Buschfleischfieber: Die leeren Wälder Afrikas

Mit Netz, Pfeil und Bogen jagen, so hat sich das indigene Volk der BaAka Jahrtausende lang versorgt. Sie haben gejagt, um zu überleben. Doch heute finden die BaAka in Dzanga-Sangha nur noch mühevoll etwas. Ihre Heimat ist eigentlich einer der artenreichsten Wälder überhaupt. Doch selbst hier schwinden die Tierbestände. Der Wald leert sich und die Wilderer machen selbst vor Menschenaffen nicht halt.

Fleisch für die Städte

Afrika hat sich verändert. Gejagt wird nicht mehr zur Selbstversorgung, sondern zum Handeln. Seit den 1990er Jahren hat sich die Jagd kommerzialisiert. Auch in den stetig wachsenden Städten Afrikas steht Wildtierfleisch nun auf dem Speiseplan, der Konsum von Buschfleisch nimmt rapide zu. Organisierte Wilderer holen das Fleisch aus den Wäldern, tausende Tonnen jedes Jahr. Das Gleichgewicht zwischen Mensch und Wald kippt.

Organisierte Wilderer erbeuten das Zehnfache

Studien aus Kamerun zeigen, dass die organisierten Wilderer zehnmal mehr erlegen als die Einheimischen zur Selbstversorgung. In vielen Ländern südlich der Sahara ist der Hunger nach Buschfleisch mittlerweile die größte Bedrohung für die Tierwelt. Selbst weltberühmte Schutzgebiete wie Dzanga-Sangha oder Virunga sind betroffen.

Delikatesse Affe

Die Wilderer sind nicht wählerisch. Nahezu die gesamte Fauna wird aus dem Wald geholt. Mit Schusswaffen und grausamen Schlingfallen. Säugetiere, Vögel, Krokodile. Besonders beliebt sind Waldantilopen, aber auch Affen und Elefanten werden geschossen. Menschenaffen gelten in vielen Gegenden als Delikatesse. Mehrere tausend Gorillas werden jedes Jahr getötet, um gegessen zu werden. Der gewilderte Sosa aus unserer Gruppe der habituierten Gorillas war einer von ihnen.

Vor allem die Erschließung der Regenwälder durch Holzfirmen befeuert die Wilderei. Die Straßen der Holzkonzessionäre fressen sich immer weiter in den Wald und ermöglichen das Vordringen von immer mehr Menschen in bisher unzugängliche Gebiete.

Gefahr für Mensch und Tier

Der kommerzielle Buschfleischhandel gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Lebensgrundlage der lokalen und indigenen Bevölkerung, deren Lebensweise und Kultur vollständig von intakten Wäldern und Tierbeständen abhängig ist. Die Dorfgemeinschaften – wie die BaAka in Dzanga-Sangha – zählen zu den Ärmsten der Welt. Darüber hinaus stellt der Handel mit Affenfleisch eine erhebliche Gesundheitsgefährdung für die Menschen dar: Die Ebola-Epidemie hängt mit dem Buschfleischhandel zusammen.

Gemeinsam gegen die Wilderei

Gegen die grassierende Buschfleischwilderei gibt es kein einfaches Rezept. Um die Gorillas zu schützen, reicht es nicht Schutzgebiete auszurufen. Es reicht auch nicht, schwer bewaffnete Wildhüter auf Patrouille zu schicken. Wir müssen die Menschen mitnehmen. Wie so oft in Afrika hat das ökologische Desaster soziale Ursachen. Wenn das Geld nicht für Schulbesuch oder einen Arztbesuch reicht, ist der Weg zur Wilderei nicht weit. Artenschutz ist in Afrika nicht ohne Armutsbekämpfung möglich. Daher arbeitet der WWF in seinen Projekten eng mit der lokalen Bevölkerung zusammen. Viele der BaAka in Dzanga-Sangha leisten wertvolle Arbeit für unser Gorillaprojekt, als Wildhüter, Spurensucher oder Touristenführer. Der WWF gibt ihnen dafür eine ökonomische Perspektive und entwickelt mit ihnen Konzepte für eine nachhaltige Nutzung der Wälder und Einkommensalternativen wie eine naturverträgliche Landwirtschaft.

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