Pakistan: Kilometerlange Treibnetze

Es ist ein gefährliches Terrain für den größten Fisch der Erde: Bis zu 18 Meter lang und 34 Tonnen schwer können Walhaie werden. Sie ernähren sich hauptsächlich von Plankton. Walhaie sind vom Aussterben bedroht, man findet sie heute nur noch an wenigen Orten – einer davon ist das Arabische Meer vor Pakistan. Doch hier laufen die friedlichen Riesen Gefahr, in gigantischen Treibnetzen zu landen, den sogenannten Mauern des Todes.

Treibnetze sind nicht wählerisch

In Pakistan wurden Haie in der Vergangenheit so stark befischt, dass die Bestände bis heute völlig eingebrochen sind. Den Fang bedrohter Arten wie Walhaien, Hammerhaien oder Fuchshaien hat Pakistans Regierung erst im letzten Jahr verboten. Doch die Treibnetze, die hier durchs Meer gezogen werden, sind fünf bis acht Kilometer lang und alles andere als wählerisch. The great wall of death – die große Mauer des Todes – werden solche Netze genannt. Sie verschonen keine Art und was in ihnen landet, wird in der Regel auch verarbeitet, ob es sich nun um einen geschützten Hai handelt oder nicht. Sogar ein 20 Kilometer langes Treibnetz wurde vor Pakistans Küste schon gefunden.

Wilderei aus Unwissenheit

Manch pakistanischer Fischer weiß gar nicht, was ihm da ins Netz gegangen ist: Es mangelt am Bewusstsein für bedrohte Arten. Und es mangelt an einer Wahl, denn den Fischern geht es um ihre Existenz. Um ein Exempel zu statuieren, ließen pakistanische Behörden einen gefangenen Walhai bereits tot zurück ins Meer werfen. Doch die Fischer müssen geschult werden, welche weiteren Arten vom Aussterben bedroht sind und wie sie die Haie lebend aus ihren Netzen befreien können. Außerdem müssen die Händler und Mittelsmänner zur Verantwortung gezogen werden. Denn letzten Endes ist ein Hai im Netz mehr wert als ein Thunfisch – vor allem wenn es um die Haifischflossen geht, eines der teuersten Fischprodukte überhaupt.

Hammerhaie zu Fischstäbchen

Durchschnittlich 25 Tonnen Haifischflossen werden von Pakistan aus jedes Jahr auf den Weltumschlagplatz nach Hong Kong exportiert. Dabei lässt sich überhaupt nicht nachvollziehen, von welchen Haien sie stammen. Ähnlich im Dunkeln liegen die Wege, die das Fleisch der Haie nimmt. Es wird im Gegensatz zu den Flossen hauptsächlich im Inland konsumiert, allerdings meist ohne Wissen der Verbraucher: Die Händler deklarieren das Hai-Fleisch nicht als solches, sondern vertreiben es als Fischflocken, Schnitzel oder Fischstäbchen. So kann auch der bedrohte Hammerhai als einfaches Weißfischfilet auf dem Teller landen.

Die Vermarktung der Haie im Inland wie international muss dringend genauer untersucht und die Zollbeamten vor Ort müssen viel besser geschult werden, um die Händler zu stoppen, die Verbraucher zu informieren und dadurch Pakistans Haie endlich zu retten.

Zentrum des Hai-Handels

Fast die Hälfte des internationalen Haifischflossen-Handels läuft über Hong Kong. Hier blüht nicht nur der Handel, hier wird auch besonders viel Hai konsumiert.

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Elefantenwilderei: „Das Schlimme ist: Es wird mehr“

Elfenbein-Schnitzereien als Statussymbol, Tigerknochen oder Nashornpulver als Wundermittelchen, Schuppentiere als Delikatesse. Die Wilderei-Krise sorgt immer wieder für schreckliche Nachrichten. Ein neues Problem ist aktuell in Myanmar aufgetaucht: Dort werden jetzt Elefanten gewildert, um ihre Haut zu Creme oder Pülverchen zu verarbeiten. Die Nachfrage danach wächst.

Amirtharaj Christy Williams, Leiter des WWF Myanmar, weiß mehr.

Elefantenhaut als Creme? Ernsthaft?

Christy Williams: Ja, leider. Die getrocknete Haut wird mit anderen Zutaten gemischt. Wir wissen noch nicht genau, was da ansonsten drin ist. Die Creme soll jedenfalls gegen trockene Haut oder Ekzeme helfen. Es gibt auch hausgemachten Puder aus Elefantenhaut, der gegen Magenbeschwerden helfen soll. Manchmal wird die Elefantenhaut auch als poliertes Kügelchen zu Glücksbringern verarbeitet.

