Sechs Ranger in Virunga getötet

Es war ein schlimmer Tag in der langen Geschichte des Virunga-Nationalpark: Fünf Ranger und ein Fahrer wurden am Montag, 9. April 2018 getötet. Ein siebtes Team-Mitglied wurde schwer verwundet und wird versorgt. Wie die Verwaltung des Nationalparks mitteilte, wurden die Ranger aus dem Hinterhalt angegriffen, während sie durch das Schutzgebiet patrouillierten. Hintergründe über die Täter sind bislang nicht bekannt. Es wird vermutet, dass es sich um Rebellen handelt, die im Park wilderten.

175 tote Ranger

Der Vorfall lässt die tragische Gesamtzahl gefallener Wildhüter in Virunga auf 175 ansteigen. „Wir sind unglaublich traurig über den Verlust unserer Kollegen“, sagt Chief Warden Emmanuel de Merode, der Direktor des Virunga Nationalparks in der Demokratischen Republik Kongo. „Virunga hat damit außerordentlich tapfere Ranger verloren. Es unerträglich, dass die Ranger in Virunga weiter bei der Verteidigung unserer gemeinsamen Erbes den höchsten Preis überhaupt bezahlen müssen.“

Der Virunga Park wurde 1925 gegründet. Es ist der älteste Nationalpark Afrikas etwa dreimal so groß wie Luxemburg. Gorillas, Elefanten, Flusspferde und unzählige andere Arten: Der Park ist berühmt für die größte Population der gefährdeten Berggorillas. Mit seinen hunderten von bedrohten Arten gelten die Virungas als einer der wichtigsten Orte für den Artenschutz überhaupt.

Verschiedene bewaffnete Gruppen

Virunga ist durch verschiedene bewaffnete Rebellen- und Banditengruppen bedroht, die alle auch an der Wilderei beteiligt sind. In den letzten Monaten droht die Demokratische Republik Kongo wieder zurückzufallen in die Zustände des schrecklichen Bürgerkriegs, der zwischen 1997 und 2003 fünf Millionen Menschen das Leben kostete.

Der gesamte WWF trauert mit den Familien und den hinterbliebenen Frauen und Kindern. Wir sind umso entschlossener, für eine bessere Zukunft des Kongos zu kämpfen.

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Myanmar: Das Häuten der Elefanten verhindern

Anders als sonst haben es die Wilderer in den Rakhine- und Bago-Bergwäldern Myanmars nicht auf die Stoßzähne der Elefanten abgesehen. Vielmehr wird die Haut der Tiere zu Creme verarbeitet. Angeblich soll sie gegen Hautkrankheiten helfen.

Seit 2013 wurden bereits 110 Elefanten in Myanmar wegen ihrer Haut getötet. Die Wilderer gehen dabei äußerst brutal vor. Meistens werden die Tiere mit Giftpfeilen beschossen, durch die sie langsam und qualvoll sterben. Begünstigt wird die illegale Jagd durch schwache Kontrollen des Staates und geringe Bestrafung der Täter.

Um das grausame Häuten zu verhindern, rief der WWF seine Förderer im Mai 2017 zu einer Notfallspende auf. Über 80.000 Euro kamen zusammen, mit der nun neue Anti-Wilderei-Patrouillen in den Krisengebieten eingesetzt werden. Allen Unterstützern ein herzliches Dankeschön!

Schnelle Reaktion des WWF

Mittlerweile hat der WWF ein Patrouillen-Team mit 45 Rangern aufgestellt und ausgebildet. Sie kontrollieren seit Juli 2017 den südlichen Teil der Rakhine- und Bago-Bergwälder, um die dortige Elefanten-Wilderei zu bremsen. Auch hat die Umweltstiftung mit den Bewohnern der dortigen Dörfer gesprochen. Dank deren Hinweisen konnten zwölf Wilderer festgenommen werden, die Giftpfeile und Elefantenhaut bei sich trugen.

Es ist gut, dass der WWF mit der Hilfe seiner Förderer sehr schnell reagieren konnte, um dieser für Myanmar neuen Praxis der Elefantenwilderei gleich den Boden zu entziehen, indem wir Wilderer abschrecken und die Bevölkerung sensibilisieren,“ sagt WWF-Asiendirektorin Stefanie Lang.

