Rekord-Beschlagnahmungen: Wilderei grassiert nach wie vor

Fast 3.000 Elefanten-Stoßzähne, mehr als 25 Tonnen Pangolin-Schuppen und erhebliche Mengen Nashorn-Horn: In den vergangenen Monaten folgte eine Rekord-Meldung über aufgedeckten Artenschmuggel auf die andere. „Es sind alarmierend große Funde – alle in dem kurzen Zeitraum von Ende März bis Ende April“, sagt Katharina Trump, Referentin für Wildtier-Kriminalität beim WWF Deutschland. Die Wilderei-Krise ist längst nicht überwunden.

25,6 Tonnen Pangolin-Schuppen

„Eine einzelne Schuppe wiegt nicht viel, es geht hier also um Tausende getötete Schuppentiere“, kommentiert Katharina Trump die Beschlagnahmung von insgesamt 25,6 Tonnen Pangolin-Schuppen in der asiatischen Metropole Singapur. Innerhalb von nur fünf Tagen gab es zwei Beschlagnahmungen. Beide Ladungen sollten illegal von Nigeria nach Vietnam verschifft werden. „Schuppentiere sind die meist gewilderten Säugetiere der Welt“, erklärt Katharina Trump. Den Schuppen wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin eine heilende Wirkung nachgesagt.

2.748 Elefanten-Stoßzähne

Ein wichtiger Schlag gegen den illegalen Handel mit Elfenbein gelang dem chinesischen Zoll Ende März nach dreimonatiger Vorarbeit. Insgesamt 2.748 Stoßzähne wurden dabei sichergestellt, fast 7,5 Tonnen Elfenbein. Die meisten Stoßzähne waren in einer verlassenen Fabrik versteckt. „Das zeigt, dass das Problem des illegalen Handels auch nach Schließung der legalen Elfenbeinmärkte in China noch besteht“, sagt Katharina Trump.

82,5 Kilogramm Nashorn-Horn in Hongkong

Anfang April beschlagnahmten Zollbeamte am Internationalen Flughafen Hongkong 82,5 Kilogramm Nashorn-Hörner – der größte Fund der vergangenen fünf Jahre. Die Hörner waren als Autoteile deklariert. Beim Durchleuchten der Fracht wurden die Beamten misstrauisch und öffneten den Container, der von Südafrika nach Malaysia geschickt werden sollte.

167 Nashorn-Hörner in Südafrika

Nur acht Tage später konfiszierte die Polizei in Südafrika 167 Nashorn-Hörner und verhaftete zwei Männer, die sie in einem Fahrzeug transportierten. Die Hörner stammen wahrscheinlich nicht von gewilderten Tieren – innerhalb Südafrikas ist der Handel mit Hörnern derzeit erlaubt. Die Menge lässt jedoch aufhorchen. „In Südafrika gibt es kaum einen Markt dafür. Da liegt die Vermutung nahe, dass die Hörner nach Asien geschmuggelt werden sollten“, sagt Katharina Trump vom WWF Deutschland. „Leider zeigt uns das, wie groß die Nachfrage hier immer noch ist.“ Hätten die beiden Männer nicht unerlaubt eine Provinzgrenze übertreten, wäre der Fall vermutlich nicht aufgeflogen.

Die traurigen Rekord-Funde des vergangenen Monats beweisen einmal mehr, wie sehr Wilderei nach wie vor grassiert und wie notwendig sowohl der Artenschutz in den Quellenländern als auch die Aufklärungsarbeit in den Abnehmerländern ist.

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