Wo wird sowas verkauft?

Gehandelt wird die getrocknete Haut auf Märkten entlang der Grenze zu Laos und China im sogenannten Goldenen Dreieck. Einige Märkte sind auch in Myanmar.

Und wie viel kostet das?

Auf dem Markt in Pangshan im Bundesstaat Wa kostet das Kilo 120 Dollar.

Und das Problem wird schlimmer?

Das Schlimme ist: In den letzten beiden Jahren ist der Handel massiv gewachsen. Wir wissen, dass 2014 und 2015 in Mong La an der chinesischen Grenze 700 Stücke Elefantenhaut verkauft wurden. Ein aktueller Bericht aus dem Januar 2017 zeigt, dass dort inzwischen an 35 von 42 Markständen eine Masse an Elefantenhaut angeboten wird. Unser Wilderei-Experte war dort. Er sagt, es seien schon zu viele zum Zählen. Klar ist: Die Nachfrage wächst. Wir wissen nicht warum. Die Käufer sind jedenfalls meist Chinesen.

Wird dort auch das Elfenbein der Stoßzähne verkauft?

99 Prozent der wilden Elefanten in Myanmar haben gar keine Stoßzähne. Weibliche Asiatische Elefanten haben eh keine und über 90 Prozent der Männlichen auch nicht – ironischerweise, weil in den letzten hundert Jahren die Tiere mit Stoßzähnen gewildert oder gefangen wurden. Aber ja, es gibt dort auch Stoßzähne zu kaufen.

Was tut die Regierung in Myanmar?

Die Regierungsstellen unterstützen unser Anliegen. Sie sind dankbar, dass der WWF aktiv wird, um den Schutz der Elefanten zu verbessern. Wir haben Zugang zu den höchsten Stellen und sprechen auch mit dem zuständigen Minister. Die Regierung ist entschlossen, Ranger und sogar Polizisten für unsere Anti-Wilderei-Teams abzustellen. Wir hoffen, zusammen mit der Regierung diese Märkte schließen zu können, auf denen Produkte von geschützten Arten wie Tiger und eben Elefant verkauft werden.

Erfahre mehr über die Elefanten-Wilderei in Myanmar und sieh dir das Video mit A. Christy Williams an.

Mehr zum Notfall in Myanmar

Hong Kong: Zentrum des Hai-Handels

Was auf den Straßen Hong Kongs säuberlich gestapelt in der Sonne liegt, zeugt von äußerster Grausamkeit und rücksichtsloser Ausbeutung: Es sind Haifischflossen, die den Tieren oft sogar noch lebend abgetrennt werden. Zu Tausenden trocknen sie auf Hong Kongs Dächern, in Höfen und Gassen. Die asiatische Großstadt ist Hauptumschlagplatz für Hai-Produkte weltweit. Fast die Hälfte des internationalen Haifischflossen-Handels läuft heute über Hong Kong.

Haifischflossen: Ein lohnendes Geschäft

Immer mehr Hai-Arten sind inzwischen vom Aussterben bedroht – und doch boomt der Handel mit ihnen und besonders ihren Flossen. Diese sind schließlich eines der teuersten Fischprodukte überhaupt, eine einzelne Haifischflosse ist bis zu 1000 Euro wert. Das liegt vor allem an der Haifischflossen-Suppe, die in Asien als Delikatesse und deren Konsum als Statussymbol gilt. Doch die Schuldtragenden am Leid der Haie sind weltweit zu suchen und noch immer wird der internationale Hai-Handel viel zu wenig überwacht und kontrolliert.

Die Spur führt auch nach Europa

Betrachtet man die Handelswege von Hai-Produkten genauer, erweist sich Hong Kong zwar als eindeutiger Knotenpunkt, doch das Netz des grausamen Geschäftes spannt sich um die ganze Welt. Neben den Haifischflossen wird außerdem das Hai-Fleisch seit Jahren vermehrt weltweit gehandelt – die Fischindustrie will schließlich möglichst viel ihres Fangs verwerten. Und so finden sich sogar in europäischen Geschäften Produkte wie Kalbsfisch, Königsaal oder Schillerlocken, hinter deren blumigen Namen sich in Wahrheit Hai verbirgt.

