Tigerhandel in Europa muss ein Ende haben

Tiger werden trotz Artenschutz auch in Europa gehandelt – und getötet. Der WWF fordert: Das muss ein Ende haben.

Tiger werden zu vermeintlichen Wundermitteln verarbeitet – auch mitten in Europa. Bei einer Razzia Mitte Juli 2018 machte die tschechische Polizei einen grausamen Fund: Ein toter Tiger, Tigerteile in einer Kühltruhe, lebendige Exemplare in einem Käfig. Tigerfelle und in Alkohol eingelegte Tigerknochen, sogenannter Tigerwein. Woher die Tiere genau kommen, weiß man bisher noch nicht.

In den Kühltruhen entdeckten die Beamten auch Körperteile geschützter Tiere wie Biber und Eisvogel. Es wurde 71.000 Euro Bargeld beschlagnahmt. Drei Personen wurden festgenommen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

Über 8.200 illegale Tigerprodukte

Der aktuelle Fall aus Tschechien ist der größte, der in Europa bisher aufgedeckt werden konnte. Aber nicht der einzige: Nach Recherchen der Organisation „Vier Pfoten“ wurden zwischen 1999 und 2016 mehr als 8.200 illegale Tigerprodukte wie Tiger-Suppenwürfel, Zähne und Krallen in der EU beschlagnahmt. „Private Zucht und der Verkauf von Tieren werden offensichtlich zu wenig kontrolliert“, sagt Tiger-Expertin Kathrin Hebel vom WWF Deutschland. Niemand kann derzeit sagen, wie viele Tiger in Europa gehalten, wohin sie verkauft werden, was nach ihrem Tod mit ihnen passiert. „Wir können nur spekulieren, wie viele Tiger, Löwen oder andere Großkatzen bei privaten Haltern und Züchtern leben“, sagt Hebel weiter.

Allein in Tschechien sollen es Schätzungen zufolge 250 Großkatzen bei privaten Haltern sein. Die tschechische Regierung hat als erste Gegenmaßnahmen einen Exportstopp für lebende Tiger in Drittstaaten außerhalb der Europäischen Union verkündet.

Handel mit Tigerteilen ist ein weltweites Problem

Schutz der Tiger in freier Wildbahn wird untergraben

Die EU muss endlich reagieren und verbieten, was verboten gehört“, fordert Hebel. Laut dem Washingtoner Artenabkommen CITES dürfen Tiger aus freier Wildbahn nicht gehandelt werden. Allerdings gibt es viele Schlupflöcher und Lücken. So ist der Handel mit Tigern aus Nachzuchten unter bestimmten Umständen zumindest nicht illegal. Und genau da ist für Kathrin Hebel das Problem. „Spätestens nach dem Fall in Tschechien müssen wir davon ausgehen, dass in Europa Tiger zum Teil gezüchtet werden, um sie für illegale Zwecke nach Asien zu exportieren.Und dieser Handel untergräbt den Schutz jedes Tigers in freier Wildbahn. Alles andere als ein glasklares Verbot jeglichen kommerziellen Handels befeuert weiterhin den illegalen Wildtierhandel – je größer das Angebot, desto mehr Interesse des organisierten Verbrechens besteht, auch eine entsprechende Nachfrage aufrecht zu erhalten. Deswegen fordert der WWF, jegliche Form von kommerziellem Tigerhandel weltweit zu verbieten. Dazu gehört auch die schrittweise Schließung von Tigerfarmen, wie sie vor allem in China, Laos, Vietnam und Thailand existieren. Aber auch die EU-Mitgliedstaaten und Länder wie die USA dürfen dabei nicht durch das kritische Raster fallen.

In Asien werden hohe Preise für Wildtierprodukte wie Tigerteile oder Nashorn-Horn gezahlt, da ihnen heilende Kräfte nachgesagt werden. Dieser Aberglaube ist dort seit Jahrhunderten verankert. Ein Kilo Tigerknochen kostet auf dem Schwarzmarkt im Schnitt 1.700 Euro.

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Aufklärung

Wir müssen die enorme Nachfrage nach Tigerprodukten stoppen.

Tigerschutz

Wir setzen Ranger ein, die Tiger aus Fallen befreien und Wilderer überführen.

Ausstattung

Wir statten Ranger für den Kampf gegen die Wilderei in Schutzgebieten aus.

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Grausamer Fund in Botswana: Fast 90 tote Elefanten

Bei einem Überflug sollen die Überreste von 87 Elefanten im Norden von Botswana entdeckt worden sein. Meldungen zufolge haben Wilderer die Tiere vor etwa zwei Wochen getötet. Den meisten Elefanten wurden die Stoßzähne entfernt. Die Regierung des Landes dementiert den Fund. „Wir müssen die genaue Faktenlage noch prüfen,“ sagt Katharina Trump vom WWF Deutschland. „Es wäre eine der größten Ansammlungen getöteter Elefanten, die bislang auf dem afrikanischen Kontinent entdeckt wurden. In jedem Fall ist die Sache sinnbildlich dafür, wie enorm die Bedrohung der Elefanten durch Wilderei ist und wie erbarmungslos die hochgerüsteten Wilderer überall auf der Welt vorgehen.“ Der WWF hat schon länger Sorge vor einer Ausweitung der Wilderei im südlichen Afrika, denn hier lebt der Großteil der afrikanischen Savannenelefanten.

Einstiger Rückzugsort für Elefanten

Bislang galt Botswana als vergleichsweise sicherer Hafen für Elefanten und die Regierung als unerbittlich im Kampf gegen die Wilderei. Dank des großen, grenzübergreifenden Schutzgebiets KAZA konnten sich Elefanten aus Angola, Namibia und Sambia frei in das sichere Terrain zurückziehen, wie Daten aus GPS-Halsbändern zeigen.