Zudem koordiniert der WWF die Arbeit zwischen den verschiedenen Behörden in Myanmar (Polizei, Verteidigungsministerium, Zoll, Handelskammer, Gerichtsbarkeit), damit Wildereiverbrechen künftig ähnlich streng geahndet werden wie der Schmuggel von Drogen oder Waffen.

Stimmen für die Elefanten

Wichtig ist auch die öffentliche Meinung, damit die illegalen Wildtiermärkte geschlossen werden und so auch die Nachfrage nach Elefantenhaut drastisch verringert wird. Deshalb hat der WWF Myanmar mit mehreren anderen Organisationen gemeinsam im Oktober 2017 die Öffentlichkeitskampagne „Voices for Momos“ gestartet. „Momo“ ist in Myanmar ein liebevoller Kosename für einen Elefanten.

Mit der Kampagne wird jeder Einzelne im Land aufgerufen, seine Stimme zum Schutz der Tiere zu erheben und auf jegliche Elefantenprodukte zu verzichten. Mit einer Online-Petition in Myanmar soll außerdem die Regierung aufgefordert werden, den illegalen Handel mit Elfenbein und Elefantenhäuten zu beenden. Noch immer stirbt jede Woche ein Elefant in Myanmar durch Wilderei. Das wollen wir ändern.

Unterstütze unsere Arbeit in Myanmar und schütze die Elefanten!

Der WWF kämpft jeden Tag um das Überleben der Elefanten. Mit GPS-Sendern gehen wir gegen die Wilderer vor.

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Schuppentier: Schmuggel floriert trotz weltweitem Handelsverbot

Schuppentiere sind die meistgeschmuggelten Säugetiere der Welt. Allein zwischen 2010 und 2015 beschlagnahmten Strafverfolger weltweit 120 Tonnen ganzer Pangoline, deren Körperteile und Schuppen. Zuletzt konfiszierten Fahnder in Taiwan 4.000 gehäutete und ausgenommene Tiere. Darauf macht der WWF zum Weltschuppentiertag aufmerksam. „Wir gehen davon aus, dass maximal ein Viertel des Schmuggels überhaupt aufgedeckt wird. Es braucht in vielen Ländern Asiens und Afrikas strengere Gesetze, schärfere Kontrollen und härtere Strafen. Die Schmugglersyndikate haben es zu leicht“, sagt WWF-Artenschutzexperte Arnulf Köhncke.

Geringe Strafen

Zwar ist der kommerzielle Handel mit allen acht Schuppentierarten seit Anfang 2017 weltweit verboten. Zahlreiche südostasiatische Staaten haben ihre Gesetze jedoch noch nicht entsprechend angepasst. So ist in Indonesien, Vietnam oder Laos nur der Handel mit asiatischen Schuppentieren unter Strafe gestellt, nicht aber den vier afrikanischen Arten. Wo das Gesetz Strafen vorsieht, fallen sie häufig zu niedrig aus: „Wer in Indonesien beim Schmuggeln heimischer Pangoline erwischt wird, den erwartet allenfalls eine geringe Geldbuße. Manchmal kommt es aber noch nicht einmal zu Strafverfahren. Das ist auch in vielen anderen Ländern so. Angesichts der möglichen Gewinnspannen schreckt das kaum ab“, kritisiert Köhncke vom WWF.

Vermeintliche Delikatesse und medizinischer Irrglaube

Zudem ist die Nachfrage in Vietnam, China oder Taiwan ungebrochen hoch. Dort sind Schuppentiere eine Delikatesse. Die Tiere werden zum Teil lebend geschmuggelt und angeboten, damit sie möglichst frisch auf dem Teller landen. Ein Kilogramm Fleisch kostet auf dem Schwarzmarkt bis zu 300 US-Dollar. Die Schuppen des Pangolins sind wiederum in der Traditionellen Chinesischen Medizin beliebt und erzielen sogar Kilopreise von bis zu 3000 US-Dollar. Die meisten asiatischen Schuppentierarten sind bereits derart stark dezimiert, dass zunehmend Tiere aus Afrika nach Asien geschmuggelt werden.