Heiß begehrt in Hong Kong

Besonders bedrohte Arten wie der Hammer-Hai stehen heute unter Schutz und dürfen wenn überhaupt nur unter sehr strengen Auflagen gehandelt werden. Trotzdem finden auch sie immer wieder ihren Weg auf Hong Kongs Märkte. Grund dafür sind nicht nur mangelnde Fischereikontrollen, sondern ebenso die anhaltend hohe Nachfrage nach Hai-Produkten und Lieferanten, die bereit sind, diese zu stillen. Eine gründliche Aufklärung der Verbraucher ist deshalb unerlässlich – weltweit, aber gerade auch in Hong Kong: Hier blüht nicht nur der Handel, hier wird besonders viel Hai konsumiert. Will man neben der Nachfrage die Quellen versiegen lassen, muss man ferner zwingend bei den Lieferanten und Lieferketten ansetzen.

Nicht in unserer Küche: Ein Umdenken ist möglich

Dank der Überzeugungsarbeit des WWF und anderer Artenschutzorganisationen haben sich bereits viele große Hotelketten verpflichtet, keine Haifischflossen-Suppe mehr zu servieren. Sie geben nicht nur weiteren Hotels und Restaurants ein gutes Beispiel, sondern können auch bei den Konsumenten einen neuen Trend setzen: Weg vom Statussymbol, hin zum Tabu. Dieser Erfolg zeigt: Es ist durchaus möglich, die Anbieter zum Umdenken zu bewegen.

Wichtig ist nun, dass es weitergeht, dass noch mehr Lieferanten überzeugt und noch viel mehr Konsumenten aufgeklärt werden, dass bedrohte Arten durch striktere Regeln und Kontrollen in der Fischerei besser geschützt werden und dass weitere Hai-Arten unter Schutz gestellt werden.

Unterstütze die WWF-Arbeit für die Haie.

Was passiert mit Pakistans Haien?

Durchschnittlich 25 Tonnen Haifischflossen werden von Pakistan aus jedes Jahr auf den Weltumschlagplatz nach Hong Kong exportiert. Darunter befinden sich stark gefährdete Arten.

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Hai: Vom Jäger zum Gejagten

Zuckend sinkt ein Hai langsam auf den Meeresgrund. Dann noch einer. Weitere folgen, bis schließlich nebeneinander sechs Haie vom Wellengang über den Sandboden geschleift werden – lebendig aber komplett hilflos. Man hat ihnen die Flossen abgeschnitten, die Tiere sind bewegungsunfähig. Qualvoll werden sie hier unten zu Grunde gehen.

Haie zählen zu den ältesten Bewohnern unseres Planeten. Seit 450 Millionen Jahren durchstreifen sie die Ozeane und haben sogar die Dinosaurier überlebt. Doch damit könnte es bald vorbei sein: Inzwischen gehören die Haie zu den am meisten bedrohten Tiergruppen der Welt.

Nur für eine Flosse: Wilderei auf Haie

Jedes Jahr werden weltweit schätzungsweise 100 Millionen Haie getötet – viele davon illegal und mit brutalen Methoden. Besonders grausam ist das sogenannte Finning: Bei lebendigem Leib werden den Haien die Rücken- und Brustflossen abgeschnitten und die Tiere danach zurück ins Meer geworfen. Leider ist das erst in einigen Meeresregionen verboten. Bedrohte Arten – wie zum Beispiel der Hammerhai – dürfen in vielen Ländern allerdings gar nicht mehr gefangen werden und der internationale Handel mit ihnen ist streng kontrolliert: Es können nur Haie gehandelt werden, deren Fang die Population nicht gefährdet. Die Hai-Wilderer interessiert das selbst in Schutzgebieten wenig.

Nicht der Mensch muss den Hai fürchten, sondern der Hai den Menschen

Hai-Flossen erzielen hohe Preise auf dem Weltmarkt, denn die Haifischflossen-Suppe gilt in Asien als besondere Delikatesse. Doch nicht nur das, in den letzten 25 Jahren hat sich auch der Konsum von Hai-Fleisch weltweit verdoppelt. Und so ist der erfolgreichste Jäger der Erde längst selbst zum Gejagten geworden. Heute steht sogar der berühmte Weiße Hai auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Dabei ist er ein entscheidender und wichtiger Teil unseres Ökosystems.

Eine Welt ohne Haie wäre eine schlechtere Welt

Ihren furchterregenden Ruf haben die Haie nicht verdient, sterben doch wesentlich mehr Menschen beispielsweise an Bienenstichen oder sogar einem Blitzeinschlag. Dagegen sind Haie für unsere Ozeane so wichtig wie der Tiger für den Dschungel und der Löwe für die Savanne: Sie stehen an der Spitze der Nahrungskette und halten alles darunter im Gleichgewicht. Neben der Jagd auf alte und kranke Fische verhindern sie eine überstarke Ausbreitung vieler Meeresarten. Ein Verschwinden der Haie hätte weitreichende Folgen. Doch die Top-Prädatoren und schnellen Räuber sind gleichzeitig extrem langsam in ihrer Entwicklung und Vermehrung – und deshalb besonders gefährdet. Schärfere Kontrollen und strengere Gesetze, mehr Schutzgebiete und mehr geschützte Hai-Arten – und eine umfangreiche Aufklärung von Fischern genau wie von Konsumenten: All das muss passieren, um die Haie zu retten. Es ist höchste Zeit, schon jetzt sind rund ein Viertel aller Hai-Arten vom Aussterben bedroht.

