Hong Kong verbietet Handel mit Elfenbeinprodukten ab 2021

In Hong Kong wird der lokale Handel mit Elfenbein ab dem Jahr 2021 verboten. Das hat der Legislativrat der chinesischen Sonderverwaltungszone am 31.01.18 entschieden. Damit folgt die Stadt dem Beispiel Chinas, wo der nationale Elfenbeinhandel bereits seit Ende 2017 nicht mehr gestattet ist. Neben dem Handelsstopp votierte Hong Kongs Parlament auch für eine Verschärfung des Strafrechts: Mit bis zu zehn Jahres Freiheitsentzug wird das illegale Geschäft mit Wildtierprodukten ab sofort geahndet.

Starkes Signal an die Wildtiermafia

Der WWF wertet die Entscheidung als wichtigen Schritt für den Elefantenschutz: „Der Elfenbeinmarkt in Hong Kong zählt zu den größten der Welt und steht damit in direkter Verbindung zur massenhaften Wilderei auf die Dickhäuter in Afrika. Obwohl offiziell nur der Handel mit altem, legalem Elfenbein erlaubt ist, wird auch solches von erst kürzlich gewilderten Elefanten illegal zum Verkauf angeboten“, sagt Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. „Nach China ist Hong Kong der zweite große asiatische Handelsplatz, der geschlossen wird. Das ist ein starkes Signal an die internationale Wildtiermafia. Es ist nun wichtig, dass Länder wie Vietnam, Thailand und Myanmar nachziehen und ihre Regelungen ebenfalls verschärfen.“ Als Wermutstropfen bezeichnet der WWF das späte Inkrafttreten der Hong Konger Regelung erst im Jahr 2021.

Dramatische Wildereikrise in Afrika

Die Folge der starken Nachfrage nach Elfenbein ist eine dramatische Wildereikrise in Afrika. Jedes Jahr werden etwa 20.000 Elefanten illegal getötet. Die Wilderei für Elfenbein, aber auch Nashorn-Horn ist längst Teil der international organisierten Kriminalität. Dabei ist die illegale Jagd nicht nur eine Gefahr für die Tierwelt, sondern untergräbt das staatliche Gewaltmonopol, fördert Korruption und behindert die wirtschaftliche Entwicklung. Der größte Absatzmarkt für Wildereiprodukte – insbesondere Elfenbein – war bislang China. Im Zuge des chinesischen Handelsverbots warnt der WWF vor einer Verlagerung der Geschäfte in andere asiatische Regionen.

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