Die Spur führt auch nach Europa und die USA

Neuere Analysen von Traffic und IUCN zeigen, dass neben Asien auch die USA häufiges Ziel der gut organisierten Schmugglernetzwerke sind. Dort finden vor allem Körperteile, aber auch Lederprodukte Abnehmer. Europa wiederum ist ein wichtiger Umschlagplatz für die gewilderten Tiere. „Das weltweite Pangolin-Problem bekommen wir nur in den Griff, wenn wir den Druck auf Wilderer und Schmuggler erhöhen und gleichzeitig die Absatzmärkte austrocknen. Sinkt die Nachfrage nach Schuppentieren, lässt sich mit ihnen nicht mehr so viel Gewinn machen“, unterstreicht Arnulf Köhncke.

Insgesamt gibt es acht verschiedene Pangolin-Arten, je vier in Asien und Afrika. Alle acht sind bedroht. Seit Anfang 2017 sind sie auf Anhang I des Washingtoner Artenschutz-Abkommens (CITES) geführt und erhalten damit den höchsten Schutzstatus – ein komplettes Verbot des kommerziellen internationalen Handels. Die scheuen und nachtaktiven Insektenfresser leben in Asien und Afrika in Wäldern, Buschland und Savannen. Sie ernähren sich von Ameisen und Termiten. Die meisten Arten sind etwa so groß wie Hauskatzen, einige afrikanische Arten können aber ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm erreichen.

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Esmond Bradley Martin ist tot

Er war einer der profiliertesten Ermittler gegen die Wildtierkriminalität: Esmond Bradley Martin kämpfte jahrzehntelang gegen den illegalen Handel mit Elfenbein und Rhinozeros-Hörnern. Jetzt ist er tot in der kenianischen Hauptstadt Nairobi aufgefunden worden.

Die Umstände seines Todes sind noch unklar und wir wollen nicht darüber spekulieren, ob sie mit seiner Arbeit zusammenhängen. Wir sind aber tieftraurig über den vorzeitigen Tod von Esmond Bradley Martin, einem respektierten Kollegen, Freund und Mentor des Umweltschutzes weltweit. Dies ist ein riesiger Verlust für die globale Gemeinschaft der Naturschützer.

Esmond arbeitete über Jahrzehnte unermüdlich gegen den illegalen Wildtierhandel. Er hat immer wieder schlimmste Fälle von Wilderei samt mächtigen Hinterleuten aufgedeckt. Fraglos hat er sich viele einflussreiche Feinde gemacht, die massiv an der Wilderei verdienten. Es ist bekannt, dass er gerade an einem neuen Bericht über Wilderei arbeitete.

Letztes Jahr wurde mit Wayne Lotter ein ebenfalls bekannter und erfolgreicher Kämpfer gegen die Wilderei in Tansania auf offener Straße mitten in der Hauptstadt ermordet. Auch er arbeitete gerade an investigativen Untersuchungen.

Wir werden in seinem Gedenken unser Bestes geben, um unseren Planeten, seine Arten und die Biodiversität vom verheerenden Einfluss der Wildtierkriminalität zu beschützen.

Esmonds Leidenschaft und Entschlossenheit werden für uns beim WWF immer Inspiration und Ansporn sein. Unser Gedanken sind in diesen schwierigen Zeiten bei seiner Familie.

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Hong Kong verbietet Handel mit Elfenbeinprodukten ab 2021

In Hong Kong wird der lokale Handel mit Elfenbein ab dem Jahr 2021 verboten. Das hat der Legislativrat der chinesischen Sonderverwaltungszone am 31.01.18 entschieden. Damit folgt die Stadt dem Beispiel Chinas, wo der nationale Elfenbeinhandel bereits seit Ende 2017 nicht mehr gestattet ist. Neben dem Handelsstopp votierte Hong Kongs Parlament auch für eine Verschärfung des Strafrechts: Mit bis zu zehn Jahres Freiheitsentzug wird das illegale Geschäft mit Wildtierprodukten ab sofort geahndet.