Hilf uns, die Haie zu retten!

Zentrum des Hai-Handels

Fast die Hälfte des internationalen Haifischflossen-Handels läuft über Hong Kong. Hier blüht nicht nur der Handel, hier wird auch besonders viel Hai konsumiert.

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Ecuador: Hai-Schutz mit Hindernissen

365 Tage im Jahr müssten Ecuadors Meeres-Ranger eigentlich auf See sein. Denn Haie kennen keine Feiertage – und Wilderer auch nicht. In verschiedenen Schichten überwachen Patrouillen aus zwei bis vier Männern und Frauen die Meeresschutzgebiete vor Ecuador, abhängig von Ebbe und Flut, Mondphasen, dem Schwarmverhalten der Fische und den Hauptfangzeiten der Fischer. Die Ranger schützen hier eine unglaublich reichhaltige Unterwasserwelt. Sie haben Erfahrung darin, Ecuador gilt als unangefochtener Meister des Hai-Schutzes in Südamerika. Trotzdem sind die Haie nicht einmal hier wirklich sicher. Und Ecuadors Meeres-Ranger stoßen an ihre Grenzen.

Zerbrechliches Paradies

Schildkröten, Wale und Delfine, unzählige Fische, Rochen, Korallen und Krebse: Der Ostpazifik vor Ecuador beherbergt eine bemerkenswerte Vielfalt an Arten. Dazu gehört das weltweit größte Hai-Vorkommen. Auch die gefährdeten Hammerhaie mit ihrem außergewöhnlich breiten Kopf finden hier einen wichtigen Lebensraum und die zu Ecuador gehörenden Galapagos-Inseln sind berühmt für ihre riesigen Hammerhai-Schulen: Gruppen von Hunderten Tieren, die gemeinsam durch das Meer ziehen.

Schützenswert: Ecuadors Seeberge

Neben den Galapagos-Schutzgebieten soll eine ganze Reihe weiterer Meeresschutzgebiete die Artenvielfalt vor Ecuadors Küste bewahren. Ein Augenmerk liegt dabei auf dem Erhalt der faszinierenden Megafauna, also der großen Arten. Rund um Inseln und Seeberge, wo die Aufwärtsströmungen aus den tiefen Gewässern reichlich Nährstoffe für Plankton und Fische nach oben spült, finden sich besonders viele der großen Raubfische. Doch das wissen auch die Fischer und ohne strengste Kontrollen besteht hier Schutz nur auf dem Papier.

Die Ranger tun, was sie können

Wenn sie sich in den Schutzgebieten aufhalten, sind die Ranger oft tagelang von ihren Familien getrennt. Außerdem wissen sie sich und ihre Kollegen in ständiger Gefahr, während sie auf dem Meer Kontrolle fahren. In besonders schweren Fällen rufen die Meeres-Ranger sogar die Marine zur Hilfe, um sich selbst zu schützen. Die Männer und Frauen auf den Patrouillenbooten brauchen eine extrem gute Beobachtungsgabe für die Natur, um Veränderungen sofort wahrzunehmen und Vergehen schnell zu erkennen. An guten Tagen überprüfen sie bis zu zehn Schiffe – lokale, kleine Fischer genauso wie die großen Fangflotten der Fischindustrie. Doch das ist nicht genug, um die Haie zu retten.

Hammerhaie und ihre Jungen in Gefahr

Gerade in den neu eingerichteten Schutzgebieten reichen Kontrolle und Überwachung längst nicht aus, um die illegale Fischerei von bedrohten Arten wie dem Hammerhai wirklich zu verhindern. Den Patrouillen mangelt es an wichtiger Ausrüstung wie GPS- und Funkgeräten – und sie sind völlig unterbesetzt. So sehr sie es wollen, die Ranger können nicht einmal jedes Schutzgebiet an allen Tagen im Jahr abfahren. Ein Seeberg beispielsweise, der besonders bedeutend für Hammerhaie und die Aufzucht ihrer Jungen ist, heißt El Copé. Er gehört zu den ganz neuen Schutzgebieten – hier finden noch überhaupt keine Kontrollen und Maßnahmen zum Schutz der Haie statt.