Anhaltende Nachfrage nach Elfenbein

„Der Vorfall erinnert einmal mehr daran, dass die Nachfrage nach Elfenbein – selbst nach der Schließung der Märkte in China – hoch ist“, sagt Katharina Trump. „Für eine wirkungsvolle Eindämmung der Wilderei war dies ein wichtiger Schritt, aber es bleibt noch viel zu tun.“ Das Handelsverbot in China, dem weltweit wichtigsten Absatzmarkt für Elfenbein, trat Ende letztes Jahr in Kraft. Doch vielerorts in Asien werden Figuren, Schnitzereien und Schmuck aus dem weißen Material immer noch als Statussymbol gehandelt.

Globale Lösung gefordert

Am 11. und 12. Oktober findet in London die Konferenz zur Bekämpfung des illegalen Artenhandels statt. Regierungsvertreter aus aller Welt treffen sich in der britischen Hauptstadt, um über Lösungen für die Wildereiproblematik zu beraten. Zur Bekämpfung von Wilderei und Korruption werden mehr Ressourcen benötigt. Aber auch die Nachfrage nach Elfenbein – und unzähligen anderen, illegalen Wildtierprodukten, für die weltweit Arten der Wilderei zum Opfer fallen – muss durch Aufklärung und bessere Strafverfolgung dringend gesenkt werden.

Nachtrag vom 10.09.2018:
Die botswanische Regierung hat der oben genannten Darstellung inzwischen widersprochen. Anders als die Organisation „Elephants Without Borders“, die die getöteten Elefanten im Rahmen einer Wildtierzählung entdeckte und auf die sich unsere Meldung stützt, gibt die Regierung die Zahl der toten Tiere mit 53 an. Als Todesursache nennt sie Konflikte zwischen Menschen und Elefanten. Welcher Quelle mehr Glauben zu schenken ist, ist aktuell schwer zu beurteilen. Unstrittig ist, dass die Wilderei im südlichen Afrika zuletzt deutlich zugenommen hat. Sobald weitere Informationen verfügbar sind, werden wir diese hier ergänzen.

Mit nur 5 € im Monat hilfst du uns als WWF-Fördermitglied, die Wilderei zu bekämpfen, den Handel zu stoppen und die Nachfrage einzudämmen.

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Nashorn-Tragödie in Kenia: Warten auf Erkenntnisse

Bei einer Nashornumsiedlung zum Aufbau einer stabilen Population im Juni und Juli 2018 sind alle elf Nashörner nach ihrer Freilassung in den hochgesicherten Tsavo East-Nationalpark gestorben.

„Der WWF bedauert den tragischen Tod der Nashörner zutiefst. Das ist ein schwerer Schlag für den Schutz der bedrohten Spitzmaulnashörner und für alle, denen der Artenschutz am Herzen liegt“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland.

Der WWF hat die Umsiedlung als wichtigen Beitrag für das langfristige Überleben dieser Spezies finanziell unterstützt. Für die Planung, Koordination und Durchführung der Umsiedlung selbst war die kenianische Wildtierbehörde Kenyan Wildlife Service (KWS) verantwortlich.

Zu den Vorwürfen, wonach die Umsiedlung auch auf Druck des WWF und trotz Bedenken von KWS-Mitarbeitern durchgeführt worden sei, sagt Christoph Heinrich: „Diese Verantwortung nun auf den WWF abschieben zu wollen, entbehrt jeder Grundlage. Der Zeitpunkt der Umsiedlung lag zu jeder Zeit vollständig in den Händen der Behörde. Wir weisen den Vorwurf entschieden zurück, gegen den Rat der Wildtierbehörde auf einer Umsiedlung bestanden zu haben. Für den WWF stand die Sicherheit der Tiere stets an erster Stelle.

Bis jetzt liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor, was genau zum Tod der Nashörner geführt hat. „Wir warten auf den abschließenden Untersuchungsbericht des kenianischen Umweltministeriums und eine klare und umfassende Analyse“, sagt WWF-Vorstand Heinrich weiter.

Nashorn-Umsiedlungen: Die letzte Option

Die Umsiedlung großer Säugetiere ist komplex und birgt Risiken. Spitzmaulnashörner sind jedoch so stark bedroht, dass solche Schutzbemühungen – einschließlich Umsiedlungen aus zu kleinen Schutzgebieten – die einzige Möglichkeit darstellen, die Art dauerhaft zu erhalten.

Im riesigen Tsavo-Nationalpark lebten noch vor 70 Jahren fast 20.000 Nashörner, die dann durch die Wilderei nahezu ausgerottet wurden. In 2017 wurden nur noch 745 Spitzmaulnashörner in Kenia gezählt, 15 davon im Tsavo Nationalpark. Die Umsiedlung der ausgesuchten Tiere in ein speziell gesichertes Kernschutzgebiet im Tsavo Nationalpark sollte den Aufbau einer ausreichend großen Gründerpopulation ermöglichen, um das Überleben der Spitzmaulnashörner in diesem großflächigen und idealen Lebensraum dauerhaft zu sichern.

Der WWF hat deshalb die kenianische Wildtierbehörde KWS bei der Umsiedlung von elf Nashörnern – acht aus dem Nairobi National Park und drei aus dem Lake Nakuru National Park – finanziell unterstützt. Bislang gab es bei über 150 umgesiedelten Tieren in Kenia maximal zwölf Todesfälle, die mit den Umständen der Umsiedlung in Zusammenhang standen.

Erfahre mehr über die Bedrohung und den Schutz der Nashörner.

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Borneos Orang-Utans: Die Not bleibt, die Hoffnung wächst

Weil immer mehr Wald gerodet wird, bleibt Orang-Utans oft nichts anderes übrig, als in Plantagen und Felder einzudringen, um nicht zu verhungern. Dort jedoch werden sie oft als „Schädlinge“ getötet. Zurück bleiben Orang-Utan-Waisenkinder, die zum Teil gezielt gejagt und verkauft werden. Diesen Domino-Effekt versucht der WWF zu durchbrechen – vor allem durch Aufklärung und Bewusstseinswandel. Am 19. August ist Welt-Orang-Utan-Tag. An diesem Tag sollten wir die Menschenaffen besonders ehren und daran erinnern, dass sie bedroht sind.