Starkes Signal an die Wildtiermafia

Der WWF wertet die Entscheidung als wichtigen Schritt für den Elefantenschutz: „Der Elfenbeinmarkt in Hong Kong zählt zu den größten der Welt und steht damit in direkter Verbindung zur massenhaften Wilderei auf die Dickhäuter in Afrika. Obwohl offiziell nur der Handel mit altem, legalem Elfenbein erlaubt ist, wird auch solches von erst kürzlich gewilderten Elefanten illegal zum Verkauf angeboten“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. „Nach China ist Hong Kong der zweite große asiatische Handelsplatz, der geschlossen wird. Das ist ein starkes Signal an die internationale Wildtiermafia. Es ist nun wichtig, dass Länder wie Vietnam, Thailand und Myanmar nachziehen und ihre Regelungen ebenfalls verschärfen.“ Als Wermutstropfen bezeichnet der WWF das späte Inkrafttreten der Hong Konger Regelung erst im Jahr 2021.

Dramatische Wildereikrise in Afrika

Die Folge der starken Nachfrage nach Elfenbein ist eine dramatische Wildereikrise in Afrika. Jedes Jahr werden etwa 20.000 Elefanten illegal getötet. Die Wilderei für Elfenbein, aber auch Nashorn-Horn ist längst Teil der international organisierten Kriminalität. Dabei ist die illegale Jagd nicht nur eine Gefahr für die Tierwelt, sondern untergräbt das staatliche Gewaltmonopol, fördert Korruption und behindert die wirtschaftliche Entwicklung. Der größte Absatzmarkt für Wildereiprodukte – insbesondere Elfenbein – war bislang China. Im Zuge des chinesischen Handelsverbots warnt der WWF vor einer Verlagerung der Geschäfte in andere asiatische Regionen.

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Wilderei an der Ostsee?

Beim Thema Wilderei in Deutschland denkt man vor allem an Greifvögel oder Luchse, die mit Giftködern oder Schrot aus dem Weg geräumt werden. Jetzt hat es offenbar auch Kegelrobben an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns erwischt. Im Jahr 2017 waren deutlich mehr Kadaver angespült worden als in den Vorjahren. Zunächst glaubte man, die Todesfälle ließen sich mit dem generell wachsenden Robbenbestand erklären. Doch inzwischen verdichten sich die Indizien auf vorsätzliche Tötung: Allein zwischen September und Dezember 2017 fand man 23 tote Tiere in einem Umkreis von nur fünf Kilometern. In wenigen Monaten wurde etwa ein Viertel des Gesamtbestandes im Greifswalder Bodden ausgelöscht.

Die äußerlich unverletzten Kegelrobben-Kadaver wurden im Meeresmuseum Stralsund obduziert. Todesursache: Akutes Herz-Kreislauf-Versagen, sprich: Tod durch Ertrinken.

Gelegentlich verheddern sich Robben in Netzen oder Reusen, aber das ist eine eher seltene Todesart. Der Verdacht, dass die Tiere absichtlich in Fallen gelockt wurden, liegt nahe. Das Meeresmuseum erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt wegen der Tötung einer besonders geschützten Art. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Vorsätzliche Tötung?

Als erstes dürften verärgerte Fischer unter Verdacht geraten. Kegelrobben plündern gern die prall gefüllten Heringsnetze. Daher betrachten manche Fischer die bis zu 300 Kilo schweren Fischfresser als unwillkommene Konkurrenz um den Fisch. Der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer wies die Unterstellung der vorsätzlichen Tötung zurück, aber auch die Fischer räumen ein, dass die Häufung der Fälle ungewöhnlich sei.

Vor 100 Jahren war die Kegelrobbe in der Ostsee bis auf 2000 Tiere dezimiert. Inzwischen wird ihr Bestand ostseeweit auf rund 30.000 Exemplare geschätzt. In deutschem Hoheitsgebiet leben etwa 100 Tiere, aber bislang wurde hierzulande kein Nachwuchs beobachtet. Dem WWF geht es daher darum, einen gesunden Robbenbestand mit Nachwuchs in der Ostsee zu erreichen. Hierzu arbeitet er auf die Erstellung eines Managementplanes hin, der dieses Ziel anstrebt und gleichzeitig die Schäden der Fischer ausgleicht.