Wunsch der Ranger: Das Bewusstsein bei den Fischern erhöhen

Nicht immer ist Ecuadors Fischern überhaupt bewusst, wie schutzbedürftig die Haie sind. Um nicht nur die gezielte Wilderei auf Haie zu stoppen, sondern auch ungewollte Fälle, die aus Unwissenheit geschehen, müssen Ecuadors Fischer dringend besser über die geschützten Arten aufgeklärt werden und lernen, wie sie bedrohte Haie wieder aus ihren Netzen befreien können. Die Meeres-Ranger wissen genau, welche Haie unter Schutz stehen und diesen auch dringend benötigen. Neben aller Überwachung ist für sie deshalb vor allem eines wichtig: Ihr Wissen weiterzugeben.

Unterstütze die Meeres-Ranger in Ecuador!

Vom Jäger zum Gejagten

Jedes Jahr werden weltweit schätzungsweise 100 Millionen Haie getötet – viele davon illegal und mit brutalen Methoden.

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Undercover gegen die Wilderei

Das EAGLE-Network (Eco-Activists for Governance and Law Enforcement) bringt Wilderer hinter Schloss und Riegel. Hier schreibt Mitbegründer Alain Ononino, wie das funktioniert – und warum er dafür James-Bond-Ausrüstung braucht.

Wir dürfen uns bei der Bekämpfung der Wilderei nicht darauf beschränken, Tiere zu schützen. Man muss sich Wege überlegen, wie man am effektivsten Wilderei bekämpft. Sind die gut, schützt man sehr viele Tiere damit. In enger Zusammenarbeit mit dem EAGLE-Network versuchen wir es den Wilderern und Schmugglern möglichst schwer zu machen – und sie möglichst vor Gericht verurteilen zu lassen.

Das geht zum Beispiel mit Undercover-Aktionen. Diese Bilder hier sind zwei Jahre alt, gedreht mit versteckten Kameras. Sie zeigen, wie Elfenbein in Kamerun geschmuggelt wird und wer alles beteiligt ist. Wilderer, Schmuggler, Zwischenhändler, Verarbeiter. Sie sind jetzt alle verurteilt – durch diese Bilder.

Harte Beweise für die Polizei

Die Arbeit mit der versteckten Kamera ist nicht ungefährlich, hat aber einen großen Vorteil: Die Polizei und Behörden aus ihrer teils noch zu passiven Haltung herausholen. Denn das Töten eines Elefanten oder der Besitz von Elfenbein wird häufig nicht ernst genug geahndet. Aber wenn wir solche Beweise wie das Video haben, dann müssen sie handeln.

Wir können bei unserer Undercover-Arbeit die Kameras nicht immer benutzen. Sie sind teuer und schwer zu bedienen, wenn man keinen Verdacht erregen möchte. Wichtig ist dabei die Ausrüstung: Kameras in allen möglichen Alltagsgegenständen, richtige James-Bond-Ausrüstung. Wir brauchen die alle. Wenn man immer nur mit einer Art von Kamera arbeitet, dann spricht sich das mit der Zeit herum. Und die Schmuggler sind inzwischen wirklich misstrauisch. Deswegen setzen wir oft Ausländer als Agenten ein. Die Schmuggler und Händler sind eher bereit zu glauben, dass ein Ausländer sich für ihr Produkt interessiert.

Hinter Schloss und Riegel

Wir konnten durch unsere Arbeit schon etliche Kriminelle hinter Schloss und Riegel bekommen. Dabei hilft es uns, dass wir in Kamerun auch seit Jahren Polizisten und Juristen weiterbilden: Wie sichere ich Beweise? Wie präsentiere ich sie vor Gericht? Wie kann man verhindern, dass ein Prozess scheitert?

Kampf gegen Wilderei heißt Kampf gegen Korruption

Wir betonen in Kamerun immer, dass es uns nicht nur um Elefanten geht. Wenn wir Tiere in den Vordergrund stellen, werden wir nicht für voll genommen. Also reden wir über die Waffen der Wilderer – und damit über Sicherheit. Wilderei verbreitet Waffen im Land. Wenn es irgendwann keine wertvollen Tiere mehr gibt, werden die Waffen immer noch da sein – und wahrscheinlich benutzt werden. Das versteht jeder. Oder wir reden über Korruption. Bei Wilderei geht definitiv viel Geld von Hand zu Hand. Und wenn ein Magistrat oder ein Richter korrupt ist, dann betrifft das auch andere Bereiche der Gesellschaft – und damit alle.