Jedes Jahr werden allein im indonesischen Teil Borneos schätzungsweise mehr als 2.200 Orang-Utans getötet. Susanne Gotthardt, Expertin für Südostasien beim WWF Deutschland, kennt die maßgebliche Ursache. „Viele Menschen dort wissen noch immer nicht, dass Orang-Utans geschützt sind. Deshalb gehen wir vor allem zu den Kleinbauern, die aus Rache, Furcht oder zum Schutz ihrer Ernte Orang-Utans angreifen. Ihnen erklären wir, wie wichtig die Menschenaffen für die Natur sind – zum Beispiel als Samenverbreiter. Und wir zeigen ihnen, wie sie Konflikte mit den Tieren vermeiden können.“

Inzwischen arbeitet das WWF-Team in Indonesien mit mehreren Gemeinden zusammen, in deren Waldgebieten Orang-Utans leben. In manchen Dörfern helfen die Dorfbewohner bereits beim Zählen der Orang-Utan-Nester. Ein wichtiger Job, um herauszufinden, wie viele der Menschenaffen tatsächlich in der Region leben.

Wie Orang-Utans für sauberes Wasser sorgen

In einigen Gemeinden sorgen Orang-Utans sogar schon für mehr Lebensqualität. Denn sie locken zahlungskräftige Ökotouristen an. Vorreiter ist das Dorf Melemba am Rand des Danau-Sentarum-Nationalparks, wo bereits ein Viertel des Gemeindewaldes als schützenswerte Tourismuszone ausgewiesen ist.

Dort bringen die Orang-Utans den rund 60 Dorfbewohnern inzwischen ganz konkrete Vorteile, berichtet Biologin Dewi Puspita Sari vom WWF Indonesien: „Eine Frau, die in Melemba lebt, erzählte mir, dass ihr Leben heute besser geworden ist. Sie kann dank einer Wasserleitung aus dem Orang-Utan-Schutzgebiet sauberes Wasser genießen und hat jetzt Zugang zu Strom aus Sonnenkollektoren und zu sanitären Anlagen.“ All das wurde gleichermaßen für Dorfbewohner und Touristen gebaut, die Orang-Utans sehen wollen.

Um Bewusstsein für Orang-Utans zu wecken, setzt der WWF vor allem auf Jugendliche und junge Erwachsene, da sie gute Multiplikatoren in den Familien sind. In mehreren Kampagnen vor Ort klärten die Kollegen darüber auf, warum die Menschenaffen geschützt sind und wie jeder gegen Wilderei mithelfen kann. Eine anschließend durchgeführte Studie bestätigte die Methode: Die meisten Befragten gaben an, auf diesem Weg für die Belange der Orang-Utans sensibilisiert worden zu sein.

Unsere indonesischen Kollegen in Pontianak sagen Danke für eure Unterstützung

Orang-Utans auf Instagram

Leider sind soziale Medien auch eine wachsende Plattform für illegalen Artenhandel. Ein noch minderjähriger Händler bot über insgesamt 16 verschiedenen Online-Konten Wildtiere an. Darunter auch Orang-Utans auf Instagram: Ein zwölf Monate altes Männchen für umgerechnet 95 Euro und ein zehn Monate altes Weibchen für 160 Euro.

Im August 2017 wurde der minderjährige Händler zusammen mit seinem volljährigen Partner von der Polizei aufgegriffen. Beide wurden verurteilt, der Minderjährige zu fünf, der Volljährige zu acht Monaten Haft. Das ist ein Erfolg, doch es war seit 2015 erst die zweite Verurteilung. Deshalb schulen wir Strafvollzugsbeamte, damit sie illegalen Orang-Utan-Handel künftig stärker ahnden und mögliche neue Täter abschrecken. Zugleich weiten wir unsere Tätersuche verstärkt auf soziale Medien aus.

Parallel bleiben wir vor Ort aktiv und finanzieren weitere Ranger-Patrouillen in Orang-Utan-Lebensräumen, um Wilderei dauerhaft einzudämmen. Erst im Mai wurden zwei Kontrolltouren im Betung-Kerihun-Nationalpark durchgeführt. Glücklicherweise fanden die Patrouillen keinen Nachweis von Orang-Utan-Wilderei, dafür aber Fallen für Wildschweine und Vögel.

Moschee-Aktion für Menschenaffen

Bewusstseinswandel gelingt auch über Vorbilder – vor allem religiöse. Am internationalen Biodiversitätstag, dem 22. Mai, führte der WWF daher in der Munzalan-Moschee in Kubu Raya eine besondere Veranstaltung durch. Der Regierungsbezirk im Westen Borneos gilt als Brennpunkt der Konflikte zwischen Menschen und Orang-Utans.

In Zusammenarbeit mit den Religionsgelehrten wurde eine auf Initiative des WWF erlassene Fatwa (ein religiöses Rechtsgutachten) des indonesischen Rats der islamischen Rechtsgelehrten intensiv besprochen. Die Fatwa besagt, dass Tiere Geschöpfe Allahs sind und sich Muslime dafür einsetzen sollen, bedrohte Tierarten wie Tiger, Nashörner, Elefanten und Orang-Utans zu schützen. Die Bevölkerung Borneos ist mehrheitlich muslimisch.

Kein Einlenken der Forstunternehmen

Hingegen enttäuschend ist bislang die Blockade seitens der Forstunternehmen, die Konzessionen für Wälder auf Borneo besitzen. Sie schienen zunächst offen zu sein für ein neues, artenfreundliches Waldmanagement und waren anfänglich gewillt, uns die Orang-Utans auf ihren Waldflächen studieren zu lassen. Leider haben wir bis jetzt dazu noch keine Erlaubnis erhalten. Doch wir bleiben dran! Unsere Verhandlungen laufen weiter, um die internen Widerstände in den Unternehmen zu überwinden. Denn nur wenn die Konzessionswälder nachhaltig genutzt werden, haben die Orang-Utan-Populationen dort eine Überlebenschance.