Ganz anders sieht die Entwicklung der Robben in der Nordsee aus. Auf Helgoland registrierte man einen regelrechten Babyboom: Hier wurden zuletzt 426 Jungtiere gezählt, soviel wie noch nie seit der Aufzeichnung der Bestände.

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Schreckliche Schwimmblasen

28 Kilogramm Schwimmblasen wurden vom Zoll in Hong Kong beschlagnahmt. Sie kommen von ganz besonderen Fischen und sie sind 4,5 Millionen Dollar wert.

Die beschlagnahmten Fischteile kommen von Totoaba. Sie kommen nur im nördlichen Golf von Kalifornien vor. Die Schwimmblasen gelten in China als Delikatesse. Pro Kilo bringen sie mehr als 10.000 US-Dollar.


Totoaba sind schon seit 1975 geschützt, werden aber immer noch gewildert. Die Aussichten der Fischer auf viele tausend Dollar scheinen zu verlockend, die Kontrollen zu lasch. Die Totoaba sind vom Aussterben bedroht.

Kollateralschaden Vaquita

Für diesen Wahnsinn wird wahrscheinlich aber auch der Vaquita aussterben – ein kleiner Wal, den es ebenfalls nur im Golf von Kalifornien gibt. Die Wale ertrinken in den illegalen Stellnetzen. Die mexikanische Regierung hat Stellnetzfischerei im Gebiet der Vaquitas 2017 endgültig verboten. Der WWF hilft, „Geisternetze“ zu bergen. Wie viele Vaquitas noch übrig sind, weiß momentan niemand. Es sind aber wohl weniger als 30.

Die Totoaba-Schwimmblasen wurden im Gepäck zweier Männer gefunden, die aus Mexiko beziehungsweise Südkorea einzureisen versuchten. Ihnen drohen im Höchstfall eine Geldstrafe von fünf Millionen Dollar oder sogar zwei Jahre Jahre Gefängnis. Es wäre zu begrüßen, wenn sie auch verurteilt würden. Den Vaquitas und Totoabas droht allerdings das Verschwinden für immer.

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Südafrika: Drei tote Nashörner – pro Tag

2017 wurden in Südafrika 1028 Nashörner gewildert. Der flächendeckende Einsatz im Kampf gegen die Wildereikrise ist dringend nötig.

In Südafrika leben rund 80 Prozent der afrikanischen Nashörner. Alleine hier wurden 2017 1028 Nashörner gewildert, wie das South African Department of Environmental Affairs bekannt gab. Das sind fast drei pro Tag. Im Vergleich zum Vorjahr mit 1054 getöteten Tieren waren es erneut minimal weniger.

Etwas weniger – und viel zu hoch

„Die aktuellen Zahlen sind aber noch immer untragbar hoch für die Bestände der afrikanischen Nashörner“, sagt WWF-Expertin Katharina Trump. Sie hat sich erst vor kurzem in Südafrika ein Bild von der Lage gemacht. Sie ist überzeugt: „Konzentrierte Bemühungen zeigen lokal zwar erste Erfolge, doch größtenteils verlagert sich die Wildereiproblematik dadurch nur in andere Regionen.“

Die Wilderei verlagert sich

Im Kruger-Nationalpark werden insgesamt weniger Nashörner gewildert, außerhalb dafür mehr. Dort, wo weniger überwacht wird. Wo das Risiko geringer ist und der Gewinn dadurch höher. Im Kampf gegen die Wilderer braucht es dringend einen flächendeckenden, koordinierten Einsatz.

Doppelter Ansatz

Es ist nach wie vor die Nachfrage aus Asien, welche die Wildereikrise in Afrika anfeuert. Für Elfenbein und das medizinisch völlig wirkungslose Nashorn-Horn werden hohe Preise gezahlt. Eine effektive und ganzheitliche Anti-Wilderei-Arbeit muss Wilderei direkt vor Ort verhindern, zum anderen aber auch die Nachfrage in den Abnehmermärkten wie Vietnam reduzieren. Sinkt die Nachfrage, nimmt das den Druck auf die wenigen verbleibenden Tiere. Insbesondere in Südafrika.

Genau daran arbeitet der WWF. Hilf uns dabei.