Wilderer müssen Angst haben

Die Schmuggler hier in Zentralafrika sind zum Großteil nicht auf Elfenbein spezialisiert. Wer heute mit Stoßzähnen handelt, verkauft morgen Mineralien, Gold oder Schuppentiere. Das kann auch der Dorflehrer sein, der sein Gehalt mit einem Deal verdoppeln oder verzehnfachen kann. Es geht um die Gelegenheit – leichtes Geld, geringes Risiko, dann machen es viele. Das ist die Gefahr. Aber eben auch unsere Chance. Je schwerer wir es ihnen machen, je mehr Angst sie haben müssen, je weniger gute Gelegenheiten es gibt, desto weniger Wilderei wird es geben. Wir müssen es ihnen schwer machen und das Risiko, geschnappt zu werden, erhöhen. Dafür arbeiten wir.

Mit nur 5 € im Monat hilfst du uns als WWF-Fördermitglied, die Wilderei zu bekämpfen, den Handel zu stoppen und die Nachfrage einzudämmen.

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Eilt! Elefanten in Myanmar akut bedroht

Ein Hilferuf ereilt uns vom WWF Myanmar: Elefanten werden wegen ihrer Haut grausam gewildert. Es leben nur noch 2000 wilde Elefanten. Wenn wir jetzt nicht handeln und die Wilderei weiter voranschreitet, werden die Elefanten in ein bis zwei Jahren aussterben. Die Elefanten werden mit Giftpfeilen gejagt und verenden nach ein bis zwei Tagen. Ihr Tod ist langsam und qualvoll – vor allem aber sinnlos. In Myanmar und China wächst der Irrglaube, dass Elefantenhaut bei Hautkrankheiten hilft. Die Wilderer ziehen den Elefanten die Haut ab und verkaufen sie auf dem Schwarzmarkt. Seit 2013 wurden 110 gehäutete Elefanten gefunden. In den ersten Monaten 2017 waren es bereits zwanzig grausam getötete Tiere in den wichtigsten Rückzugsgebieten Bago Yoma und Ayeyarwady.


Die Wilderei muss gestoppt werden! Wir müssen unsere Kollegen vom WWF Myanmar schnellstmöglich unterstützen. 46.000 € werden dringend benötigt, um zehn neue Anti-Wilderei-Patrouillen in den Krisengebieten einzusetzen. Die lokale Bevölkerung muss aufgeklärt und die Strafen verschärft werden.

Hilf uns jetzt, die Elefanten in Myanmar vor den Wilderern zu schützen!


Der Leiter des WWF Myanmar Christy Williams schildert die Situation der Elefanten im Video.

SOS

Die Kollegen vom WWF Myanmar benötigen dringend unsere Hilfe, um die Elefanten in Bago Yoma und Ayeyarwady zu retten!

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Lebensgefahr für Nashörner und Ranger

Interview mit Dr. Yussuf Adan Wato, unserem Kollegen vom WWF Kenia.
Yussuf ist Artenschutz-Spezialist und setzt sich täglich zusammen mit den Nationalpark-Rangern für das Überleben der Nashörner ein.

Wie ist die aktuelle Situation bei euch?

Der Nashorn-Bestand in Kenia ist in den Jahren 2015 bis 2016 leicht gestiegen. Es gibt 28 Tiere mehr. Die Wilderei ist zum Glück leicht zurückgegangen. Das klingt erstmal positiv, aber die Lage ist nach wie vor sehr brisant. 2016 wurden zehn Tiere gewildert, 2015 leider elf. Wilderei ist die häufigste Todesursache bei den Nashörnern Kenias.

Gab es in letzter Zeit Wilderei-Vorfälle?

Ja, leider haben wir in diesem Jahr schon zwei Nashörner durch Wilderei verloren. Ein Nashorn starb im L. Nakuru-Nationalpark und das andere im Solio Game Reserve. Es gab außerdem einen sehr traurigen Zwischenfall im Tsavo East-Nationalpark. Einer unserer Ranger wurde von schwer bewaffneten Wilderern getötet, als sie versuchten Elefanten für ihr Elfenbein und Nashörner für ihr Horn zu erlegen. Der Kampf gegen die Wilderei ist sehr gefährlich. Unsere Ranger waren auf ihrer täglichen Patrouille durchs Schutzgebiet unterwegs. Als sie auf die Wilderer trafen, starben bei einem Schusswechsel unser Kollege und zwei Wilderer.

Was ist die größte Herausforderung für die Ranger?

