

Bei einem Überflug sollen die Überreste von 87 Elefanten im Norden von Botswana entdeckt worden sein. Meldungen zufolge haben Wilderer die Tiere vor etwa zwei Wochen getötet. Den meisten Elefanten wurden die Stoßzähne entfernt. Die Regierung des Landes dementiert den Fund. „Wir müssen die genaue Faktenlage noch prüfen,“ sagt Katharina Trump vom WWF Deutschland. „Es wäre eine der größten Ansammlungen getöteter Elefanten, die bislang auf dem afrikanischen Kontinent entdeckt wurden. In jedem Fall ist die Sache sinnbildlich dafür, wie enorm die Bedrohung der Elefanten durch Wilderei ist und wie erbarmungslos die hochgerüsteten Wilderer überall auf der Welt vorgehen.“ Der WWF hat schon länger Sorge vor einer Ausweitung der Wilderei im südlichen Afrika, denn hier lebt der Großteil der afrikanischen Savannenelefanten.

Einstiger Rückzugsort für Elefanten

Bislang galt Botswana als vergleichsweise sicherer Hafen für Elefanten und die Regierung als unerbittlich im Kampf gegen die Wilderei. Dank des großen, grenzübergreifenden Schutzgebiets KAZA konnten sich Elefanten aus Angola, Namibia und Sambia frei in das sichere Terrain zurückziehen, wie Daten aus GPS-Halsbändern zeigen.

Anhaltende Nachfrage nach Elfenbein

„Der Vorfall erinnert einmal mehr daran, dass die Nachfrage nach Elfenbein – selbst nach der Schließung der Märkte in China – hoch ist“, sagt Katharina Trump. „Für eine wirkungsvolle Eindämmung der Wilderei war dies ein wichtiger Schritt, aber es bleibt noch viel zu tun.“ Das Handelsverbot in China, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt für Elfenbein, trat Ende letztes Jahr in Kraft. Doch vielerorts in Asien werden Figuren, Schnitzereien und Schmuck aus dem weißen Material immer noch als Statussymbol gehandelt.

Globale Lösung gefordert

Am 11. und 12. Oktober findet in London die Konferenz zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels statt. Regierungsvertreter aus aller Welt treffen sich in der britischen Hauptstadt, um über Lösungen für die Wildereiproblematik zu beraten. Zur Bekämpfung von Wilderei und Korruption werden mehr Ressourcen benötigt. Aber auch die Nachfrage nach Elfenbein – und unzähligen anderen, illegalen Wildtierprodukten, für die weltweit Arten der Wilderei zum Opfer fallen – muss durch Aufklärung und bessere Strafverfolgung dringend gesenkt werden.

Nachtrag vom 10.09.2018:
Die botswanische Regierung hat der oben genannten Darstellung inzwischen widersprochen. Anders als die Organisation „Elephants Without Borders“, die die getöteten Elefanten im Rahmen einer Wildtierzählung entdeckte und auf die sich unsere Meldung stützt, gibt die Regierung die Zahl der toten Tiere mit 53 an. Als Todesursache nennt sie Konflikte zwischen Menschen und Elefanten. Welcher Quelle mehr Glauben zu schenken ist, ist aktuell schwer zu beurteilen. Unstrittig ist, dass die Wilderei im südlichen Afrika zuletzt deutlich zugenommen hat. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, werden wir diese hier ergänzen.

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Nashorn-Tragödie in Kenia: Warten auf Erkenntnisse

Bei einer Nashornumsiedlung zum Aufbau einer stabilen Population im Juni und Juli 2018 sind alle elf Nashörner nach ihrer Freilassung in den hochgesicherten Tsavo East-Nationalpark gestorben.

„Der WWF bedauert den tragischen Tod der Nashörner zutiefst. Das ist ein schwerer Schlag für den Schutz der bedrohten Spitzmaulnashörner und für alle, denen der Artenschutz am Herzen liegt“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland.

Der WWF hat die Umsiedlung als wichtigen Beitrag für das langfristige Überleben dieser Spezies finanziell unterstützt. Für die Planung, Koordination und Durchführung der Umsiedlung selbst war die kenianische Wildtierbehörde Kenyan Wildlife Service (KWS) verantwortlich.

Zu den Vorwürfen, wonach die Umsiedlung auch auf Druck des WWF und trotz Bedenken von KWS-Mitarbeitern durchgeführt worden sei, sagt Christoph Heinrich: „Diese Verantwortung nun auf den WWF abschieben zu wollen, entbehrt jeder Grundlage. Der Zeitpunkt der Umsiedlung lag zu jeder Zeit vollständig in den Händen der Behörde. Wir weisen den Vorwurf entschieden zurück, gegen den Rat der Wildtierbehörde auf einer Umsiedlung bestanden zu haben. Für den WWF stand die Sicherheit der Tiere stets an erster Stelle.

Bis jetzt liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, was genau zum Tod der Nashörner geführt hat. „Wir warten auf den abschließenden Untersuchungsbericht des kenianischen Umweltministeriums und eine klare und umfassende Analyse“, sagt WWF-Vorstand Heinrich weiter.

Nashorn-Umsiedlungen: Die letzte Option

Die Umsiedlung großer Säugetiere ist komplex und birgt Risiken. Spitzmaulnashörner sind jedoch so stark bedroht, dass solche Schutzbemühungen – einschließlich Umsiedlungen aus zu kleinen Schutzgebieten – die einzige Möglichkeit darstellen, die Art dauerhaft zu erhalten.

Im riesigen Tsavo-Nationalpark lebten noch vor 70 Jahren fast 20.000 Nashörner, die dann durch die Wilderei nahezu ausgerottet wurden. In 2017 wurden nur noch 745 Spitzmaulnashörner in Kenia gezählt, 15 davon im Tsavo Nationalpark. Die Umsiedlung der ausgesuchten Tiere in ein speziell gesichertes Kernschutzgebiet im Tsavo Nationalpark sollte den Aufbau einer ausreichend großen Gründerpopulation ermöglichen, um das Überleben der Spitzmaulnashörner in diesem großflächigen und idealen Lebensraum dauerhaft zu sichern.

Der WWF hat deshalb die kenianische Wildtierbehörde KWS bei der Umsiedlung von elf Nashörnern – acht aus dem Nairobi National Park und drei aus dem Lake Nakuru National Park – finanziell unterstützt. Bislang gab es bei über 150 umgesiedelten Tieren in Kenia maximal zwölf Todesfälle, die mit den Umständen der Umsiedlung in Zusammenhang standen.

Erfahre mehr über die Bedrohung und den Schutz der Nashörner.

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