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Laos: Dreiste Lüge um Tigerfarmen

Dicht an dicht reihen sich viel zu kleine, karge Käfige aneinander. Darin vegetieren bis zu 200 Tiger vor sich hin, nur um zum Schluss geschlachtet, zu Tigerwein verarbeitet oder in Einzelteile zerlegt zu werden, die einen illegalen, perversen Markt bedienen. Das sind Tigerfarmen, wie es sie in Laos eigentlich gar nicht mehr geben sollte. Denn schon Ende 2016 hatte das südostasiatische Land auf internationalen Druck hin angekündigt, seine grausamen Tigerzuchten zu schließen. In Wirklichkeit ist nichts passiert: Der Handel mit den Großkatzen boomt, die Tigerfarmen florieren.

Gefährdung einer ganzen Art

Tigerfarmen bedeuten nicht nur eine Qual für die Tiere, die hier zum Schlachten gezüchtet werden. Die Farmen befeuern auch Schmuggel und Wilderei. Denn ob Fell, Knochen oder Fleisch – hinter den Kulissen ist es sehr leicht, an diese Tigerteile zu gelangen und damit einen grausamen Markt zu bedienen und sich zu bereichern. Solange diese Nachfrage nach Tigerteilen in dem Maße bedient wird, ist auch der Wilderei in freier Wildbahn kaum ein Ende zu setzen. Der Druck auf die höchstens noch etwa 3900 frei lebenden Tiger bleibt damit dramatisch hoch.

Tigerwein gegen Arthritis

Vor allem Touristen aus dem angrenzenden China kommen nach Laos, um hier Tigerfleisch zu essen, Tigerwein aus gemahlenen Knochen zu trinken oder um sich – mit dem nötigen Kleingeld – gar einen lebendigen Tiger auszusuchen und ihn später schlachten zu lassen. Denn auch wenn die Traditionelle Chinesische Medizin seit 1993 keine Tigerknochen mehr verwendet: In China gelten Tigerprodukte immer noch viel zu oft als Heil- und Potenzmittel, als Delikatesse und Statussymbol.

Wenn sich selbst Ranger bestechen lassen

Die Tigerfarmen von Laos haben lediglich ihre Geschäftsschilder verhängt, doch hinter der Kulissen geht die Zucht uneingeschränkt weiter, teilweise sogar in größerem Umfang als vorher. Die Tigerprodukte werden offen gehandelt. Unter den Augen von Regierungsbeamten und obwohl Laos internationale Gelder erhalten hat, um den Wildtierhandel einzudämmen. Doch zu viel lässt sich verdienen an dem mörderischen Geschäft. Korruption und Bestechlichkeit sind hoch im Kurs, sogar bei den Rangern, die im Freiland arbeiten und die Tiere eigentlich schützen sollten.

Laos: Im Mittelpunkt des Wildtierhandels

Die Grenze von Laos nach China ist durchlässig und in China befindet sich die größte Nachfrage, ebenso wie einer der größten illegalen Absatzmärkte für illegale Wildtierprodukte der Welt. So hat sich Laos inzwischen zu einem wichtigen Drehkreuz des illegalen Wildtierhandels entwickelt. Weltweit galt Laos’ Ankündigung, seine Tigerfarmen zu schließen, deshalb bei Naturschützern als wichtiger Wendepunkt zur Rettung der Tiger. Um so wichtiger ist es nun – bei allem Anschein von Hoffnungslosigkeit – den Kampf um die Rettung der Tiger in Laos nicht aufzugeben, weiterhin Druck auszuüben, potenzielle Käufer aufzuklären und immer wieder ganz genau hinzusehen.

Rette mit uns die letzten Tiger!

Aufklärung

Wir müssen die enorme Nachfrage nach Tigerprodukten stoppen.

Tigerschutz

Wir setzen Ranger ein, die Tiger aus Fallen befreien und Wilderer überführen.

Ausstattung

Wir statten Ranger für den Kampf gegen die Wilderei in Schutzgebieten aus.

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Wir müssen das Abschlachten der Rentiere stoppen!

In Russland ist die Wilderei von wilden Rentieren explodiert. Es geht oft um die Geweihe. Wir müssen das Blutbad stoppen.