Nashörner stehen im Fadenkreuz der Wilderei. Ihre Hörner erzielen nach wie vor hohe Schwarzmarktpreise von bis zu 60.000 US-Dollar pro Kilogramm. Wilderer gehen skrupellos vor und riskieren ihr Leben, um ein Nashorn zu erlegen. Die größte Schwierigkeit im Alltag eines Rangers ist die tägliche Patrouille. Jeden Tag gehen unsere Wildhüter ins Feld, um das Überleben der Nashörner zu sichern. Sie setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel, denn jede Begegnung mit den schwer bewaffneten Wilderern birgt ein großes Risiko.

Nashörner sind schwer aufzuspüren. Das gilt sogar für unsere Schutzgebiete. Der Lebensraum und der Radius, in dem sich die Nashörner bewegen, sind riesig. Unsere Ranger legen jeden Tag weite Strecken zu Fuß zurück. Das Gelände ist oftmals unwegsam und schwierig zu begehen. Die Ranger gehen täglich an ihre Grenzen, um die stark bedrohten Nashörner zu überwachen und dafür zu sorgen, dass sie am Leben bleiben.

Was motiviert die Ranger, sich für die Nashörner solchen Strapazen auszusetzen?

Ihr Job ist sicher kein einfacher, aber die Ranger sind sehr engagiert im Einsatz, da sie wissen, wie wichtig ihre Aufgabe ist. Sie beschützen Lebewesen, die hilflos der gnadenlosen Jagd nach ihrem Horn ausgeliefert sind. Die Ranger geben nicht auf, weil sie die Nashörner für unsere Kinder und zukünftige Generationen vor dem Aussterben retten wollen. Wir müssen jetzt handeln. In ein paar Jahren ist es vielleicht zu spät. Für unsere Wildhüter ist es nicht nur ein Job, sondern eine Berufung, die Nashörner zu schützen. Sie setzen all ihre Energie und Kraft dafür ein, den Nashörnern eine Überlebenschance zu geben.

Was wünschst du dir für die Nashörner?

Wir wünschen uns, dass sich die Nashörner eines Tages wieder frei und gefahrlos in ihrem natürlichen Lebensraum bewegen können. So wie früher, als sie noch nicht für ihr Horn gnadenlos gejagt wurden.

Was war deine emotionalste Begegnung mit Nashörnern?

2011 fand eine große Zählung der Nashorn-Bestände im Nationalpark Tsavo East statt. Insgesamt haben wir 11.000 Quadratkilometer durchkämmt, um Nashörner aufzuspüren. Das Ergebnis war niederschmetternd. Nur noch elf Nashörner waren im gesamten Nationalpark übrig. Vor wenigen Jahrzehnten lebten noch über 20.000 Nashörner! Ich war unglaublich traurig und schockiert, dass man eine ganze Art innerhalb so kurzer Zeit nahezu auslöschen kann.

Hast du eine Botschaft für die Menschen in Deutschland?

Wir müssen uns die Hände reichen und eine Verbindung zwischen Deutschland und Kenia schaffen. Nur gemeinsam sind wir stark genug, um bedrohte Arten wie die Nashörner vor dem Aussterben zu retten. Wir müssen habgierigen und selbstsüchtigen Kriminellen die Stirn bieten. Die ganze Welt muss sich dafür einsetzen, dass die Natur nicht durch die Menschheit zerstört wird. Ohne die Natur können auch wir nicht überleben.

Unterstütze die Ranger in Kenia! Stopp Wilderei weltweit.

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Wilderei im Welterbe

Sie sind berühmt für die Schönheit ihrer Landschaft, ihre Ökosystem, ihre biologische Vielfalt: Die Weltnaturerbe der UN. Sie sind oft der letzte Rückzugsort für gefährdete Tiere und Pflanzen. Manche beheimaten sogar die letzten ihrer Art, wie etwa das Java-Nashorn oder die Vaquita im Golf von Mexiko.

Not for Sale!

Doch trotzdem sind diese Orte zunehmend auch Tatorte von Wilderei und illegalem Artenhandel, wie die WWF-Studie „Not for Sale“ jetzt zeigt. In fast der Hälfte aller UNESCO-Weltnaturerbestätten werden bedrohte Arten gewildert, wird illegal Holz geschlagen oder illegal gefischt.

203 Gebiete wurden zum Weltnaturerbe ausgerufen, darunter Naturberühmtheiten wie die Galapagos-Inseln, der Yellowstone-Nationalpark, das Wattenmeer, die Serengeti oder das australische Barrier-Riff. Bereits vierzehn Stätten auf der Liste des Welterbes sind in Gefahr.

Die Welt muss handeln!

Die internationale Staatengemeinschaft darf nicht tatenlos dabei zusehen, wie die Welterbe geplündert und ausgeraubt werden, warnt der WWF. „Die Regierungen müssen ihre Anstrengungen erhöhen und die gesamte Kette des illegalen Handels angehen, bevor es zu spät ist“, warnt Marco Lambertini, Generaldirektor des WWF International.