Weiter positiv verläuft hingegen unsere Zusammenarbeit mit den Gemeinden. WWF-Expertin Susanne Gotthardt: „Immer mehr Bürgermeister unterstützen uns. Das Bewusstsein wächst, dass Orang-Utans aus gutem Grund unter Schutz stehen und wir achtsam mit ihnen umgehen müssen. Im Dorf Melemba überwacht die Bevölkerung inzwischen mit WWF-Unterstützung sogar die Orang-Utans, um etwaige Gefahren frühzeitig zu erkennen und den Behörden zu melden. Das stimmt mich sehr hoffnungsvoll.“

Wie schützt man Orang-Utans? Wir haben Dewi Puspita Sari vom WWF Indonesien bei ihrer Arbeit begleitet.

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Die Jagd auf Waldelefanten bedroht Lebensräume

Wilderei, das bedeutet getötete Tiere, grausame Bilder, illegaler Handel und unsägliches Leid. Wilderei bedeutet aber auch die Veränderung eines Lebensraumes. Wenn Tiere von Menschenhand einem Lebensraum entrissen werden, trifft das nicht nur die Population der bejagten Tierart. Auch ihr Umfeld und ihr Verhalten verändern sich. Was passiert, wenn die Architekten des Waldes fehlen?

Am 12. August ist Welt-Elefanten-Tag. Der Tag soll die sanften Dickhäuter ehren und daran erinnern, dass sie bedroht sind. Die Afrikanischen Waldelefanten befinden sich am Rande der Ausrottung: In den vergangenen 15 Jahren sind ihre Bestände um 60 bis 70 Prozent zurück gegangen, vereinzelt sogar um 90 Prozent. Gründe für die prekäre Lage sind Wilderei und der Verlust des Lebensraums. Es ist Zeit zu Handeln – andernfalls könnten erste Waldelefanten-Populationen innerhalb der nächsten zehn Jahre ausgestorben sein.

Fehlen Afrikanische Waldelefanten oder verringert sich ihr Bestand auf wenige Populationen in geschützten Wäldern, könnten sich bis zu 90 Prozent der zentralafrikanischen Wälder drastisch verändern und eine andere Artenzusammensetzung und -struktur entwickeln.

Elefanten als Ökoingenieure

Wie sich Wilderei langfristig auf die Umwelt auswirkt, ist anhand der Savannen-Elefanten gut belegt. Diese Erkenntnisse lassen sich auch auf Afrikanische Waldelefanten anwenden. Die Untersuchungen zeigen: Elefanten sind Ökoingenieure, die Waldlebensräume schaffen und erhalten. Wenn sie fehlen, verändert sich die Zusammensetzung und Struktur der tropischen Wälder in Afrika. Und das wiederum hat Folgen für andere Arten – und für uns Menschen.

Wenn Elefanten durch Wälder streifen, erschaffen sie ein Netzwerk aus Elefantenpfaden. Zudem helfen sie dabei, Samen zu verbreiten und den Wald zu gestalten. Sie fressen Früchte und scheiden deren Samen an anderen Stellen aus, sie trampeln jüngere Pflanzen nieder und durchwühlen mit ihrem Rüssel und ihren Stoßzähnen Sämlinge und Setzlinge. So lichten Elefanten den Wald auf natürliche Weise. Und sie führen dem Wald durch ihre Ausscheidungen wichtige Nährstoffe zu – Nährstoff-Recycling nennt man das.

Fehlen die Elefanten, wird der Wald dichter, weil Samen direkt um die Mutterpflanze herum keimen und nicht zertrampelt oder herausgerissen werden. Das wiederum führt zu einer höheren Dichte kleiner Bäume, die sich den Platz teilen müssen. Die Entwicklung großer Bäume kann so beeinträchtigt werden, was wiederum eine homogenere, weniger abwechslungsreiche, Waldstruktur zur Folge hat.

Das Verhalten ändert sich

Nicht nur das Umfeld der Elefanten verändert sich durch Wilderei, auch die Entwicklung der Elefanten selbst. Bei den Savannen-Elefanten konnte das gut beobachtet werden.

Wo gewildert wird, hören Elefanten regelmäßig Schüsse, begegnen Wilderern und Elefanten-Kadavern und werden Zeuge des Todes von Artgenossen – auch dem enger Gefährten und Familienmitglieder. Die Folge: Die Tiere ändern ihr Verhalten, werden nachtaktiv und reagieren in vielen Situationen verstärkt mit Fluchtverhalten und Stress. Einige Beispiele:

Häufig sind es große Bullen und die älteren Elefantenkühe, die Wilderern zum Opfer fallen. Der Verlust der Mutter erhöht die Sterblichkeitsrate der jungen Elefanten drastisch. Doch die Kühe haben in einer Elefantengruppe noch andere wichtige Aufgaben: Sie treffen Entscheidungen und sie helfen dabei, wichtige Nahrungsressourcen und Wasserstellen zu finden.

Junge Bullen, die Zeuge des Todes von Familienangehörigen wurden, entwickelten während des Heranwachsens hyperaggressives Verhalten. Fehlen erwachsene, erfahrene Tiere in einer Population, wird dieses störende und anomale Verhalten eher beibehalten.

Elefanten, die in ihrem Lebensraum häufig Menschen begegnen, bewegen sich außerhalb geschützter Gebiete schneller. Sie neigen außerdem dazu, die Ernte der Menschen als Nahrungsquelle zu nutzen. Weil sie wissen, dass von den Menschen eine Gefahr ausgeht, tun sie das vorzugsweise nachts und meiden dabei mondhelle Nächte.

