London IWT Konferenz: Elefant und Regierungsvertreter gegen Wilderei

Seit dem 8. Oktober kann man, wenn man durch die Straßen Londons geht, auf das Hologramm eines afrikanischen Elefanten treffen. Damit will der WWF öffentlich auf die Folgen der Wilderei und des illegalen Artenhandels aufmerksam machen. Anlass für die Aktion ist die Londoner Konferenz zum Thema Wildartenhandel, bei der Delegationen aus über 80 Ländern zusammenkamen, um ein starkes Zeichen gegen ein immens lukratives Verbrechen zu setzen. Nach dem Handel mit Drogen, Warenfälschungen und Menschen gelten Verbrechen gegen die Umwelt, zu denen auch der illegale Artenhandel gehört, als das viertgrößte transnationale Delikt. Der Gewinn wird pro Jahr auf bis zu 20 Milliarden Euro geschätzt.

Verabschiedung eines gemeinsamen Maßnahmenpakets

Mit der zweitägigen Konferenz, die zum vierten Mal organisiert wurde und dieses Jahr vom 11. bis 12. Oktober in London stattfand, sollte ein starkes Zeichen gesetzt und die internationale Zusammenarbeit gegen die Wilderei gestärkt werden. Zum Abschluss der Konferenz haben die führenden Regierungsvertreter ein gemeinsames Maßnahmenpaket verabschiedet, in dem auch die deutsche Bundesregierung zugesagt hat, ihr Engagement gegen den illegalen Handel aufrechtzuerhalten.

Die sieben Forderungen des WWF:

1. Korruption beenden

Der illegale Wildtierhandel fördert die Korruption und umgekehrt. Diese Spirale muss dringend durchbrochen werden. Denn erst die Korruption ermöglicht der Wildtiermafia ihr grausames Geschäft. Korruption macht den Schmuggel über Grenzen möglich, setzt Handelsverbote außer Kraft und verschafft den Tätern Straffreiheit. Die Länder, in denen Wilderei, Handel und Konsum stattfinden, müssen gegen die Korruption vorgehen und sich dazu verpflichten, sie wirksam zu bekämpfen.

2. Ranger unterstützen

Ranger kämpfen an vorderster Front gegen Wilderei und illegalen Wildartenhandel. Immer wieder geraten sie dabei in Lebensgefahr. Die Wildhüter arbeiten unter schweren Bedingungen in abgelegenen Regionen. Neben den Angriffen von Wilderern sind sie dabei täglich vielen weiteren Risiken ausgesetzt. Trotzdem sind die wenigsten von ihnen ausreichend versichert. Zusätzlich fehlt es oftmals an der nötigen Ausrüstung und Ausbildung, um die Wilderei effektiv und möglichst gefahrlos zu bekämpfen. Die betroffenen Länder müssen dafür sorgen, dass ihre Wildhüter ausreichend geschützt und versichert sind.

3. Strafverfolgung verbessern

Viel zu häufig kommen bereits verhaftete Wilderer und Schmuggler mit ihren Verbrechen davon. Die konsequente Strafverfolgung scheitert in vielen Fällen zum Beispiel an zu wenig Sachbearbeitern und Staatsanwälten. Oder an einer Justiz, die der Wildartenkriminalität nicht die nötige Schwere zumisst. Eine große Herausforderung ist auch die Zusammenarbeit der Regierungen verschiedener Länder, um die oft grenzüberschreitenden Verbrechen zu ahnden. Die Bekämpfung des Wildartenhandels muss auch auf rechtlicher Ebene erfolgen. Ermittler und Staatsanwälte müssen besser geschult und die betroffenen Länder darin unterstützt werden.

4. Elfenbeinhandel stoppen

Rund 20.000 Afrikanische Elefanten werden jedes Jahr von Wilderern für ihr Elfenbein getötet und auch der Asiatische Elefant ist nach wie vor von Wilderei bedroht. Obwohl der internationale Handel mit Elfenbein verboten ist, bestehen in einigen Ländern legale Inlandsmärkte. Sie ermöglichen das Waschen von illegalem Elfenbein und heizen die Nachfrage weiter an. Ende 2017 hat China als größter Elfenbeinmarkt der Welt seine nationalen Märkte geschlossen. Das gibt Hoffnung für die Elefanten – wenn sich der Handel nicht in Schwarzmärkte und andere Länder verlagert, insbesondere nach Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam. Alle legalen und illegalen Elfenbeinmärkte müssen bis Mai 2019 geschlossen werden, insbesondere die Märkte in Asien, die international den größten Anteil am Elfenbeinhandel haben.

5. Alternatives Einkommen ermöglichen

Die Verbesserung der Lebensgrundlagen von lokaler Bevölkerung und indigenen Gemeinden vor Ort spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung der Wilderei. Die Menschen brauchen alternative, nachhaltige Einkommensquellen. Mensch-Wildtier-Konflikten muss vorgebeugt werden und der Erhalt der Natur muss für die lokale Bevölkerung einen Wert bekommen, der über ihre Ausbeutung hinaus geht. Die Länder, in denen Wilderei stattfindet, müssen dafür sorgen, dass die lokale Bevölkerung von nachhaltigen Artenschutzprojekten direkt profitiert.

6. Nachfrage senken

Alle Bekämpfung von Wildartenkriminalität ist zwecklos, so lange nicht auch die Nachfrage entscheidend und vor allem dauerhaft gesenkt wird. Mit einer geringeren Nachfrage sinkt der Preis und somit der Anreiz für Wilderer und Händler, das Risiko ihrer Straftaten einzugehen. Dort wo Handel und Konsum vorkommen, müssen die Länder wirksame Aufklärungskampagnen starten. Alle mit dem Ziel, das Konsumverhalten zu ändern und die Nachfrage zu reduzieren.

7. Korridore schaffen

Neben der direkten Bekämpfung des illegalen Artenhandels brauchen wir weitsichtige Lösungen, um bedrohte Arten zu retten und gesunde Ökosysteme zu erhalten. In einem schrumpfenden und zerschnittenen Lebensraum sollen Wildtiere wandern und sich verbreiten können, ohne dabei in Konflikt mit dem Menschen und beispielsweise seinem Ackerbau zu geraten. Es müssen dringend grüne Korridore geschaffen werden, um den Fortbestand der bedrohten Wildtiere dauerhaft zu sichern und Mensch-Tier-Konflikte zu vermeiden.

Prinz William äußert sich besorgt

Auch der britische Thronfolger Prinz William zeigte sich entsetzt, angesichts der Verbrechen, die tagtäglich an den Wildtieren begangen werden: „Es bricht mir das Herz, daran zu denken, dass Elefanten, Nashörner und Tiger in der Wildnis ausgestorben sein können, wenn meine Kinder George, Charlotte und Louis zwischen 20 und 30 Jahre alt sein werden“, sagte der 36-Jährige bei seiner diesjährigen Eröffnungsrede der London Konferenz.

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