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Wenn Nashörner reisen müssen

Nashörner sind nach den Elefanten die größten Landsäugetiere. Die tonnenschweren Kolosse einzufangen und umzusiedeln, ist eine Mammutaufgabe. Aber es ist oft ihre beste Chance, zu überleben. Wie jetzt in Kenia.

Nashörner umzusiedeln, ist kostspielig, aufwendig und nicht ungefährlich. Es bedarf jahrelanger Vorbereitung, Planung, Kooperation und nicht zuletzt Finanzierung. Es ist aber ein erprobter und sinnvoller Weg, um Nashörner wieder dort anzusiedeln, wo sie schon ausgerottet waren. Oder um isolierte kleine Populationen zu stärken. Oder um sie vor Wilderern zu retten. In Südafrika und Nepal werden seit einigen Jahren schon Tiere erfolgreich umgesiedelt. Jetzt sollen in Kenia Spitzmaulnashörner gefangen, betäubt und in die 100 Quadratkilometer große Nashorn-Schutzzone im Süden des Nationalparks Tsavo East gebracht werden, um die Population zu stabilisieren und die Spitzmaulnashörner vor der grassierenden Wilderei zu schützen. Ende Juni 2017 soll die Aktion beendet sein. Bis dahin gibt es aber noch sehr, sehr viel zu tun.

Oberstes Ziel bleibt es, die Nashörner mit minimalem Stress zu fangen und zu transportieren. Dazu braucht man ein eingespieltes Team aus Experten. Das eigentliche Einfangen funktioniert von Gebiet zu Gebiet unterschiedlich: Wie groß ist das Areal, auf dem sich die Nashörner befinden? Wie ist die Vegetation, wie das Terrain? Das Team rund um die Tierärzte kann sich eventuell den Tieren im Geländewagen nähern und sich dann zu Fuß anschleichen. Oder man braucht Hubschrauber, um die Tierärzte so nah an das Nashorn zu bekommen, dass sie die Betäubungspfeile abschießen können. „Ob man mit dem Blasrohr durch den Busch kriecht oder aus der geöffneten Hubschraubertür hängt – ein Abenteuer bleibt es auf jeden Fall“, sagt WWF-Experte Johannes Kirchgatter, der selbst schon bei einigen Nashorn-Betäubungen dabei war.

Wenn Nashörner schweben

Betäubungsmittel und -pfeile wurden extra entwickelt, um die riesigen Tiere sicher und schonend zu narkotisieren. Wenn die Narkose wirkt, muss es schnell gehen: Die Nashörner werden vom Tierarzt ruhig gestellt, untersucht und Genproben werden entnommen. Jedes Horn bekommt einen Sender, um das Tier später orten zu können. Im nächsten Schritt muss das Team anrücken, um das Tier transportfähig zu machen: entweder per Hubschrauber oder mit einer speziell entwickelten Transportkiste. Häufig bedarf es eines Krans, um das Nashorn ein- oder auszuladen. Dann geht es in der Kiste auf sehr robuste Lastwagen, die es schaffen, tonnenschwere Last auch abseits der Straßen sicher ans Ziel zu bringen. Die holprige Fahrt kann allerdings Stunden dauern. Die Überführung mit dem Helikopter geht deutlich schneller. Das Tier wird dabei an den Beinen fixiert und kopfüber durch die Luft geflogen. „Das sieht unglaublich spektakulär aus, wenn so ein riesiges Nashorn davonschwebt, letztendlich ist es für die Tiere aber schonender“, sagt Kirchgatter.

Eingewöhnung in die Boma

Wenn die Tiere sicher in Tsavo East angekommen sind, müssen sie zunächst in die Boma. Das sind mehrere kleine Gehege aus massiven Baumstämmen. Darin können sie die Menschen nicht sehen, denn sie sollen sich nicht an Menschen gewöhnen. Die Zeit in der Boma ist aus mehreren Gründen wichtig: Hier erholen sie sich vom Stress. Die Nashörner gewöhnen sich an das Futter mit anderen, lokalen Pflanzen. Sie werden intensiv tiermedizinisch überwacht, damit keine Krankheiten oder Parasiten eingeschleppt werden.

Nach der Eingewöhnung wird ganz einfach die Tür des Geheges geöffnet und die Tiere können sich frei und geschützt im Rhino Sanctuary bewegen. Hier beginnt ein neues Leben für die Nashörner, das ihr unterstützen könnt. Nur mit eurer Hilfe können wir die Umsiedlung finanzieren.

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