Konflikte nehmen zu

Durch Wilderei, Veränderungen des Lebensraums und die Zunahme der menschlichen Siedlungen werden immer mehr Waldelefanten in Schutzgebiete gedrängt. Der knappe geschützte Lebensraum führt dazu, dass sich Konflikte zwischen Menschen und Elefanten verstärken, besonders am Rande der Schutzgebiete. Tiere auf Nahrungssuche zerstören die Ernte der Menschen, auch direkte Begegnungen zwischen Menschen und Elefanten werden häufiger und so steigt auch die Zahl der Verletzungen durch Elefanten. All das führt dazu, dass die Stimmung gegenüber Elefanten und Naturschutzprogrammen kippt. Das Zusammenleben zwischen Mensch und Elefant ist komplex und erfordert ein kontinuierliches Management auf mehreren Ebenen.

Wichtigstes Anliegen des WWF ist deshalb, die Wilderei zu bekämpfen, die Fragmentierung von Lebensräumen zu stoppen und Strategien für die Landnutzungsplanung und die Interaktion zwischen Mensch und Elefanten zu entwickeln. Nur so können wir das Überleben der Afrikanischen Waldelefanten sicherstellen.

Die Afrikanischen Waldelefanten brauchen deine Unterstützung

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„Ich sehe es als meine Pflicht an, die Tierwelt in meinem Land zu schützen“

Zum Welt-Ranger-Tag am 31.7.2018 haben wir Pascal Dangbino interviewt. Er ist einer der erfahrensten Ranger im Schutzgebiet Dzanga-Sangha in der Zentralafrikanischen Republik. Zusammen mit seinen Kollegen setzt er sich für den Schutz von Waldelefanten, Flachlandgorillas und Schimpansen ein. Jetzt wurde der heute 46-jährige Pascal für seinen außergewöhnlichen Einsatz über fast 30 Jahre hinweg mit dem Paradise Ranger Award 2018 geehrt. Er ist der dienstälteste und letzte verbliebene Ranger aus der ersten Ranger-Generation von 1988.

Pascal, wie bist du Ranger geworden?

Ich komme aus Bossongoa, das liegt zirka 300 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangui, und konnte leider nur bis zum Ende der Grundschule in die Schule gehen. Leider fehlte mir das Geld, die obligatorische Schuluniform anzuschaffen. Deshalb fing ich an, auf den Feldern zu arbeiten und hier und da kleine Jobs zu machen. Mit 18 sah ich mich dann gezwungen, meine Familie zu verlassen und in Bayanga nach einem Job zu suchen. Hier bewarb ich mich als Ranger im Schutzgebietsprojekt Dzanga-Sangha. Ich habe mein Bestes gegeben und es in das erste Ranger-Team geschafft.

Welche Herausforderungen hat der Job für dich?

Als ich anfing, war das Training natürlich sehr intensiv und schwierig. Vor allem die Patrouillen im Wald waren anstrengend. Ich habe mein Leben lang in der Savanne gelebt. Im Regenwald zu arbeiten war deshalb eine große Umstellung für mich. Ich musste mich erst an die hohe Luftfeuchtigkeit, die Hitze und das Dickicht gewöhnen. Das war nicht leicht. Ich fand es zunächst auch ziemlich einschüchternd, dass Tiere plötzlich und ohne Vorwarnung nur zwei oder drei Meter an mir vorbei liefen. Kaum zu glauben, aber ich hatte zum Beispiel noch nie zuvor einen Elefanten gesehen.

Was hat es mit dem Dzanga-Sangha-Naturschutzgebiet auf sich?

1988 initiierte der WWF in Zusammenarbeit mit dem zentralafrikanischen Ministerium für Wasser, Wälder, Jagd, Fischerei und Umwelt (MEFCPE) das Dzanga-Sangha-Projekt, um den zukünftigen Nationalpark und seine Pufferzone zu verwalten. Das war vor rund 30 Jahren. Seitdem bin ich mit dabei. Als einer der ersten zehn Ranger erkundete ich damals zusammen mit Forschern und Projektmanagern das Gebiet. Gleichzeitig waren wir die ersten Botschafter für die Vielfalt der Wälder und deren nachhaltige Nutzung für die Menschen vor Ort.

Was sind deine konkreten Aufgaben?

Ich war lange Zeit auf Patrouille mit dabei, um die Wildtiere zu schützen und illegale Aktivitäten im Wald zu verhindern. Nach 25 Jahren Dienst im Feld arbeite ich nun hauptsächlich im Hauptquartier von Dzanga-Sangha, nahe des Dorfes Bayanga, wo ich auch lebe. Ich trainiere jetzt die jungen Ranger, damit sie körperlich fit bleiben. Außerdem betreue ich die Waffenkammer, dort verwalte ich die Waffen der Wache sowie die Beschlagnahmungen, wie z.B. illegale Waffen oder Elfenbein.

Was fasziniert dich an deiner Arbeit und macht dir besondere Freude?

Wir arbeiten als Team zusammen und haben dasselbe Ziel: Die Bekämpfung der Wilderei und die Erhaltung der Tierwelt. Wir helfen und motivieren uns gegenseitig. Das finde ich unglaublich wichtig. Deshalb liebe ich meine Arbeit. Ich sehe es als meine Pflicht an, die Tierwelt in meinem Land zu schützen. Das ist meine Motivation, jeden Tag ins Feld zu gehen und auch mein Leben für den Naturschutz zu riskieren. Wenn wir im Feld sind und verhindern können, dass Tiere getötet werden, bedeutet dies jedes Mal ein richtiges Erfolgserlebnis für mich.

Du hattest also schon direkt mit Wilderern zu tun?

