Elfenbein trotz Handelsverbot in China noch immer gefragt

Nachdem China ein Verbot über den Handel von Elefantenelfenbein verhängt hat, hat sich der Konsum von Elfenbein im Land reduziert. Jedoch gibt es einen harten Kern innerhalb der Bevölkerung, der sich auch von gesetzlichen Regelungen nicht abschrecken lässt – diese Gruppe verschiebt den Handel mit Elfenbein verstärkt in Regionen außerhalb Chinas. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom WWF groß angelegte Studie zur Nutzung von Elfenbein in China.

2.000 Menschen in 15 Städten wurden dazu befragt – die bisher größte Studie zum Elfenbeinkonsum in China. Sie ist Teil eines systematischen, jährlichen Markt-Monitorings seit dem Erlass des Handelsverbots und die dritte Studie in Folge, nach einer Untersuchung 2018 und einer Ende 2017 kurz vor Inkrafttreten des Handelsverbots.

Die überwältigende Mehrheit der chinesischen Bevölkerung begrüßt das Handelsverbot. „Die chinesischen Verbraucher waren eine treibende Kraft hinter dem globalen Elfenbeinhandel, die ab 2010 zu einer Krise der Elefantenwilderei auf dem afrikanischen Kontinent führte“, so Karen Xue, Leiterin der globalen Elfenbeininitiative des WWF. „Ihre Hilfe ist entscheidend, um die Flut gegen die Welle der Wildtierkriminalität zu wenden, die jedes Jahr Zehntausende von Elefanten das Leben kostet.“

„Harter Kern“ besteht weiter auf Elfenbein

Wie bereits im Vorjahr ergab auch die diesjährige Umfrage, dass die Verbraucher ihren Elfenbeinkauf eingeschränkt haben. Der Konsum sei durch das Handelsverbot etwa um die Hälfte zurückgegangen, so die Ergebnisse der Studie. Besorgniserregend bleibt allerdings, dass noch immer jeder Siebte angab, trotz Kenntnis des Verbots Interesse an einem Elfenbeinkauf zu haben. Insbesondere regelmäßig ins Ausland Reisende gehören laut Umfrage zu diesem harten Kern. Entsprechend gingen zwar die angegebenen Käufe von Elfenbein im Inland zurück, nahmen jedoch bei Reisen ins Ausland zu.

Schwarzmärkte dürfen nicht weiter wachsen

„Die Schließung der nationalen Elfenbeinmärkte war ein wichtiger Schritt der chinesischen Regierung, den Kauf von Elfenbein zu reduzieren“, sagt Katharina Trump vom WWF Deutschland. „Allerdings bleibt ein harter Kern in China bestehen, der trotz des bestehenden Verbots Elfenbein kauft oder Interesse daran hat, dies zukünftig zu tun. Diese Menschen lassen sich offensichtlich nicht durch die gesetzliche Regelung beeinflussen. Hier muss verhindert werden, dass Schwarzmärkte wachsen oder sich ins Ausland verschieben, was die Wilderei in Afrika weiter hoch halten würde,“ so Trump weiter.

Eine Verschiebung der Märkte kann zum Teil schon beobachtet werden: Gemessen an der beschlagnahmten Menge illegalen Elfenbeins, das mit einem bestimmten Land in Verbindung gebracht werden kann, stand Vietnam für den Zeitraum 2015 bis 2017 erstmals auf Platz eins und damit noch vor China. „Die Eindämmung der Nachfrage, d.h. eine Verhaltensänderung bei den noch bestehenden Elfenbein-Interessenten, herbeizuführen, ist daher neben dem Handelsverbot ein wichtiges Puzzleteil, um den Handel mit illegalem Elfenbein und damit die Wilderei auf afrikanische Elefanten einzudämmen.“ Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, arbeitet der WWF gemeinsam mit TRAFFIC an einer großangelegten Kampagne in China, die von der Deutschen Bundesregierung unterstützt wird.

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