Sumatra-Tiger: Der Wilderei-Mafia auf der Spur

Jeder Wilderer knotet sie anders – die Drahtschlingen, die für die Tiere einen grausamen Tod bedeuten: Schlingfallen sind die Waffe der Wahl für die Wilderei in den dichten Regenwäldern der indonesischen Insel Sumatra, aber auch in anderen Gebieten Südostasiens. Durch ihre unterschiedlich gebauten Schlingen markieren die Wilderer ihre Beute. Eine Art Ehrenkodex sichert, dass diese nicht von anderen Wilderern gestohlen wird. Mit dem Sumatra-Tiger treffen die Schlingfallen dabei schonungslos eine besonders gefährdete Art. Es gibt sie nur auf der indonesischen Insel Sumatra und nur noch etwa 370 von ihnen.

Die Spur der Schlingfallen

In den bergigen, schwer zugänglichen Wäldern des Schutzgebietes Rimbang Baling im Zentrum Sumatras finden Ranger häufig Schlingfallen. Die Wilderer stammen aus umliegenden Dörfern und geübte Ranger erkennen oft schon an der Bauweise der Fallen, wer sie ausgelegt hat. „Derjenige wird dann von Mitarbeitern der Provinzregierung engmaschig überwacht“, erklärt WWF-Tigerschutz-Expertin Kathrin Samson. „Doch ohne ihn auf frischer Tat zu ertappen, kann die Polizei nicht einschreiten – und die Wilderer handeln auf unterster Ebene einer komplex organisierten Wilderei-Mafia.“ Manche Dörfer hier sind nur per Boot zu erreichen und ihre Bewohner leben meist sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Die Wilderer sind Verbrecher aus Armut und werden selbst dabei noch ausgebeutet. Das eigentliche Geschäft machen ihre Hintermänner.

Komplex organisiertes Verbrechen

Will man die letzten Sumatra-Tiger schützen, muss man den Menschen vor Ort aus der Not helfen und den Wilderern Alternativen bieten. In Rimbang Baling konnte der WWF bereits Wilderer erfolgreich rehabilitieren und mit ihrer Hilfe Einblick in ein gut organisiertes Handelsnetz auf Sumatra gewinnen: Über verschiedene Hintermänner gelangen die gewilderten Tiere zu Händlern, die oftmals offizielle Genehmigungen für den legalen Export bestimmter Amphibien besitzen. Sie übernehmen die illegale Ausfuhr der gewilderten Arten. Kontrollen werden dabei häufig durch Bestechung umgangen. Die verschiedenen Hintermänner und Auftraggeber der Wilderei sind schwer zu fassen. Denn das kriminelle Netzwerk ist perfekt organisiert.

Wenn Grenzpolizisten die Schulbank drücken

Ein wichtiger Teil der Wilderei-Bekämpfung liegt deshalb in der Fortbildung von Polizei und Justiz und in der entsprechend guten Zusammenarbeit mit den jeweiligen Regierungen und zuständigen Behörden. Über welche Routen werden gewilderte Tiger und andere Arten aus Sumatra ausgeführt? In welchen Verstecken werden sie geschmuggelt? Welche Arten stehen überhaupt unter Schutz? Solche Fragen beantwortet der WWF gemeinsam mit verschiedenen Fachleuten in viertägigen Schulungen für Polizei, Staatsanwälte, Zollbeamte und Justiz. Kollegen aus anderen Ländern werden eingeladen, um von ihren wertvollen Erfahrungen zu berichten.

Mit Erfolg: In Ländern, in denen diese Schulungen bereits fester Bestandteil der Anti-Wilderei Arbeit sind, wird die Wilderei als organisiertes Verbrechen zunehmend ernst genommen. Der illegale Wildtierschmuggel wird deutlich häufiger aufgedeckt und es kommt zu mehr Beschlagnahmungen und Verurteilungen.

Wenn Sumatra-Tiger verschwinden

350 Kamerafallen sind im WWF-Projektgebiet Rimbang Baling installiert. Sie helfen, die Tiger- und ihre Beutetierpopulation flächendeckend zu überwachen und die Wilderei von Sumatra-Tigern nachzuweisen. Denn wird ein Tiger gewildert, bleibt kein Teil zurück. Alles an einem Tiger ist begehrt und wird verwertet. Doch ein flächendeckendes Monitoring mit Kamerafallen enthüllt, wenn Tiger fehlen. „Und wenn jedes Jahr etwa 40 Kamerafallen aus Rimbang Baling verschwinden, dann liefert auch das wichtige Informationen in unserem Einsatz gegen die Wilderei“, sagt Kathrin Samson. Wo Kamerafallen fehlen, möchte wahrscheinlich ein Wilderer nicht beobachtet werden. Der WWF überwacht eine solche Region verstärkt und arbeitet noch intensiver mit der Bevölkerung der nahegelegen Dörfer zusammen.

Wir brauchen dringend mehr Ranger, um die gefährdete Art zu schützen. Wir brauchen mehr Metalldetektoren zum Aufspüren der Schlingfallen, mehr Kamerafallen, mehr Kurse für Polizei und Justiz – und wir müssen die örtliche Bevölkerung aufklären und ihnen aus der Armut helfen, damit sie nicht zu Wilderern werden.

Hilf uns bei der Rettung der letzten Sumatra-Tiger!

In Rimbang Baling gibt es eine Radiostation für die lokale Bevölkerung und den Tiger.

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Hilf dem Tiger mit deiner Spende:

Mit 30 Euro leistest du einen wichtigen Beitrag zur Anschaffung von Metalldetektoren, mit deren Hilfe unsere Ranger gefährliche Schlingfallen aufspüren können.

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50 Euro helfen uns dabei, Satellitentelefone anzuschaffen. So können Ranger frühzeitig vor Wilderern warnen oder Hilfe rufen, wenn jemand auf Patrouille verletzt wird.

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Mit einer Spende von 150 Euro förderst du alternative Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung, damit sie nicht mehr auf Wilderei angewiesen sind.

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