Eines Morgens, vor etwa sechs Jahren, patrouillierten wir nahe des Dorfes Lidjombo im südlichen Teil des Dzanga-Sangha-Schutzgebietes. Abseits vom Dorf stießen wir auf menschliche Spuren. Ich war damals der Einsatzleiter und in meinem Team befanden sich noch zwei weitere Ranger und ein Fährtenleser. Wir tarnten uns und wollten den Wilderern auflauern. Zu unserer Überraschung führte uns die Fährte schnell auf eine Gruppe von mehr als 30 Wilderern. Sie waren bewaffnet und eröffneten sofort das Feuer. Die Gruppe der Wilderer bestand aus Dorfbewohnern, darunter ein Polizist, der Bürgermeister des Ortes und ein Soldat. Unser Team hatte nur eine Waffe. Durch viel Geschick konnten wir alle 30 Wilderer verhaften. Ich war sehr stolz auf unsere Teamarbeit, zumal wir es geschafft hatten, die Wilderer abzufangen, bevor sie Tiere töten konnten. Zum Glück wurde auf beiden Seiten niemand verletzt. Dies war sicherlich eine der größten Erfolgsgeschichten meiner Laufbahn.

Was denkt deine Familie über deinen gefährlichen Job?

Meine vier Töchter sind sehr stolz auf mich. Ich bin in der Lage, für meine Kinder zu sorgen und ihnen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Zwei meiner Mädchen wohnen noch bei mir, sie sind sechs und sieben Jahre alt. Meine zwei Älteren habe ich auf Schulen in Berberati und Bangui geschickt.

Wenn du noch einmal die Wahl hättest, würdest du wieder Ranger werden?

Ja, das würde ich. Ich habe die meiste Zeit meines Lebens hier gearbeitet und kann mir nichts besseres vorstellen. Meine Arbeit bedeutet mir nicht nur auf beruflicher, sondern auch auf persönlicher Ebene sehr viel. Als alleinerziehender Vater konnte ich meinen vier Kindern mit diesem Job das ermöglichen, was ich damals aufgeben musste, nämlich den Zugang zu Bildung und zu einem komfortableren Leben.

Was rätst du jungen Rangern?

Ich würde ihnen raten, diszipliniert zu sein, ihre Arbeit zu lieben und jeden Tag ihr Bestes im Feld zu geben. Ich würde ihnen auch sagen, dass sie ihre Familien nicht vernachlässigen und dafür sorgen sollten, dass ihre Kinder zum Beispiel zur Schule gehen können. So können sie ihnen eine bessere Zukunft sichern.

Was wünscht du dir für den Naturschutz in deiner Region?

Ich hoffe wirklich, dass wir es schaffen die Populationen von besonders gefährdeten Arten wie Waldelefanten, Flachlandgorillas und Schimpansen zu stabilisieren. Es dauert lange, bis sie sich von Wildereivorfällen erholen. Dazu müssen wir die Wilderei in der Region beenden und Hand in Hand mit der lokalen Bevölkerung arbeiten.

Was ist dein Fazit nach 30 Jahren als Ranger?

Die Wilderei ist allgegenwärtig. Ich mache meine Arbeit trotzdem leidenschaftlich gerne. Ich glaube, dass es seit der Gründung des Schutzgebietes einen wichtigen Wandel in den Überzeugungen und Einstellungen der lokalen Gemeinden gegeben hat. Anfangs standen die meisten Menschen der Idee der Zusammenarbeit mit der Schutzgebietsbehörde sehr skeptisch gegenüber. Unser Team hat sich jedoch sehr bemüht, die lokale Bevölkerung zu sensibilisieren und mit der Zeit haben die Dorfbewohner positive Ergebnisse gesehen. Viele in der Gemeinde setzten sich heute selbst aktiv für den Schutz von Dzanga-Sangha und die Bekämpfung der Wilderei ein. Das und der Tourismus sind wichtig für die lokale Gemeinschaft. Natürlich sind nicht alle zufrieden und es bleibt noch viel zu tun.

Die Auszeichnung mit dem Paradise Ranger Award 2018 ist für mich eine große Ehre und ein Symbol der Anerkennung für all die Arbeit, die ich geleistet habe. Ich sehe es als Leuchtfeuer der Hoffnung für zukünftige Generationen, damit auch diese sich für den Wald und deren Tierwelt von Dzanga-Sangha engagieren.

Der African Ranger Award geht jährlich an Ranger in Afrika, die für ihre besonderen Leistungen beim Bekämpfen von Wilderei und dem illegalen Handel mit Wildtieren und für ihren Einsatz gegen den Verlust von Lebensräumen ausgezeichnet werden. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 3000 US-Dollar und eine Urkunde. Der Award wird von der Alibaba Foundation and The Paradise verliehen.

Unterstütze die Arbeit der Ranger in Dzanga-Sangha:

Die Gorillas von Dzanga-Sangha

Im UNESCO-Weltnaturerbe Dzanga-Sangha sind die Gorillas große Hoffnungsträger für die Menschen, die Forschung und den Artenschutz.

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Tiger auf Sumatra: Garantiert kein Photoshop

„Wunderschön!“ ist das erste, was einem einfällt, wenn man das Bild des Sumatra-Tigers sieht. Majestätisch blickt er über die grünen Hügel. Als wäre er selbst ganz angetan von der Schönheit seines Lebensraumes.

Doch das Allerschönste an diesem Bild ist: Es ist echt! Kein Fake, kein Photoshop, sondern der Schnappschuss einer der Kamerafallen, die als Teil des groß angelegten Tiger-Monitorings in Zentralsumatra aufgehängt wurden. Ranger und Wissenschaftler kämpfen sich oft tagelang durch dichten Dschungel, um an den entlegensten Orten Kamerafallen zu installieren oder die Speicherkarten der Kameras auszulesen. Bergauf, bergab. Nicht selten sind sie wochenlang unterwegs.

Familienleben vor der Kamera

Manchmal dokumentieren die Kamerafallen ganze Familienchroniken: die Tigermutter Rima mit drei gesunden Tigerjungen. Drei! Das ist eher selten. Und zwei Jahre später: die Kinder sind aus dem Haus, da paart sich Rima wieder. Und erneut präsentiert sie einige Monate später ihre Jungen. Und diesmal sind es sogar vier!

