„Es ist kein leichter Job, Nashörner zu schützen“

Interview mit Sergeant Ambroise Letumunai, Ranger im kenianischen Nationalpark Tsavo East. Ihm und seinen Kollegen ist es gelungen, die Nashörner hier so gut zu sichern, dass sie nicht umgesiedelt werden müssen und sogar Nachwuchs gezeugt haben.

Zunächst einmal vielen Dank für euren Einsatz und den erfolgreichen Schutz der Nashörner. Wie ist die Situation vor Ort im Moment?

Den Nashörnern geht es gut, aber wir sind in großer Sorge wegen der Wilderei. In anderen Parks im Land wurden immer wieder Nashörner gewildert, zuletzt gleich drei Tiere auf einen Schlag. Für uns ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wilderer auch in Tsavo East wieder zuschlagen wollen.

Umso wichtiger ist der Schutz durch Wildhüter. Wie sieht der Alltag eines Nashorn-Rangers aus?

Wir sind rund um die Uhr im Einsatz, sieben Tage am Stück. Dann haben wir ein paar Tage frei, bevor es wieder in die Savanne geht. Es ist ein riesiges Gebiet, wir müssen die Nashörner oft mit Flugzeugen suchen. Sobald wir wissen, wo sie sind, gehen wir dort zu Fuß und mit Jeeps auf Patrouille. Wir übernachten in Zelten im Feld, die Strecken sind viel zu weit und schwer zugänglich, um täglich ins Hauptquartier zurückzukehren .

Welchen Schwierigkeiten begegnet ihr im Feld?

Wir stehen jeden Tag vor ganz unterschiedlichen Herausforderungen. Es ist wirklich keine leichte Aufgabe, Nashörner zu schützen. Unser Alltag besteht aus langen, anstrengenden Fußmärschen durch schwieriges Gelände mit viel Ausrüstung. Ständig besteht das Risiko, auf bewaffnete Wilderer zu treffen. Und auch die Nashörner können uns gefährlich werden, wenn wir ihnen aus Versehen im dichten Gebüsch zu nahe kommen.

Gibt es besonders anstrengende oder kritische Momente?

Ja, definitiv die Regenzeit! Die Regengüsse sind extrem, Zelten wird nahezu unmöglich, unsere Fahrzeuge bleiben stecken. Die Vegetation wird immer dichter und erschwert uns das Fortkommen zusätzlich. Die Nashörner sind noch schwieriger aufzuspüren als sonst und oft ist die Landebahn zu matschig für Einsätze mit dem Flugzeug. Trotzdem müssen die Nashörner auch in dieser Zeit geschützt werden, sonst würden die Wilderer das ausnutzen – auch wenn für sie der Zugang natürlich ebenfalls schwerer wird.

Welches sind die besonders schönen Momente als Nashorn-Ranger?

Wenn der Bestand der Nashörner wächst, anstatt abzunehmen! Die Nashörner sind Gottes Schöpfung. Es sind so schöne, großartige und liebenswerte Tiere, ich kann mir niemanden vorstellen, der nicht von ihnen fasziniert ist.

Gibt es etwas, das ihr dringend braucht, um die Nashörner zu schützen?

Oh ja, wir benötigen mehr Ausrüstung, die im Dauereinsatz schnell verschleißt. Außerdem zwei Spezialfahrzeuge für unsere Arbeit im Feld.
Unsere Aufgaben wachsen in Tsavo East: Wir erwarten in Kürze 23 Spitzmaulnashörner, die hierher umgesiedelt werden. Dann brauchen wir auch unbedingt mehr Ranger!

Was wünschst Du Dir für die Nashörner in Zukunft?

Ich wünsche mir, dass sie sich vermehren, dass ihre Anzahl wieder steigt und dass es keine Wilderei mehr gibt und keinen Handel mit ihren Hörnern!

Unterstütze jetzt Sergeant Ambroise Letumunai und seine Ranger-Kollegen!

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