Den letzten wilden Rentieren auf der Taimyr-Halbinsel Russlands droht ein grausames Ende. Die Wilderer gehen mit großer Brutalität vor: Die Rentiere werden entweder von Schneemobilen aus erschossen, oft in Massen. Dann werden Zungen oder Beine abgeschnitten. Oder sie werden bei Durchqueren der Flüsse auf ihren Wanderrouten getötet. Beim Schwimmen kommen die Tiere nur langsam voran und können nicht fliehen, wenn die Wilderer sich mit ihren Booten nähern. In vielen Fällen werden ihnen lebendig die Geweihe abgeschnitten, was extreme Qualen für die Tiere bedeutet. Die Tiere verenden meist an den Folgen. „Wir finden immer wieder wahre Schlachtfelder an getöteten Rentieren“, berichtet Eva Klebelsberg, Referentin für arktische Regionen in Russland beim WWF Deutschland.

Von Sibirien nach China

Vor allem in China werden die jungen Geweihe als Pulver zermahlen verkauft und in der traditionellen Medizin verwendet. Auch in westlichen Ländern wird es zur Verbesserung der physischen Kondition eingenommen. Eine hormonelle Wirkung ist nicht nachgewiesen. Die Zungen gelten als Delikatessen. Das übrige Fleisch wird von den Wilderern oft einfach liegen gelassen.

Das Rentierabschlachten blieb bislang weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt. Die Rentier-Gebiete in Nord-Sibirien sind extrem dünn besiedelt. Bis vor wenigen Jahren machte sich niemand Sorgen um die Rentiere auf der Taimyr-Halbinsel. Denn zu Sowjetzeiten bis etwa zur Jahrtausendwende gab es viele Rentiere. Und legale und illegale Jagd gab es schon immer. Aber eben nicht in diesem Ausmaß.

Erst in den letzten vier Jahren zeichnete sich das Problem ab. Die Kollegen vom WWF Russland vermuten, dass die Wilderei sich langsam nach der Perestroika, aufgrund von steigender Armut in der Region Chukotka entwickelte und sich im letzten Jahrzehnt nach Taimyr ausweitete. Dort gibt es die größte Population wilder Rentiere: Etwa 70 Prozent der wilden Rentiere leben hier. Sie sammeln sich auf ihren Wanderungen zwischen Sommer- und Winterweiden in Herden von bis zu 100.000 Tieren – selbst in diesen abgelegenen Gebieten leicht zu finden für die Wilderer.

Mikhail Stishov vom WWF Russland schildert die Situation der Rentiere im Video.

Bestände halbiert!

Die Bestände sind jetzt im freien Fall. Die Population in Taimyr hat sich in den letzten zwanzig Jahren halbiert. Von geschätzt mindestens 800.000 Tieren im Jahr 2000 auf höchstens 400.000 heute. Die Tiere werden zu Zehntausenden abgeschlachtet und die Reproduktionsrate leidet zusätzlich: Weibliche Tiere haben aufgrund des durch die Wilderer verursachten Stresses häufig Fehlgeburten. Die Wildhüter vor Ort beobachten einen starken Rückgang der Anzahl von Jungtieren.

Um die Herden zu schützen, bedarf es operativer Ranger-Einheiten mit Schneemobilen, Geländefahrzeugen, Satellitentelefonen und Funkgeräten. Regelmäßige Patrouillen müssen durchgeführt werden. „Wir müssen mehr über ihre Wanderrouten wissen, wo die Flüsse überquert werden, wo die Rentiere ihre Kälber bekommen“, sagt WWF-Expertin Eva Klebelsberg. Dafür müssen Rentiere mit Halsbandsendern versehen werden.

Es gibt viel zu tun. Sonst sieht es schlecht aus für die letzten wilden Rentiere Russlands. „Wenn wir die illegale Jagd nicht bald bremsen, könnte die Zeit der riesigen Rentierherden in Nord-Sibirien bald vorbei sein“, sagt Klebelsberg.

Noch können wir handeln. Mach mit!

Unterstütze die Arbeit der Ranger in Russland und rette mit uns zusammen die Rentiere vor den Wilderern.

Ausrüstung

Die Ranger-Teams benötigen dringend Kommunikations- und Transportmittel.

Monitoring

Nur wenn wir wissen, wo die Herden sind, können wir sie schützen.

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