Wie Kamerafallen Tigerschützern helfen

Der Einsatz der Kamerafallen ist mindestens so unentbehrlich wie die Daten, die gewonnen werden. Es sind kostbare Informationen über die Verbreitung der Tiger, aber auch über die Verfügbarkeit und die Art von Beutetieren sowie anderen Wildtieren, die hier noch vorkommen.

Seit 2015 nutzt das Tiger-Team des WWF Indonesien diese Methode, um mehr über die Tiger und ihre Wanderungen zu erfahren. Vor allem, weil gerade dieses Gebiet ein wichtiger Korridor für die wandernden Großkatzen und andere Arten ist. Wanderkorridore zwischen Tigergebieten sind entscheidend für den Tigerschutz. Nur so können Tiger neue Territorien erschließen, ausreichend Beutetiere finden und sich erfolgreich vermehren. 18 Kamerafallen wurden strategisch sinnvoll installiert, sechs Tiger bislang abgelichtet. Insgesamt wurden in der Region von 350 Kamerafallen 18 Tiger dokumentiert.

Die unzähligen Bilder auf den Speicherkarten der Kameras sind eine wichtige Datengrundlage zur Kontrolle. Sind dieselben Tiger bei der nächsten Auswertung immer noch da? Sind sie gewandert und werden in einem anderen Gebiet von Kamerafallen erfasst? Oder wurden sie Opfer von Wilderei und fehlen bei der nächsten Zählung? Erfolg oder Misserfolg des Tigerschutzes kann so gemessen werden.

Was getan werden muss

Die Bilder aus den Kamerafallen zeigen: Tigerschutz lohnt sich, die Tigerbestände erholen sich. Sie zeigen aber auch, dass alles getan werden muss, um dieses Gebiet zu schützen. Vor allem die indonesische Regierung muss mehr Verantwortung im Tigerschutz übernehmen, wenn sie die Verdopplung der Tiger bis 2022 erreichen möchte. Denn genau das hat sie beim Tx2-Tigergipfel in St. Petersburg 2010, gemeinsam mit den anderen zwölf Tigerländern, verbindlich zugesagt.

Dazu gehört Lebensraumschutz: Noch vor 20 Jahren war Sumatra fast vollständig bedeckt von Regenwald. Heute sind zwei Drittel abgeholzt für die Papierproduktion, für Palmöl- oder Kautschuk-Plantagen. Damit verloren auch die Tiger ihren Lebensraum. Und es entstanden Eintrittspforten für Wilderei und den illegalen Wildtierhandel.

Auch du kannst Tiger schützen.

Rette mit uns die letzten Tiger!

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Wir müssen die enorme Nachfrage nach Tigerprodukten stoppen.

Tigerschutz

Wir setzen Ranger ein, die Tiger aus Fallen befreien und Wilderer überführen.

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Wir statten Ranger für den Kampf gegen die Wilderei in Schutzgebieten aus.

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Senderhalsband rettet Leben

Eigentlich werden in Myanmar Elefanten besendert, um Informationen über ihre Migrationswege zu erhalten und so Patrouillen besser zu planen, Mensch-Elefanten-Konflikte zu verhindern und Schutzgebiete gezielt einrichten zu können. In diesem Fall hat das Senderhalsband einem Elefanten das Leben gerettet. Nachdem er in eine Wildererfalle geraten war, konnte er dank des Senders gefunden, befreit und tiermedizinisch behandelt werden. Der WWF Myanmar hat dies eindrucksvoll dokumentiert:

Der WWF kämpft jeden Tag um das Überleben der Elefanten.

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Rettung statt Abschuss: Wenn Tiger Menschen zu nahe kommen

Ein ausgewachsener Tiger streicht am helllichten Tag durch die Vororte Wladiwostoks. Sofort klingelt bei Pavel Fomenko vom WWF Russland das Telefon. Die Situation ist nicht nur für die Menschen gefährlich, sondern auch für den Tiger. Normalerweise leben Amur-Tiger fernab der Zivilisation. Sind sie aber geschwächt – z.B. weil sie krank sind oder von Wilderern verletzt wurden – treibt der Hunger sie auch in die Nähe von Siedlungen, wo sie leichter Beute machen können. „Wir müssen verhindern, dass der Mensch überreagiert und den Tiger erschießt.“ Pavel Fomenko hat ein Team aus Experten ins Leben gerufen – das Anti-Konflikt-Team. „Wir sind zur Stelle, wenn es darauf ankommt“, sagt er. Denn in der Region Amur-Heilong im Grenzgebiet zwischen Russland und China gibt es immer wieder Zusammenstöße von Tigern und Menschen.

Spurensuche mit Drohnen

Die Suche nach dem Tiger in Wladiwostok gestaltet sich schwierig. Es liegt kein Schnee, das Tier hinterlässt keine Spuren. Mit moderner Technik wie Drohnen, Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras versucht das Anti-Konflikt-Team in solchen Fällen, die Tiere aufzuspüren. Dank der Drohne finden die Experten Vladik – wie sie den Tiger später nennen -, können ihn einfangen und bringen ihn in die 70 Kilometer entfernte Auffangstation Alekseevka. Einen ganzen Winter muss Vladik dort bleiben, beobachtet von Tierärzten und Pflegern, um aufgepäppelt und schließlich im abgelegenen Bikin-Nationalpark wieder ausgewildert zu werden.

Einfangen oder vertreiben?

Ein Anti-Konflikt-Team besteht aus drei staatlich ausgebildeten Rangern und einem Tierarzt. Im Fernen Osten Russlands gibt es zwei dieser Teams, jedes Jahr kommen sie bei 15 bis 20 Fällen zum Einsatz. Macht der Tiger einen gesunden Eindruck, versucht das Team ihn zurück in sicheres Gebiet zu treiben. Ist ein Tier aber krank oder widersetzt sich der Vertreibung, muss es eingefangen werden. Die Experten bringen es mit einem eigens dafür vorgesehenen Tigerkrankenwagen in eine von zwei Auffangstationen, wie es bei Vladik geschehen ist.

Einsatz für den Tiger

„Ich habe mein Leben lang mit Tigern gearbeitet. Trotz ihrer Kraft und Größe habe ich diese wunderbaren Tiere als sehr verletzlich erlebt, deshalb widme ich mich ihrem Überleben.“ Pavel Fomenko will unbedingt ein weiteres Anti-Konflikt-Team in der Region aufbauen. Vor rund 80 Jahren gab es gerade noch 30 Amur-Tiger in freier Wildbahn. Dass heute wieder 540 Tiger im russischen Teil der Amur-Region leben, ist dem unermüdlichen Einsatz von Menschen wie Pavel zu verdanken.

Freilebende Tiger statt Potenzmittel

Weltweit kämpfen Ranger, Tierärzte, Biologen und andere Experten für den Erhalt der majestätischen Art. Sie retten die Tiger nicht nur im Konfliktfall vor dem Abschuss, sondern beschützen sie unter Einsatz ihres Lebens vor Wilderern. Leider sind Tigerknochen, Krallen und andere Körperteile noch immer als Mittel gegen Potenzschwäche und andere Gebrechen heiß begehrt. Dieser medizinische Aberglaube bedroht nicht nur die Tiger in der Amur-Region. Die Ranger-Teams versorgen verletzte und kranke Tiere und leisten wichtige Aufklärungsarbeit, um den Tiger als wunderbaren und wichtigen Teil der Natur im Bewusstsein der Menschen zu verankern.

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Aufklärung

Wir müssen die enorme Nachfrage nach Tigerprodukten stoppen.

Tigerschutz

Wir setzen Ranger ein, die Tiger aus Fallen befreien und Wilderer überführen.

Ausstattung

Wir statten Ranger für den Kampf gegen die Wilderei in Schutzgebieten aus.

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„Es ist kein leichter Job, Nashörner zu schützen“

Juni 2018
Interview mit Sergeant Ambroise Letumunai, Ranger im kenianischen Nationalpark Tsavo East. Ihm und seinen Kollegen ist es gelungen, die Nashörner hier so gut zu sichern, dass sie nicht umgesiedelt werden müssen und sogar Nachwuchs gezeugt haben.

Zunächst einmal vielen Dank für euren Einsatz und den erfolgreichen Schutz der Nashörner. Wie ist die Situation vor Ort im Moment?

Den Nashörnern geht es gut, aber wir sind in großer Sorge wegen der Wilderei. In anderen Parks im Land wurden immer wieder Nashörner gewildert, zuletzt gleich drei Tiere auf einen Schlag. Für uns ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wilderer auch in Tsavo East wieder zuschlagen wollen.

Umso wichtiger ist der Schutz durch Wildhüter. Wie sieht der Alltag eines Nashorn-Rangers aus?

Wir sind rund um die Uhr im Einsatz, sieben Tage am Stück. Dann haben wir ein paar Tage frei, bevor es wieder in die Savanne geht. Es ist ein riesiges Gebiet, wir müssen die Nashörner oft mit Flugzeugen suchen. Sobald wir wissen, wo sie sind, gehen wir dort zu Fuß und mit Jeeps auf Patrouille. Wir übernachten in Zelten im Feld, die Strecken sind viel zu weit und schwer zugänglich, um täglich ins Hauptquartier zurückzukehren .

Welchen Schwierigkeiten begegnet ihr im Feld?

Wir stehen jeden Tag vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Es ist wirklich keine leichte Aufgabe, Nashörner zu schützen. Unser Alltag besteht aus langen, anstrengenden Fußmärschen durch schwieriges Gelände mit viel Ausrüstung. Ständig besteht das Risiko, auf bewaffnete Wilderer zu treffen. Und auch die Nashörner können uns gefährlich werden, wenn wir ihnen aus Versehen im dichten Gebüsch zu nahe kommen.

Gibt es besonders anstrengende oder kritische Momente?

Ja, definitiv die Regenzeit! Die Regengüsse sind extrem, Zelten wird nahezu unmöglich, unsere Fahrzeuge bleiben stecken. Die Vegetation wird immer dichter und erschwert uns das Fortkommen zusätzlich. Die Nashörner sind noch schwieriger aufzuspüren als sonst und oft ist die Landebahn zu matschig für Einsätze mit dem Flugzeug. Trotzdem müssen die Nashörner auch in dieser Zeit geschützt werden, sonst würden die Wilderer das ausnutzen – auch wenn für sie der Zugang natürlich ebenfalls schwerer wird.

Welches sind die besonders schönen Momente als Nashorn-Ranger?

Wenn der Bestand der Nashörner wächst, anstatt abzunehmen! Die Nashörner sind Gottes Schöpfung. Es sind so schöne, großartige und liebenswerte Tiere, ich kann mir niemanden vorstellen, der nicht von ihnen fasziniert ist.

Gibt es etwas, das ihr dringend braucht, um die Nashörner zu schützen?

Oh ja, wir benötigen mehr Ausrüstung, die im Dauereinsatz schnell verschleißt. Außerdem zwei Spezialfahrzeuge für unsere Arbeit im Feld.
Unsere Aufgaben wachsen in Tsavo East: Wir erwarten in Kürze 23 Spitzmaulnashörner, die hierher umgesiedelt werden. Dann brauchen wir auch unbedingt mehr Ranger!

Was wünschst Du Dir für die Nashörner in Zukunft?

Ich wünsche mir, dass sie sich vermehren, dass ihre Anzahl wieder steigt und dass es keine Wilderei mehr gibt und keinen Handel mit ihren Hörnern!

Unterstütze jetzt Sergeant Ambroise Letumunai und seine Ranger-Kollegen!

Erfahre mehr über die Bedrohung und den Schutz der Nashörner.

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